Im Zementwerk Hatschek wird die sinnvolle CO2-Nutzung untersucht

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Daniela Toth Tips Redaktion Daniela Toth, 28.06.2022 09:02 Uhr

BEZIRK GMUNDEN/BEZIRK VÖCKLABRUCK. Das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) ist als Mitverursacher der Erderwärmung in aller Munde. Ein vom Cleantech-Cluster der oö. Standortagentur Business Upper Austria begleitetes Forschungsprojekt mit Beteiligung regionaler Unternehmen soll eine ökonomische und ökologisch sinnvolle CO2-Nutzung ermöglichen.

Das zum Rohrdorfer-Konzern gehörige Zementwerk Hatschek in Gmunden will spätestens 2045 klimaneutral produzieren. Nun ist man an einem Forschungsprojekt zur ökonomisch und ökologisch sinnvollen CO2-Nutzung beteiligt. Ziel des industriellen Forschungsprojektes ist es, die Energie- und Kostenbilanz der CO2-Abscheidung aus Rauchgasen zu optimieren.

CO2-Abscheidung aus Rauchgasen optimieren

„Gelingen soll dies mittels eines symbiotischen Carbon Capture and Utilization Prozesses, der Direktelektrolyse von CO2 aus Rauchgas, denn dies gewährleistet eine energieeffiziente Head-to-Tail-Prozessführung“, erzählt Philipp Stadler, Process Engineer bei Rohrdorfer Zement.

Wie in der Natur kommt auch bei dieser Innovation die Kraft aus einer Zelle: Die neuartige CO2-Absorptions- und Elektrolysezelle, die den Prozess deutlich verschlankt und die Energieeffizienz erhöht, wird von vier oberösterreichischen Unternehmen gemeinsam mit der Universität Innsbruck entwickelt.

Lokale Unternehmen am Forschungsprojekt beteiligt

Basis dazu ist die Modellierung und Simulation der neuen Prozesstechnologie durch Experten der ENRAG, eines jungen Unternehmens aus Attnang-Puchheim. „Die Performance der Anlage kann bereits während der Engineering Phase detailliert untersucht werden. Das spart Zeit und Kosten“, erklärt ENRAG-Geschäftsführer Roland Eisl.

In der Firma Hatschek am Standort Gmunden wird die Elektrolysezelle designt sowie mit chemischen Versuchen und Langzeitmessungen optimiert.

Die Scheuch GmbH, Anlagenbauer und Spezialist für Luft- und Umwelttechnik aus Aurolzmünster, plant und fertigt die Komponenten für eine modulare Industrieanlage.

Die Expertise für den Industrieanlagenbau hinsichtlich Trenntechnik und Zellenperipheriebau bringt GIG Karasek mit Fertigungsstandorten in Attnang-Puchheim und Gloggnitz sowie einem Planungsbüro in Graz ein.

Die Arbeitsgruppe für Material- und Elektrochemie am Institut für Physikalische Chemie der Universität Innsbruck ist für die Grundlagenforschung im Projekt verantwortlich und untersucht u.a. die qualitative und quantitative Natur der Produkte.

Umweltfreundliches Geschäftssystem

„Das übergeordnete Ziel ist, die CO2-Nutzung als künftigen Geschäftszweig zu etablieren und einen Innovationsschritt in der energieeffizienten Abgasreinigung und somit weiter Richtung Dekarbonisierung zu machen und zu implementieren. Kohlendioxid kann durch innovative Technologien mittelfristig als Rohstoff nutzbar gemacht werden – etwa für Kunststoffe oder Kraftstoffe“, betont Dorian Wessely, Leiter des Cleantech-Clusters und verantwortlich für das Projektmanagement. Aus seiner Sicht kann so eine effiziente Kohlenstoffkreislaufwirtschaft aufgebaut und der Einsatz fossiler Ressourcen wie Erdöl oder Erdgas verringert werden.

Das Projekt soll im Jänner 2023 abgeschlossen sein, es wird aus Mitteln der oö. Wirtschafts- und Forschungsstrategie #upperVISION2030 vom Land OÖ gefördert.

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