Kinder dabei unterstützen, den Tod zu verarbeiten

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Emma Salveter Tips Jugendredaktion Emma Salveter, 05.11.2021 08:35 Uhr

BEZIRK GMUNDEN. Auch Kindern kommen mit Themen wie Abschied, Sterben, Tod und Trauer in Berührung. Dabei ist es besonders wichtig, eine altersgemäße Auseinandersetzung und die richtigen Worte zu finden. Kein leichtes Thema, doch Rainbows steht den Angehörigen unterstützend zur Seite.

Wenn ein nahestehender Mensch stirbt, stellt sich sofort die Frage, ob Kinder beim Begräbnis dabei sein sollen. Erwachsene haben häufig das Gefühl, Kinder vor allem Traurigen und Schweren „beschützen“ zu müssen. Dabei ist zu bedenken, dass eine Beerdigung auch für ein Kind eine wertvolle Gelegenheit ist, sich als Teil der Familie und der Gemeinschaft von der verstorbenen Person zu verabschieden. „Wenn Kinder zum Begräbnis mitgenommen werden, ist gute Vorbereitung wichtig. Für ein sehr junges Kind ist es hilfreich zu wissen, dass es die Möglichkeit hat, sich mit einer vertrauten Person zurückzuziehen, wenn es das möchte“, erklärt Sigrid Eysn, Landesleiterin Rainbows-Oberösterreich.

Kindgerechter Abschied

Gleich wie für Erwachsene ist auch für Kinder das Ritual des Abschiednehmens am Sarg enorm wichtig, um den Tod leichter zu begreifen und das Erlebte besser in ihr Leben einordnen zu können. „Da sie aber nicht wissen, was sie wirklich erwartet, müssen die Eltern ihnen die Abläufe und Rituale eines Begräbnisses im Vorfeld erklären“, empfiehlt Eysn. Es gibt viele Möglichkeiten, die Verabschiedung kindgerecht zu gestalten. Eine schöne Geste ist es, den Sarg zu bemalen. Dabei sind alle Trauernden der verstorbenen Person besonders nahe. Es ist ein Liebesbeweis und auch schon ein Stück Trauerbewältigung. Kinder und Jugendliche können in diesem Tun ihrem Gefühl für die verstorbene Person, ihrer Trauer und ihrem Schmerz Ausdruck verleihen. Die meisten Bestattungsunternehmen bieten dazu Möglichkeit in ihren Räumen. Weitere Ideen sind: ein selbst gepflückter Blumenstrauß, ein selbst gemaltes Bild, eine verzierte Kerze oder eine kleine Bastelarbeit, bemalte Steine und vieles mehr dem Verstorbenen mit ins Grab zu geben. „Auch einen mit Helium gefüllten Luftballon mit Wünschen, Gedanken und Erinnerungen an die verstorbene Großmutter in den Himmel steigen zu lassen, ist ein schönes Symbol.“ Je intensiver trauernde Kinder in den Ablauf eingebunden sind, desto begreiflicher kann für sie der Abschied werden.

Trauer im Alltag

Im Alltag fehlt der Verstorbene – und gerade Kinder haben immer wieder Sorge, dass sie die Oma oder den Papa vergessen könnten. „Der verstorbene Mensch ist zwar nicht sichtbar, trotzdem bleibt er Teil unseres Lebens“, meint Sigrid Eysn. „Wir erinnern uns an gemeinsame Erlebnisse und behalten Vorlieben für“s Leben – essen vielleicht am liebsten Schokokuchen, weil die Oma immer so köstlichen gebacken hat.“ Auch Düfte und Musik können eine Verbindung zum/zur Verstorbenen sein. Gemeinsam mit dem Kind können Erinnerungen gesammelt werden. Zu Weihnachten kann man vielleicht das Weihnachtslied singen, das Opa so gern gehabt hat. Um diese wertvollen Erinnerung wach zu halten, kann man mit den Kindern und Jugendlichen regelmäßig eine Kerze anzünden, einen Erinnerungsstein gestalten, ein Trauertagebuch führen oder in einer „Schatzkiste“ besondere Erinnerungen an den/die Verstorbene/n aufbewahren. Ganz besonders schön ist es, im Gedenken einen Baum zu pflanzen, zu dem man jederzeit gehen und innehalten kann.

Rainbows bietet professionelle Trauerbegleitung

Kinder können den Trauerprozess aller Familienmitglieder auf vielfältige Weise aktiv mitgestalten. So ermöglicht man ihnen, den geliebten Menschen in Erinnerung zu behalten. Sie lernen von den Erwachsenen, dass der Tod zwar etwas Schmerzhaftes ist, dass das Leben aber weitergeht. So befähigt man sie, mitzuempfinden und den Wert von menschlichem Leben zu schätzen. Professionelle Begleitung nach einem Todesfall bietet RAINBOWS. Die Kinder und Jugendlichen erhalten Anregungen, ihre Gefühle auf verschiedene Arten auszudrücken, sie werden gestärkt und dabei unterstützt, mit der neuen Familiensituation besser zurecht zu kommen. Eine Mutter, deren Tochter bei RAINBOWS war, weil ihr Vater gestorben ist, meldete rück:

„Meiner Tochter haben die Stunden rundum gut getan – sie hat viele Handlungsmöglichkeiten für sich entdeckt bzw. erlernt. Ihre Persönlichkeit wurde gestärkt, ihr Selbstbewusstsein ist gewachsen. Sie kann mit der Trauersituation besser umgehen. Auch ich habe durch die vielen anschließenden Gespräche mit meiner Tochter sehr viel für mich mitnehmen können. Vielen, vielen herzlichen Dank!“

Weitere Informationen gibt es unter www.rainbows.at , ooe@rainbows.at oder telefonisch unter 0732 287300.

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