Erstes Schul-Wetterfest Österreichs in Schlüßlberg aus Taufe gehoben
SCHLÜSSLBERG. Ziel des ersten österreichischen Schul-Wetterfestes im Schlüßlberger Schulgarten war, die Kinder mit dem Element Wetter und seinen immer unberechenbarer werdenden Kapriolen dort vertraut zu machen, wo es passiert: In der freien Natur und nicht auf der Smartphone-App.

In fünfmonatiger Kooperation haben Hans Gessl und die Lehrer ein Wetterfest auf die Beine gestellt, das wahrscheinlich sogar aus Sicht des Wettergottes nicht besser hätte laufen können. „Was da an Wertschätzung, Spaß und Kreativität zwischen den Lehrern, den Kindern und mir entstanden ist, war unglaublich. Die doch lange Vorbereitung, die Abwicklung, und auch der Nachhall unter bestmöglicher Nutzung der vorhandenen Möglichkeiten und das sozusagen neben dem regulären Schulbetrieb sind ein Beweis dafür, dass Schule und gelebte Kreativität funktionieren, wenn mit Gespür an eine Idee herangegangen wird. Und dass überzeugenden Ideen auch von oben, sprich vom Wettergott, belohnt werden, das hat sich eindeutig gezeigt“, resümiert Hans Gessl.
Der Grieskirchner, der heuer gemeinsam mit Landeshauptmann Josef Pühringer die Initiative „Wir sind Wetter“ aus der Taufe gehoben hat, stellte gemeinsam mit 17 Lehrern und 140 Schülern der Volksschule Schlüßlberg das erste österreichische Schul-Wetterfest auf die Beine.
Buntes Wetterprogramm
Einem gemeinsamen Sonnen-Begrüßungsgesang folgte etwa ein Dialog mit dem himmlischen Wetterpetrus. „Genau an dieser Stelle haben sich die Wolken gelichtet, wie wenn ein Tor im Himmel aufginge. Die Kinder waren total begeistert und haben sich wirklich gefragt, wie wir das gemacht haben“, schmunzelt der Wetterhans. Eine dynamische Luftdruckgymnastik zu einer eigens entwickelten Klangfolge, machte die Kinder mit dem Zusammenspiel von Blut- und Luftdruck vertraut. Bei einer Frage-Viertelstunde wurden im Anschluss Begriffe wie Wetterschaun, Wetterfühligkeit und Wetterelastizität besprochen. „Als ich fragte, wer denn weiß was Wetterfühligkeit bedeutet, kam ein kleiner Junge zu mir gelaufen. Er hat erzählt, dass er sich den Arm gebrochen hatte und jetzt wetterfühlig sei. Ich bin immer noch ganz begeistert von der Freude und der Dynamik, mit der die Kinder bei der Sache waren“, so Gessl. Wichtiger Programmpunkt mit Nachhaltigkeitseffekt war die Bodenversiegelungsperformance, bei der Kinder mit Gießkannen den Weg des Regens veranschaulichten. Einerseits auf einer Rasenfläche, wo er versickern kann und andererseits auf Beton, wo er zum Teil leider unheilbringende Wege sucht. Dynamischer Höhepunkt war die „Wir sind Wetter“-Show, in der mit Wettergstanzln, Schülern als Themenmoderatoren und verschiedenen Musikensembles das Zusammenspiel von Sonne, Wolken und Wind aufgezeigt und in Gruppendarbietungen präsentiert wurde.
5 Jahre Schulgarten
Austragungsort war der vor fünf Jahren unter Schulleiterin Brigitte Eschlböck ins Leben gerufene Schulgarten. In einem 5-Jahres-Plan entwickelt, war es jeder Schülergeneration vergönnt, einen Teil des Gartens mitzugestalten und einen Beitrag für nachfolgende Schülergenerationen zu leisten. In etlichen Eltern-Kinder-Lehrer-Projekten wurden heimische Stauden, Sträucher und Bäume gepflanzt. Zudem wurden eine Weidenspinne und ein Weidentunnel errichtet sowie ein Hochbeet bepflanzt und Insektenhotels gebaut.
Heute lädt der Schulgarten zu Turnstunden im Freien, bewegtem Lernen und aktiven Pausen ein.


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