Lukas Strasser: „Ich möchte einfach eine Chance bekommen und gebraucht werden“

Sabrina Lang Sabrina Lang, Tips Redaktion, 06.02.2019 15:59 Uhr

GRIESKIRCHEN. Lebensfroh, gesellig und für jeden Spaß zu haben – Lukas „Luki“ Strasser ist 21 Jahre alt, befindet sich mitten im Leben und hat einen großen Wunsch: endlich eine Arbeit zu finden.

 

Sauerstoffmangel, so wurde vor 21 Jahren bei der Geburt von Lukas Strasser vermutet, führte dazu, dass er sein Leben lang im Rollstuhl verbringen muss. Sein Schicksal hält den jungen Mann aber nicht davon ab, das Leben zu genießen, Zeit mit seinen Freunden zu verbringen oder beim Basketball-Verein „The Rolling Bones“ aktiv zu sein. Als großer Fußballfan ist er bei allen Spielen seines Lieblingsvereins, der SV Ried, live dabei. Luki ist gerne unter Leuten, daher möchte er auch gerne Arbeit finden, wo er viel mit Menschen zu tun hat. „Ich wünsche mir Arbeit, wo ich unter Menschen bin und ihnen weiterhelfen kann, wenn sie Fragen haben“, erzählt der 21-Jährige.

 

50 Bewerbungen

Im Oktober 2017 schloss Strasser seine Teillehre zum Bürokaufmann bei der Miteinander GmbH in Wels ab. Seither war es für den jungen Mann unmöglich, Arbeit zu finden. Mehr als 50 Bewerbungen hat er geschrieben, Rückmeldungen kamen kaum und wenn, hieß es, dass es gerade kein Betätigungsfeld für ihn gäbe oder die Wahl bereits auf jemand anderen gefallen sei. Das frustriert. Dabei geht es Luki in erster Linie darum, als Mensch nützlich zu sein. „Ich möchte selbst etwas beitragen können und zeigen, was in mir steckt. Es wäre schön, wenn ich eine Arbeit finde, wo die Kollegen positiv gestimmt sind und sich einfach jemand freut, wenn ich zur Tür hereinkomme. Man sich einfach freut und schätzt, dass ich mitarbeite“, so der 21-Jährige. „Und natürlich möchte ich das Gelernte aus der Ausbildung wieder im Beruf umsetzen.“

 

Lehre zum Bürokaufmann

Mit seiner Teillehre zum Bürokaufmann, guten EDV-Kenntnissen, seiner kommunikativen und gewissenhaften Art hätte Lukas gute Voraussetzungen, um einen Arbeitsplatz zu finden. Seine Motivation ist groß. Dennoch will es nicht klappen. „Ich hatte einen Sonderschullehrplan. Natürlich bin ich langsamer und Zeit ist bei mir ein wichtiger Faktor. Am Anfang bräuchte ich jemanden, der mich ein bisschen begleitet und sich Zeit nimmt für die Einarbeitung. Daran scheitert es leider schon oft“, ist der junge Mann enttäuscht. „Ich bin sehr loyal, mit mir kann man alles ausmachen und ich würde zu 100 Prozent hinter der Firma stehen“, erklärt der 21-Jährige. „Ich bin offen für neue Aufgaben und Aufträge. Ich will verschiedene Sachen sehen und viele Bereiche kennenlernen“, meint Lukas.

 

Förderungen für Lukas

Lukas hat aufgrund seiner Pflegestufe Anspruch auf eine persönliche Assistenz am Arbeitsplatz, diese unterstützt ihn bei Tätigkeiten, die er alleine nicht schafft. Bezahlt wird diese Assistenz vom Sozialministerium. Zudem gäbe es für Betriebe viele Förderungen bei Gehalt oder bei eventuell nötigen Umbaumaßnahmen. Zudem hat Lukas einen „Behinderteneinstellschein“. Das bedeutet, er ist bis zum vierten Jahr jederzeit kündbar.

 

Sicherheit für die Zukunft

Unterstützt wird Lukas unter anderem von seiner Mutter Maria Strasser: „Es ist einfach nicht gut, dass ein junger Mann, den wir so gefördert haben und der die bestmögliche Ausbildung macht, jetzt zu Hause sitzen muss und keine Perspektive hat. Er möchte so gerne finanziell unabhängig und abgesichert sein“, so Strasser und ergänzt: „Integration ist in aller Munde und so wichtig. Die Integration, die in der Schule so vorangetrieben wird, sollte beim Arbeitsplatz nicht aufhören“, sagt die Mutter und meint abschließend: „Wir haben uns nicht gedacht, dass die Arbeitssuche so schwierig wird“.

Unternehmen, die Lukas gerne kennen lernen möchten, können sich jederzeit unter 0650/9917817 oder strasserlukas@yahoo.de melden.

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