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Die anhaltende Hitze treibt auch den Landwirten im Bezirk Freistadt die Sorgenfalten auf die Stirn: Grünland und Ackerkulturen leiden massiv unter der Trockenheit. Baldiger, ergiebiger Regen ist nicht in Sicht.

Mager fällt heuer die Ernte des zweiten Grünschnitts aus.
  1 / 2   Mager fällt heuer die Ernte des zweiten Grünschnitts aus.

„Die kurzen Gewitterschauer sind besser als nichts, aber sprichwörtlich nur der Tropfen auf den heißen Stein“, sagt Bezirksbauernkammer-Obmann Josef Mühlbachler aus Liebenau. „Was die Landwirtschaft jetzt braucht, ist ein langer, ergiebiger Regen.“ Besonders angespannt sei die Situation im Süden des Bezirks, während die höheren Lagen im Norden noch ein wenig von der Schneefeuchte zehren. „Aber auch hier wird es höchste Zeit, dass es regnet.“

Gefahr durch Hagel und Starkregen

„Im Vergleich zu der langjährigen Durchschnittsmenge verzeichnen wir im Bezirk ein Niederschlagsdefizit von 50 bis 70 Prozent in den vergangenen 35 Tagen“, weiß Sebastian Grims von der Bezirksbauernkammer Freistadt. Er hofft ebenfalls auf ausgiebigen Regen, befürchtet aber gleichzeitig: „Bei dem schwül-warmen Wetter ist die Gefahr von heftigen Unwettern mit Hagel und Starkregen, den der staubtrockene Boden nicht aufnehmen kann, groß.“

Magerer zweiter Grünschnitt

Besonders von der Dürre mitgenommen ist das Grünland. Durch den fehlenden Niederschlag verdorrt das nach dem ersten Schnitt kurze Gras. „Das hat massíve Auswirkungen auf den zweiten und dritten Schnitt“, sagt der BBK-Obmann. „Auch der an sich widerstandsfähige Kukuruz und das Getreide leiden. Muss das Getreide in der jetzigen Phase ohne Wasser auskommen, bilden sich Schmachtkörner aus“, weiß der Liebenauer, der allen Bauern zur Ernteversicherung rät, die auch Ernteausfälle durch Dürre ersetzt.  

Borkenkäfer im Vormarsch

Dazu kommt, dass die Trockenheit durch die fehlende Feuchte in den Bäumen dem Borkenkäfer ein wahres Festmahl bereitet. Kupferstecher und Buchdrucker schmausen dann mit Genuss, die Bäume sterben ab. “Unsere Landwirte mussten schon einige Käferbäume umschneiden“, beobachtet Mühlbachler mit Sorge.

Erdbeer-Ernte leidet unter der Trockenheit

Auch den Erbeeren, die gerade Saison haben, macht die Trockenheit schwer zu schaffen. Familie Preinfalk aus Unterrauchenödt etwa hat ihre 1,7 Hektar Erdbeerfelder schon mit Hilfe von Feuerwehrschläuchen bewässert, um die Ernte sicherzustellen.

Brandgefahr enorm

Die Dürre birgt auch noch eine andere Gefahr: Feuer. „Bislang sind wir im Bezirk glimpflich davongekommen und konnten kleinere Flurbrände rasch löschen“, sagt Bezirksfeuerwehrkommandant Franz Seitz aus Windhaag. Er rät, Sonnwendfeuer – wenn überhaupt – lediglich in ganz kleinem Rahmen, kontrolliert und auf keinen Fall ohne vorbeugenden Brandschutz zu entfachen. Dass Zigarettenstummel nicht einfach in Wald und Wiese geworfen werden gehört ebenfalls zur Brandverhütung, auch seien Lagerfeuer in der momentanen Lage wegen Funkenflug ein absolutes Tabu. Und: „Herumliegende Glasflaschen wirken wie Brenngläser“, rät Seitz eindringlich zur Vorsicht.

Ansturm auf Freibäder

Freude mit der Hitze haben naturgemäß die Freibäder. So freut sich das Freibad Moby Dick in Freistadt wochentags über bis zu 800 Besucher, an heißen Wochenenden kommen sogar mehr als 1000 Badebegeisterte auf der Suche nach Abkühlung in das Freistädter Freibad.


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