Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt
tips.at als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen

Fast 9.000 Salzkammergütler suchten im Vorjahr Hilfe bei der Arbeiterkammer

Daniela Toth, 16.01.2019 11:49

GMUNDEN. Die Arbeiterkammer des Bezirk Gmunden erkämpfte im Vorjahr für Mitglieder 8,43 Millionen Euro. Neben Differenzen mit Arbeitgebern ist auch der Sozialrechtsbereich stark betroffen.

AK-Bezirksstellenleiter Martin Kamrat (l.) präsentierte gemeinsam mit dem Pröäsidenten der AK Oberösterreich, Johann Kaliauer, die Jahresbilanz. Foto: Tóth

8.899 Arbeitnehmer wandten sich mit Fragen oder Anliegen an die AK-Bezirksstelle. Vielen konnte im persönlichen Gespräch, aber auch zunehmend per Telefon oder E-Mail geholfen werden.

Bei manchen Arbeitsrechtsproblemen reiche eine Arbeitsrechtsberatung nicht aus, so AK-Bezirksstellenleiter Martin Kamrat bei der Bilanzpressekonferenz: Durch außergerichtliche Interventionen in hundert Fällen wurden 286.200 Euro an vorenthaltenem Entgelt eingebracht. Durch Rechtsvertretung vor dem Arbeitsgericht wurden in 48 Fällen weitere 226.550 Euro erkämpft.

Vorenthaltener Lohn, unberechtigte Kündigungen

Gründe sind vor allem die Endabrechnung bei der Beendigung von Dienstverhältnissen sowie unberechtigte Entlassungen, aber auch vorenthaltenes Entgelt, die Ansprüche bei berechtigte vorzeigen Austritten und die Anfechtung von Kündigungen. Die meisten Arbeitsrechtsfällegibt es im Hotel- und Gastgewerbe, im Handel, in der Bauwirtschaft und in der Leiharbeitsbranche.

Kamrat erwähnte den Fall einer Frau, die drei Jahre in einem Beherbergungsbetrieb beschäftigt war. Es war eine einvernehmliche Lösung des Dienstverhältnisses geplant, wie vereinbart nahm sie die letzten drei Arbeitstage Urlaub. Der Arbeitgeber meldete die Frau dann jedoch bei der Gebietskrankenkasse ab – wegen eines angeblich „unberechtigten vorzeitigen Austritts“. Die Arbeitnehmerin hätte dadurch zahlreiche Ansprüche verloren, die die AK schließlich vor Gericht erstreiten musste. Insgesamt erhielt die Frau rund 2.500 Euro.

Starke Zunahme von Sozialrechtsthemen

Neben dem Arbeitsrecht entfällt ein großer Teil der von der AK Gmunden erstrittenen Gelder – über sechs Millionen Euro – auf den Sozialrechtsbereich: Hier gab es eine Verdreifachung gegenüber dem Vorjahr, die vor allem auf erkämpfte Pensionsansprüche (Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitspension) von in Summe 5,7 Millionen Euro zurückzuführen ist. Der restliche Betrag verteilt sich auf Pflegegeld- und Rentenansprüche.

Auch hier geht es im Einzelfall oft um viel Geld, wie AK-Bezirksstellenleiter Kamrat am Beispiel einer 84-jährigen, chronisch kranken Pensionistin erläuterte: Deren Antrag auf Anhebung des Pflegegeldes auf Stufe 2 war von der Pensionversicherung abgelehnt worden. Nach einem von der AK erwirkten neuen Gutachten wurde jedoch sogar Stufe 3 zuerkannt.

Mehr Arbeitnehmer von Insolvenz betroffen

Seit zwei Jahren steigt die Zahl der von Insolvenzen ihrer Arbeitgeber betroffen Arbeitnehmer im Bezirk Gmunden. Für diese erstritt die AK im Vorjahr 1,864.138 Euro – fast doppelt so viel wie im Jahr davor.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden