Zehn Jahre Lebenswelt Pinsdorf

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 (Foto: Barmherzige Brüder)
(Foto: Barmherzige Brüder)
Thomas Leitner Thomas Leitner, Tips Redaktion, 11.07.2021 11:16 Uhr

PINSDORF. Ein weltweit wohl einzigartiges Projekt entstand in den vergangenen Jahren in Pinsdorf. Gemeinsam mit der Volksschule entwickelten die Bewohner der Lebenswelt ein Bilderbuchprojekt in Schrift- und Gebärdensprache – die Abenteuer von „Bibbi & Bobbo“. Daraus entstand ein Theaterstück, das anlässlich des Zehn-Jahres- Jubiläums im Rahmen der Feierlichkeiten aufgeführt wurde.

Aus der inklusiven Kooperation mit der Volksschule Pinsdorf entstanden im Laufe der Jahre die Kinderbücher „Bibbi und Bobbo - Freunde für immer“ und „Bibbi und Bobbo - die Freundschaftsprobe“, welche vielfach ausgezeichnet wurden. Aus dem ersten Kinderbuch wurde von Volksschullehrer Peter Kaiser und Choreografin und Balletttänzerin Sabine Fuchs ein Theaterstück erarbeitet, das von KundInnen der Lebenswelt Pinsdorf und Kinder der 4. Klasse Volksschule Pinsdorf zur Jubiläumsfeier aufgeführt wurde. Der besondere Zugang des Theaterstücks war, dass durch die Beteiligung von gehörlosen Personen das Stück weniger mit Sprache, sondern viel mehr durch Körperlichkeit und visueller Inszenierung gestaltet wurde. Szenen und Übergänge wurden bewusst ruhig gehalten und durch den Klangkünstler Johannes Kronecker bereichert.

Vermeintliche Schwäche der Gehörlosigkeit schafft Freundschaft

Grundlage des Stückes ist das Kennenlernen einer fremden Welt, die Welt der Gehörlosen. Der Inhalt: Das hörende Volk und das gehörlose Waldvolk haben das gemeinsame Ziel, ein gefürchtetes Ungeheuer zu besiegen. Die vermeintliche Schwäche der Gehörlosigkeit zeigt sich als den Schlüssel, um das Monster zu zähmen. Schließlich entsteht daraus eine Freundschaft zwischen den Völkern und dem Monster, welches sich als liebenswertes Wesen entpuppt, das nicht bekämpft, sondern vielmehr beschenkt wird.

Festakt bestätigt Verbundenheit

Diese Sichtweise beschreibt den Grundsatz der Lebenswelt, dass das aufeinander Zugehen auch nach und vor allem trotz schwieriger Situationen essenziell ist. Die Verbundenheit zwischen der Lebenswelt, der Volksschule und der Gemeinde Pinsdorf wurde beim anschließenden Festakt besonders hervorgehoben. Landtagsabgeordnete Doris Margreiter war zutiefst berührt und Volksschuldirektor Hermann Kendler dankte für die zwischenmenschlichen Beziehungen, die zu richtigen Zeit am richtigen Ort entstanden sind.

Lebenswelt Pinsdorf

Die Lebenswelt Pinsdorf ist eine Einrichtung des „Konventhospitals der Barmherzigen Brüder Linz“ für gehörlose und taubblinde Menschen mit zusätzlichen Beeinträchtigungen. Gegründet 2011, wurde am 29.06.2021 im Stadttheater Gmunden ihr 10-jähriges Bestehen gefeiert. „Die Lebenswelt Pinsdorf ist mit ihrer Einbindung in die Gemeinde und besonders mit ihrer Kooperation mit der Volkschule eine Erfolgsgeschichte und Vorbild für gelebte Inklusion“, freut sich Mag. Peter Ausweger, Gesamtleiter der Barmherzigen Brüder Linz, der den Festakt im Anschluss an das Theaterstück feierlich eröffnete. Lobende Worte fanden auch Bürgermeister Dieter Helms sowie Schuldirektor Hermann Kendler. In einer Talkrunde ließ Institutsleiter Prim. MR Priv.-Doz. Dr. Johannes Fellinger die vergangenen Jahre noch einmal Revue passieren: „Das Stück zeigt zutiefst den Kern der Lebenswelt. Die Mutter des Königs des Waldvolks hat den Anstoß gegeben, eine Lebenswelt zu gründen und ich kenne viele Bewohner und Bewohnerinnen von Kindestagen an. Ich sehe einerseits wie sie hier ihr Potenzial entfalten, in ihrer Sprache, der Gebärdensprache, barrierefrei kommunizieren und ihr Leben soweit es geht selbstständig leben und sich in der Gemeinschaft einbringen. Dafür bin ich von Herzen dankbar. Andererseits geht es noch viel mehr darum, dass man die Menschen, deren Verhalten man am meisten fürchtet, am meisten liebt.

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