Gmundner "Kulturvermerke" stehen heuer im Zeichen von Terror und Gewalt
GMUNDEN. Die Österreichischen Kulturvermerke werden heuer 25 Jahre alt. Das Symposium ist in diesem Jahr dem Thema „Terror. Über Gewalt in Geschichte und Gesellschaft2 gewidmet. Dabei werden die verschiedensten Bereiche angesprochen – von der Literatur bis zu aktuellen Gewalttaten.

Die Reihe eröffnet die Journalistin Anneliese Rohrer am Donnerstag, 19. Oktober, mit einem Referat über die aktuelle politische Lage – unter besonderer Berücksichtigung der terroristischen Akte der jüngeren Vergangenheit. Anschließend steht das Doku-Drama „Vom Traum zum Terror – München 72“ auf dem Programm, ein Protokoll der blutigen Geiselnahme der israelischen Sportlerdelegation am 5. September 1972.
Expertendiskussion und Rossmann-Lesung
Tags darauf, am Freitag, diskutieren Experten von der Gestalttherapeutin Renate Becker (“Privater Terror/Gewalt in der Familie“) bis zur Aktivistin Edit Schlaffer (“Terrorismus und gewalttätiger Extremismus: Worten müssen Taten folgen“) unter Moderation von Franz Schuh.
Abends liest Eva Rossmann aus ihrem neuesten politischen Spannungsroman „Patrioten“, in dem die Autorin den Finger in die gesellschaftlichen Wunden Europas und Österreichs legt: Nationalismus, Terror und Hass (Freitagabend, 20. Oktober).
Scharang-Film über Franz Fuchs
Den Samstag, 21. Oktober, leiten zwei Filme ein: „Brazil“ von Terry Gilliam, in dem es um die Flucht aus einem totalitären System geht, und Elisabeth Scharangs „Franz Fuchs – Ein Patriot“, dem ein Gespräch mit der Filmemacherin folgt.
Gudrun Harrer: Gewalt im Nahen Osten
Am Nachmittag sind die Terrormiliz des IS und mögliche politische Perspektiven im Nahen Osten Inhalt eines Referats der Journalistin Petra Ramsauer. Sie diskutiert anschließend mit dem Medienwissenschaftler Lutz Ellrich, dem Dramaturgen Knut Boeser und dem Schriftsteller Klemens Renolder, die sich dem Thema „Terror“ aus verschiedensten Blickwinkeln nähern. Abends spricht Nahostexpertin Gudrun Harrer über Umbruch und Gewalt im Nahen Osten.
Terror und Religion
Philosophin Aloisia Moser, Schriftsteller Christian Schacherreiter und Philosoph Peter Strasser widmen sich am Vormittag des Sonntag, 22. Oktober, den Verknüpfungen von Terror, Sprache und Religion. Der Nachmittag beginnt mit einem literarischen Schwerpunkt: Germanist Anton Thuswaldner spricht über Dostojewskis Roman „Böse Geister“. Anschließend liest Schauspielerin Chris Pichler ausgewählte Texte des Autors.
Den Abschluss bilden eine Lesung von Wilfried Steiner aus seinem aktuellen Roman „Der Trost der Rache“, der in der Zeit der Militärdiktatur des Augusto Pinochet in Chile spielt, und Referate von Philosoph Robert Pfaller und Historiker Ilja Steffelbauer.
Detaillierte Infos zu den Veranstaltungen – alle im Stadttheater Gmunden – gibt es auf www.kulturvermerke.at. Abgesehen von den Referaten von Gudrun Harrer und Eva Rossmann (je zehn Euro Eintritt) werden alle Termine kostenlos angeboten.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden