Herzen statt Kerzen: aus „Lichtersee“ wird Liebstatt

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Daniela Toth Daniela Toth, Tips Redaktion, 02.03.2021 14:28 Uhr

GMUNDEN. Seit mehreren Wochen zeigen viele Menschen mit einem „Lichtersee“ aus Kerzen auf dem Gmundner Rathausplatzihre Solidarität mit den Corona-Opfern, mit allen, die unter der aktuellen Krise leiden und mit jenen, deren Einsatz hilft, sie zu bewältigen. Nun werden die Kerzen - im Angesicht des kommenden Liebstattfestes - durch Herzen ersetzt.

Mitgefühl und fürsorgliches Handeln in solidarischer Verbundenheit - dieser Geist hat in den vergangenen Wochen jene geleitet, die beim Brunnen auf dem Gmundner Rathausplatz eine Kerze aufgestellt und damit zum „Gmundner Lichtersee“ beigetragen haben. Vier der fünf Gemeinderatsfraktionen hatten dazu eingeladen, viele Privatpersonen und mehrere Vereine hatten mitgemacht und dafür gesorgt, dass die Lichter nicht verloschen.

Der gleiche Geist prägt seit bald 400 Jahren den eigentlich höchsten Gmundner Feiertag, den Liebstattsonntag, der ursprünglich eine großzügige Ausspeisung für Arme gewesen war. Für die Gemeindepolitik war es deshalb naheliegend, vor dem anstehenden 14. März die Symbole zu wechseln, die Kerzen wegzuräumen und das Feld den Herzen zu überlassen.

Bürgermeister Mag. Stefan Krapf (ÖVP): „Die überfraktionelle Aktion “Lichtersee„ stellt ein klares Zeichen der Solidarität und des Mitgefühls der Gmundner Stadtpolitik gegenüber allen Menschen dar, die von der Corona-Pandemie auf sehr massive Art und Weise betroffen sind. Zudem bedanken wir uns herzlichst und aufrichtig bei all jenen Mitmenschen sowie in hohem Maße engagierten Institutionen, welche uns jetzt durch diese herausforderndste Zeit seit vielen Jahrzehnten führen. Der positive Geist des “Lichtersees„ wird uns in Gmunden weiterhin Kraft, Zuversicht, Mut und Optimismus spenden.“

Fraktionsobfrau Auguste Thallinger (ÖVP): „Die Corona-Krise dauert jetzt schon über ein Jahr. Trotzdem dürfen wir jetzt nicht den Fehler machen und in Selbstmitleid verfallen. Wir sollen das Wiedererwachen der Vegetation als Anlass für positives Denken sehen. Wir wollen diesen Flow mitnehmen, wenn wir uns in der schönen Natur in Gmunden bewegen. Wir haben so einzigartige Plätze in Gmunden und Umgebung, da können wir uns den Frühlingsgefühlen gar nicht verschließen. Uns war es auch besonders wichtig an Maria Lichtmess, am Beginn des Bauernjahres, wenn die Sonne bereits wieder eine Stunde früher am Tag aufgeht und die Kerzen für das kommende Jahr geweiht werden, mit dem Entzünden der Kerzen beim Lichtersee ein Zeichen der Hoffnung zu setzen. Es hat mich auch sehr gefreut, dass der Soroptimist Club Traunsee als Zeichen der Solidarität hier Kerzen entzündet hat und damit auch ihren Optimismus in Gmunden weitergeben will.

Last but not least: Es ist NICHT heuchlerisch, wenn man als Bezirkshauptstadt mit Kerzen der an Corona Verstorbenen gedenkt, sondern eine würdevolle Geste des Mitgefühls.“

Gesundheitsreferentin Gemeinderätin Catharina Held (SPÖ): „Die Installation des  ,Lichtersees' als Zeichen der Anteilnahme und Solidarität findet nun nach über einem Monat ihr vorläufiges Ende. Es war immer wunderschön anzusehen, wie viele Kerzen tagtäglich dazugekommen sind. Ich habe mir gewünscht, dass der  ,Lichtersee' große Anteilnahme findet. Mit all den äußerst positiven Rückmeldungen und den herzlichen Nachrichten bei den Kerzen war es bis zum Schluss eine gelungene Aktion.“

Fraktionsobmann Andreas Hecht (BIG): „Wer im Februar den Rathausplatz überquerte, dem stachen die dort brennenden Kerzen ins Auge, und man wurde sich der derzeitigen Ausnahmesituation schlagartig wieder bewusst. Für viele Menschen ein Impuls, um kurz innezuhalten und erstens jenen zu danken, die couragiert im Einsatz zur Bewältigung von Covid-19 mithelfen und zweitens an die Mitbürger zu denken, die entweder wirtschaftlich, psychisch oder gesundheitlich besonders schlimm damit zu kämpfen haben. Empathie zu zeigen ist zu keiner Zeit falsch und schon gar nicht jetzt!“

Fraktionsobfrau  Uli Feichtinger (Grüne Gmunden): „Ich weiß, dass der ,Lichtersee' erfolgreich war, wenn ich mich an die Geschichte einer mobilen Krankenschwester erinnere: Sie hat die Lichter ganz erfreut persönlich genommen, weil diese Kerzen ja auch für sie angezündet worden sind. Genau darum geht es: dass wir alle diesen Zusammenhalt in der Gesellschaft wieder spüren. Ich bin tief berührt und dankbar, dass so viele Menschen mit ihren Kerzen den Lichtersee über ein Monat lang lebendig gehalten haben.“

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