Busunternehmer im Bezirk Freistadt: „Reiselust lässt leider noch auf sich warten“

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Mag. Susanne  Überegger Mag. Susanne Überegger, Tips Redaktion, 30.06.2020 15:24 Uhr

BEZIRK FREISTADT. Auch wenn die Corona-Maßnahmen nach und nach gelockert werden, sieht die schwer getroffene Branche der Busunternehmer frühestens im Herbst einen Silberstreif am Horizont. Denn die Verunsicherung unter dem Hauptklientel – den Senioren – ist nach wie vor groß.

Die Reisebusse mussten ab Mitte März notgedrungen in den Garagen bleiben. Mit der Bearbeitung der zahlreichen Stornierungen und Umbuchungen sowie Reinigungs-, Wartungs- und Reparaturarbeiten waren die Busunternehmer im Bezirk Freistadt in den vergangenen Wochen zwar beschäftigt, Geld konnten sie damit aber keines verdienen. Mitarbeiter wurden in Kurzarbeit geschickt, Buschauffeure – meist mit Wiedereinstellungszusage – gekündigt.

Maskenpflicht als Hindernis

„Von März bis Juli hatten wir einen Ausfall von 100 Prozent zu verbuchen und auch jetzt tut sich noch nicht recht viel“, berichtet Verena Wiesinger vom gleichnamigen Busunternehmen in Schönau, das vor allem Seniorenreisen sowie Betriebs- und Vereinsausflüge mit seinen Bussen organisiert.

„Die Leute sind wegen des Coronavirus noch sehr verunsichert. Dazu kommt, dass viele nicht mit einer Maske im Bus sitzen wollen, weil das Tragen doch recht unangenehm ist“, sieht die Juniorchefin die Politik in der Pflicht, die Maskenpflicht in Reisebussen aufzuheben. „Wir bauen auf den Herbst 2020 bzw. auf das Jahr 2021 und sind schon dabei, Reisen zusammenzustellen.“

Galgenhumor

„Ganz nach unserem Firmenmotto ist es bei uns gerade stressfrei. Momentan lebe ich von den Kochkünsten meiner Frau und unseren Ersparnissen“, beweist Josef Chalupar von Chalupar Reisen in Windhaag Galgenhumor. „Alle Busreisen wurden storniert, die Anmeldungen für Herbst laufen auch schleppend.Diese Saison ist gelaufen“, meint Chalupar, seit 36 Jahren im Geschäft.

„Es wird wieder bergauf gehen“

Bei Duschlbauer Reisen in Freistadt verläuft der Arbeitsalltag ungewollt recht ruhig. „In den vergangenen Tagen hatten wir vereinzelt Fahrten, es kommen auch ein paar wenige Anfragen für Sommer und Herbst rein. Zum Glück hat unser Vater immer geschaut, dass das Unternehmen auf einem guten Fundament steht, das zahlt sich jetzt aus“, sagt Martin Duschlbauer, einer der beiden Juniorchefs. „Es wird schon wieder bergauf gehen. Wir sind dabei, Reisen vorzubereiten. Allerdings ist es schwierig, Fahrten ins Ausland zu planen, weil man oft nicht weiß, wie es bei den Partnern dort ausschaut.“

„So schnell gebe ich nicht auf“

Josef Walter von Walter Reisen in Tragwein sagt: „Unser Reiseunternehmen steht. Die Leute trauen sich nicht fortzufahren und mit der Maskenpflicht im Bus haben sie auch keine Freude“, sagt der Unternehmer, der insgesamt gut 30 Mitarbeiter beschäftigt. „Wir strampeln ganz schön, aber so schnell gebe ich nicht auf. Ich bin seit 31 Jahren im Geschäft und zwei Söhne unterstützen mich sehr. Jetzt heißt es positiv denken und nicht jammern.“

„Heuer wird es zach“

„Heuer wird es zach“, bringt es Reinhard Lentner, Geschäftsführer von Optimal Reisen in Freistadt auf den Punkt. „Die Senioren sind, was Reisen betrifft, noch sehr vorsichtig. Auch die Firmen lassen ganz aus, die haben im Moment ganz andere Probleme. Wir hoffen aber, im August durchstarten zu können.“

„Für Herbst nicht recht optimistisch“

Andrea Prammer vom Busunternehmen Prammer in Neumarkt dagegen ist für Herbst „nicht recht optimistisch.“ Bis auf einzelne Fahrten stehe das Geschäft derzeit still. „In einem Jahr kann mein Mann in Pension gehen und wir haben keine Schulden, deshalb sind wir jetzt nicht ganz so verzagt wie vielleicht andere.“

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