Volkshilfe und Kinderfreunde prangern an: Jedes fünfte Kind im Land ist arm

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Daniela Toth Daniela Toth, Tips Redaktion, 18.10.2021 13:16 Uhr

BEZIRK GMUNDEN. Rund 156.000 Menschen sind in Oberösterreich armutsgefährdet, 33.000 von ihnen sind Kinder und Jugendliche. Auf diese traurige und zugleich beschämende Tatsache haben die Volkshilfe Salzkammergut und die Kinderfreunde vor dem „Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut“ am 17. Oktober aufmerksam gemacht. Zwei Petitionen sollen hier gegensteuern.

Immer mehr Buben und Mädchen haben nicht die gleichen Chancen auf ein gelingendes Leben, weil sie arm oder armutsgefährdet sind. Sie haben beispielsweise keine adäquate Winterkleidung und können nie auf Urlaub fahren. Sie zeigen vermehrt Entwicklungsstörungen, erkranken häufiger psychisch und sind stärker suizidgefährdet. Das haben bei einer aktuellen Umfrage der Volkshilfe Österreich neun von zehn Ärzten bestätigt.

„Als Volkshilfe stellen wir uns daher unermüdlich dem Kampf gegen die Kinderarmut“, erklärt Fritz Feichtinger als Vorsitzender der Volkshilfe Salzkammergut. Gemeinsam mit den Kinderfreunden hat er vor dem „Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut“ am 17. Oktober bei einer gemeinsamen Aktion die Kinderarmut an den Pranger gestellt.

Kindliche Bedürfnisse sichern

„In einem reichen Land wie Österreich dürfen weder Entwicklungsmöglichkeiten noch Zukunftschancen der Kinder von den finanziellen Möglichkeiten der Eltern abhängen“, erklärt Feichtinger. Kindliche Bedürfnisse müssten für alle in Österreich lebenden Kindern gesichert sein. „Am besten durch individuell angepasste Leistungen“, sagt der Laakirchner Bürgermeister und verweist auf das in Europa einzigartige Modell der Kindergrundsicherung (siehe auch Info-Kasten). „Dieses Modell der Volkshilfe will durch eine staatliche Teilhabesicherung gleiche Chancen für alle Kinder schaffen. Das Minimum sind dabei 200 Euro monatlich, die an Stelle der Familienbeihilfe jedes Kind in Österreich bekommen würde. Danach wird nach Einkommen gestaffelt, mit einem Maximum von 625 Euro pro Kind“, erklärt Feichtinger.

Österreichweite Petition gegen Kinderarmut „Wir sind überzeugt, ein effektives Werkzeug für die Abschaffung von Kinderarmut in der Hand zu haben. Jetzt braucht es den Einsatz vieler Menschen, um aus der guten Idee Kindergrundsicherung politische Realität zu machen“, verweist Feichtinger auf die Petition zur Abschaffung von Kinderarmut. Details dazu: www.volkshilfe-ooe.at oder www.kinderarmut-abschaffen.at

Kinderrechte gemeinsam stärken

Unterstützt wird die Petition der Volkshilfe von den Kinderfreunden. Und zwar „aus vollster Überzeugung“. „Es braucht jetzt einen Zusammenschluss vieler Organisationen, um die Kinderrechte gemeinsam zu stärken“, sagt Natascha Schernberger, Geschäftsführerin der Kinderfreunde Salzkammergut. Dass mittlerweile jedes fünfte Kind in Österreich armutsgefährdet ist (Tendenz steigend), könnten auch die Kinderfreunde Oberösterreich nicht mehr länger akzeptieren. „Wir müssen endlich dafür sorgen, dass die Unterzeichnung der Kinderrechtskonvention keine leere Unterschrift ist. Es liegt an den politischen Entscheidungsträger*innen, den Fokus ihrer Arbeit endlich verstärkt auf die Bedürfnisse der Kinder zu lenken, um eine gesunde Entwicklung zu ermöglichen“, fordert Schernberger.

Petition der Kinderfreunde

Auf diese Schieflagen in der Gesellschaft weist auch Doris Margreiter als Geschäftsführerin der Kinderfreunde Oberösterreich hin. „Wir müssen gemeinsam für ein gutes Leben für alle Kinder kämpfen. Es ist wichtig, hier ein Zeichen zu setzen und die Petition für eine Kindergrundsicherung der Volkshilfe sowie unsere Petition für die Kinderrechte zu unterschreiben. Gemeinsam sind wir stark und können einfordern, was jedem Kind zu steht: ein sicheres und gesundes Leben, in dem eine bestmögliche Entwicklung möglich ist“, so Margreiter. Details: https://kinderfreunde.at/news/oberoesterreich/unterschriften-aktion

 

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