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Bauern zufrieden mit den Erträgen – bei Gemüse allerdings große Ausfälle

Petra Hanner, 09.08.2016 11:07

BEZIRK FREISTADT. Ein durchschnittlich gutes Jahr können die heimischen Landwirte in Sachen Ernte verbuchen. Einigen Gemüsepflanzen hat das feuchte Wetter aber zugesetzt.  

Der Regen hat dem Grünfutter besonders gut getan. Foto: LK OÖ
Der Regen hat dem Grünfutter besonders gut getan. Foto: LK OÖ

Die Mähwerke dröhnen wieder, auf 1.000 Metern Seehöhe wird gerade der zweite Schnitt des Jahres eingebracht. „Die Grünfuttermengen sind dank des Regens sehr, sehr gut. Der Boden hat wieder eine gute Grundfeuchte erhalten“, meint Bezirksbauernkammer-Obmann Josef Mühlbachler. Nur den richtigen Zeitpunkt für die Mahd zu erwischen, das sei heuer schwierig, insbesondere für die Heuernte. Die Schönwetter-Perioden sind dafür einfach zu kurz.

Auch die Getreideernte steht in den Startlöchern, bevor es anfängt auszuwachsen. Mühlbachler: „Hier sind die Erträge auch nicht so schlecht. Die lokalen Unwetter haben nur punktuell Schaden angerichtet. In den Nord-Lagen ist der Roggen teilweise zu Lagergetreide geworden. Für die Körnerentwicklung brauche es noch einige Sonnentage. Dasselbe gilt für den Mais, der sich im ganzen Bezirk gut entwickelt.

Wald hat sich erholt

Besonders gut getan hat Niederschlag dem Wald. „Mir haben die Bäume ja schon beim Anschauen leid getan, weil alles so trocken war. Endlich sind sie wieder grün und auch den Käfer hat das feuchte Wetter ein wenig bremsen können“, erklärt der Bezirksbauernkammer-Obmann. Der Regen sei für den Waldboden gut und nötig gewesen, da dieser als wichtiger Wasserspeicher gilt.

Problem Fäulnis

Auf dem Kartoffelacker ihres Hofes stehend, resümiert Sabine Deyerling über die Gemüseernte in ihrem Betrieb in Weitersfelden: „Momentan geht“s uns total schlecht. Erst letztens mussten wir eine komplette Salaternte einfräsen weil kein einziges gutes Häupel dabei war. Wegen des feuchten Wetters und eines Hagelschauers war alles verfault.“ Die Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln sei unter diesen Bedingungen ebenfalls schwierig. „Ist alles feucht, würde sich der Boden unter den schweren Arbeitsgeräten zu stark verdichten.“ 57 Liter pro Quadratmeter hat es in Weitersfelden erst vor wenigen Tagen binnen kürzester Zeit geregnet. Das weiß Sabine Deyerling so genau, weil sie eine Wetterstation betreibt. „Der Boden wird an vielen Stellen abgeschwemmt und damit auch Jungpflanzen.“ Auch viele Kartoffeln sind verfault. Die schlechtere Qualität und die geringeren Erntemengen werden sich wahrscheinlich im Preis – auch für Lagergemüse – niederschlagen, prophezeit die Landwirtin.

Sehr zufrieden ist sie hingegen mit der Entwicklung von Karfiol, Romanesco, Broccoli und Kraut. Wenigstens ist so sichergestellt, dass die Ernte für die Familie Deyerling kein komplettes Desaster wird.


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