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BEZIRK GMUNDEN. Am Sonntag, 29. September wählt Österreich einen neuen Nationalrat. Schon seit Wochen werben die Parteien um die Gunst der Wähler und präsentieren sich und ihre Wahlprogramme. In unserem Tips-Brennpunkt zur Nationalratswahl bieten wir eine kleine Entscheidungshilfe, indem wir die regionalen Spitzenkandidaten der großen Parteien aus dem Bezirk Gmunden näher vorstellen.

Am Sonntag, dem 29. September wird ein neuer Nationalrat gewählt. Tips gibt einen Überblick über die wichtigsten Forderungen der regionalen Spitzenkandidaten aus dem Bezirk Gmunden. (Foto: stock.adobe.com/ babsi_w)

Tips hat Bettina Zopf von der ÖVP, Elisabeth Feichtinger von der SPÖ, Markus Steinmaurer von der FPÖ, Ulrike Feichtinger von den Grünen und Heike Hufnagel von den NEOS zu ihren wichtigsten Zielen zu den Themen Klimaschutz, Migration, Arbeitsmarkt und Bildung befragt. Für alle Unentschlossenen soll dies eine kleine Hilfestellung sein, wen man am am Sonntag, dem 29. September mit seiner Stimme unterstützen soll.

Klimaschutz

Bettina Zopf (ÖVP): Wir gehen entschlossen den Weg der Mitte: Klimaschutz mit und nicht Klimaschutz gegen die Menschen. Bei erneuerbaren Energien setzen wir auf die gesamte Technologieplatte: unter anderem Forschung und Innovationen zum Thema Wasserstoff.

Elisabeth Feichtinger (SPÖ): Sozial gerechter Klimaschutz hat Priorität. In ländlichen Regionen müssen wir den öffentlichen Verkehr massiv ausbauen. Wir fordern eine Regelung für die Industrie, um CO2-Emissionen zu reduzieren. Klimaschutz darf kein Luxus sein.

Markus Steinmaurer (FPÖ): Umweltschutz ist mehr als Klima-Hysterie: Ich bin gegen eine De-Industrialisierung unter dem Deckmantel des Klimaschutzes. Ich sage Nein zum Verbot vom Verbrennermotor. Eine sinnvolle Investition ist z.B. das Speicherkraftwerk in Ebensee.

Uli Feichtinger (Grüne): Die Klimakrise ist die größte Herausforderung unserer Zeit. Die Hitze dieses Sommers zeigt, dass natürlich auch OÖ betroffen ist. Wir brauchen eine rasche Energie- und Mobilitätswende, sowie effektiven Bodenschutz. 

Heike Hufnagl (Neos): NEOS setzen auf den Ausbau erneuerbarer Energien und nachhaltiger Mobilitätskonzepte. Wir wollen eine aufkommensneutrale CO2-Steuer, die Bodenversiegelung eindämmen und klimafreundliche Innovationen fördern, für unsere Region.

Migration

Bettina Zopf (ÖVP): Wir wollen Abschiebungen in Herkunftsländer umsetzen. Unsere Asylbremse wirkt. Wir stehen für ein restriktives Fremdenrecht. Wir wollen entscheiden, wer zu uns kommt – und nicht kriminelle Schlepper. Wir wollen den Strafvollzug in Drittstaaten.

Elisabeth Feichtinger (SPÖ): Österreich hat viel Verantwortung übernommen, die faire Verteilung von Asylwerbern muss in der EU sichergestellt werden. Wir müssen Migranten einen Integrations-Kompass geben: unsere Werte wie Demokratie, Menschen-, Frauenrechte.

Markus Steinmaurer (FPÖ): Grenzschutz und volle Härte gegen Kriminelle und Islamisten. Missbrauch des Gastrechtes bedeutet ein Ende des Aufenthalts. Zudem ein Verbotsgesetz gegen den politischen Islam. Integrierte Einwanderer/Leistungsträger sind herzlich willkommen.

Uli Feichtinger (Grüne): Abschottung ist widersinnig. Wir leiden unter Fachkräftemangel, darum brauchen wir Menschen, die hier arbeiten möchten, gerade in der Pflege, in der Gastronomie. Integration ist keine Einbahnstraße, sie erfordert Bereitschaft und Verpflichtungen.

Heike Hufnagl (Neos): Wir brauchen qualifizierten Zuzug, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Asylwerbende sollten einen einfacheren Zugang zum Arbeitsmarkt erhalten – das fördert auch die Integration und senkt die Sozialausgaben. 

Arbeitsmarkt

Bettina Zopf (ÖVP): Wir stehen für eine echte Leistungsgerechtigkeit, deshalb wollen wir einen Vollzeitbonus von 1.000 Euro einführen, Überstunden steuerfrei machen, Arbeiten in der Pension von Abgaben befreien und die Lohn- und Einkommensteuer senken.

Elisabeth Feichtinger (SPÖ): Die 4-Tage-Woche für eine sozial gerechte Arbeitswelt, besonders für Frauen. Viele arbeiten in Teilzeit, weil sie einen Großteil der unbezahlten Care-Arbeit übernehmen. Die 4-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich schafft gleiche Bedingungen für alle.

Markus Steinmaurer (FPÖ): Leistung muss belohnt werden: weniger Steuern, Abgaben und Lohnnebenkosten. Weniger Bürokratie. Ich habe im Bundesrat einen Antrag gestellt, die Besteuerung von Überstunden zu streichen. Dieser Antrag wurde leider abgelehnt.

Uli Feichtinger (Grüne): Der Arbeitsmarkt wandelt sich. Energiewende und Klimaschutz bieten Chancen für neue, nachhaltige und qualitätsvolle Arbeitsplätze. Bildung und Weiterbildung sind die Schlüssel. Aktive Arbeitsmarktpolitik muss die Grundlagen dazu schaffen. 

Heike Hufnagl (Neos): Die ÖVP ist seit 37 Jahren in der Regierung – das Ergebnis: ausufernde Bürokratie, eine stagnierende Wirtschaft. Mitarbeitende kosten zu viel, haben aber zu wenig Netto vom Brutto. Wir fordern eine Entlastung der Wirtschaft, das schafft Arbeitsplätze.

Bildung

Bettina Zopf (ÖVP): Verstärkung digitaler Kompetenzen, bei der Schulentwicklung setzen wir auf Vielfalt und bestehende Stärken. OÖ soll das Kinderland Nr.1 werden: Gratis Krabbelstube am Vormittag, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, mehr Betreuungspersonal.

Elisabeth Feichtinger (SPÖ): Jeder soll die gleichen Chancen auf Bildung bekommen. Jedes Kind verdient die Möglichkeit auf einen kostenlosen, hochwertigen Kindergartenplatz ab dem 1. Lebensjahr. Bildung muss für alle zugänglich sein, unabhängig vom Einkommen.

Markus Steinmaurer (FPÖ): Konzentration auf leistungsorientierte Bildung. Stärkung von lokalen Schulen, eine praxisnahe, zukunftsorientierte Ausbildung. Wir fordern kleinere Klassengrößen, mehr digitale Ausstattung und verstärkten Fokus auf Lehrberufe und MINT-Fächer.

Uli Feichtinger (Grüne): Bildung ist entscheidend für den Lebensweg. Sie beginnt im Kindergarten, dort braucht es verbesserte Rahmenbedingungen. Bildung darf keine Frage von Herkunft und sozialem Umfeld sein. Wir arbeiten intensiv an Chancengleichheit.

Heike Hufnagl (Neos): Ein modernes Schulsystem mit besten Bildungschancen für alle, mehr Schulautonomie und einen Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab dem 1. Geburtstag. Ein Chancenindex soll Schulen unterstützen und für gleiche Startchancen sorgen.


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