Porzellankunst-Ausstellung: „So eine Schau gibt´s nicht mal in Paris, Berlin oder Brüssel“
GMUNDEN. Die heurige Sonderausstellung von Meissener Porzellan im Schloss Weyer wird Porzellanliebhaber, Kulturtouristen und Pferdeenthusiasten gleichermaßen begeistern.

„Meine Gattin und ich haben uns in ganz Europa in einer Reihe bedeutender Museen und sowie Kunst- und Porzellanausstellungen umgesehen. Das Resümée bei aller gebotenen Bescheidenheit: Nicht in Paris, Berlin oder Brüssel, sondern hier bei uns in Glunden gibt es die umfassendste und wohl auch schönste Meissen-Sammlung“, freut sich Schloss Weyer-Besitzer Otto Schober wieder exqusite und exklusive Kunstwerke präsentieren zu können.
Hoch zu Roß in „weißem Gold“
Inspirieren ließen sich die Gmundner Porzellanexperten auch von der aktuellen Landesausstellung „Pferd und Mensch“. Denn ob die Zarinnen Elisabeth und Katharina die Große, August der Starke oder Kaiserin Sisi – sie alle ließen sich gerne hoch zu Roß aus „weißem Gold“ porträtieren, zählten doch solche Kostbarkeiten zu den begehrtesten fürstlichen und diplomatischen Geschenken überhaupt. Zu sehen gibt es heuer in Schloss Weyer auch erstmals zwei riesige mit Herrschern zu Pferde bemalten Schlossvasen aus Japan für Kaiser Franz Joseph und zwei große Kaminvasen mit mythologischen Pferdeszenen, die einst Ludwig XV. erhalten hatte.
Ein absoluter Höhepunkt der Ausstellung ist ein Original-modell das geplante elf (!) Meter hohe, aber wegen des siebenjährigen Krieg gegen Preußen nie fertiggestellte Porzellan-Monumentaldenkmal für August den Starken. „Dieses von Johann Joachim Kaendler 1745 geschaffene Kunstwerk ist weltweit nur noch im Dresdner Zwinger zu bewundern“, so Schober. Aber auch historische Ereignisse und Märchen regten seit drei Jahrhunderten die Künstler an, diese in Porzellan zu verewigen.
Zauberpferde und königliche Tafeln
So entstanden unter anderem ein Porzellanpokal zum russisch-türkischen Krimkrieg oder ein Zaberpferd samt entführter Prinzessin aus 1000 und einer Nacht, Neben diesen einmaligen Objekten zeigt die aktuelle Ausstellung mit über 500 plastischen Exponaten und einer Reihe von mit Porzellangeschirr nach kaiserlich-königlich Vorbild gedeckten Tafeln historisches Kunsterbe aus vier Jahrhunderten mit Meisterwerken von mehr als 70 namhaften Künstlern. „Ein Weltkulturerbe aus weißem Gold“, ist Otto Schober stolz auf die aktualisierte Sammlung.


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