Streunerkatzen als Problem: Großes Kastrationsprojekt im Bezirk Grieskirchen gestartet

Streunerkatzen als Problem: Großes Kastrationsprojekt im Bezirk Grieskirchen gestartet

Sabrina Lang Sabrina Lang, Tips Redaktion, 25.06.2019 17:50 Uhr

BEZIRK GRIESKIRCHEN. In einer kleinen Ortschaft im Bezirk Grieskirchen mit 200 Einwohnern hat sich Sabine Auer einem besonderem Projekt verschrieben: Sie fängt Streunerkatzen ein und lässt sie kastrieren. Ein Stück Tierleid mindern, das ist dabei das Hauptanliegen der Lambacherin, die für ihr Vorhaben einen eigenen Verein, die „Streunerkatzen OÖ“, gründete.

Seit 2005 gibt es in Österreich die Kastrationspflicht für alle Katzen mit Freigang. Ausgenommen waren Katzen in bäuerlicher Haltung. 2016 fiel auch diese Ausnahme. „Heute sind nur noch Katzen von der Kastrationspflicht ausgenommen, die zur Zucht verwendet werden und genau diese Gesetzespassage mache große Probleme“, erklärt Sabine Auer. Es sei sehr einfach eine Zucht von Katzen anzumelden. „So ist es möglich, dass Landwirte, aber auch Privatpersonen mit nur einem Tier, eine Zucht anmelden und das Tier unkastriert die Gegend unsicher macht. Weibliche Tiere werden dabei von jedem x-beliebigen unkastrierten Kater oder kranken Streunerkater gedeckt“, erklärt Auer. „Das hat mit richtiger Zucht nichts zu tun. Ein seriöser Züchter, dem die Katzen ein Anliegen sind, würde seine Katzen nie draußen laufen lassen.“

Kastrationsprojekt gestartet

In einer kleinen Ortschaft mit 200 Einwohnern im Bezirk Grieskirchen, Sabine Auer möchte aus Schutz der Bewohner und der Katzen keine genaue Ortsangabe machen, hatte eine Person elf Freigängerkatzen zur Zucht angemeldet. Nachbarn hatten sich zuvor über die Fülle an Katzen beschwert. Die unkastrierten Katzen hätten alles markiert und die kastrierten Katzen verprügelt. Für Auer ist unverständlich, dass es sich hier um eine echte Zucht von Katzen handeln solle: „Die Tiere dürfen nicht einmal ins Haus und der ganze Ort erstickt förmlich in Katzen“.

31 Streuner gefangen

Im Februar und März habe Auer dort 31 Streuner eingefangen, dazu kämen acht Streuner, die 2014 vom Verein Katzenjammer sowie 18 weitere Katzen, die von Menschen vor Ort auf eigene Kosten kastriert wurden. „Somit gibt es jetzt im Ort schon mehr Streuner als Katzen, die einen Besitzer haben und ich bin mit meiner Fangaktion dort noch nicht fertig“, erklärt Auer.

„Man fühlt sich hilflos“

„Aus meiner Sicht müsse jede Katze kastriert werden, außer die in Zuchtbetrieben, wo die Katze umhütet wird, bei echten Züchtern“, erklärt Auer, die ihren Verein mit Spenden finanziert. Seit 2004 hat sie in Oberösterreich bereits 1.800 Katzen eingefangen, chippen und kastrieren lassen. Anschließend werden die Tiere wieder freigelassen. „Katzen brauchen Hilfe. Es muss in die Köpfe der Leute, dass wir hier ein massives Problem haben. Viele Menschen glauben, dass Katzen draußen alleine zu recht kommen, aber Hauskatzen sind keine Wildkatzen. Es käme ja auch niemand auf die Idee Hunde oder Pferde einfach frei draußen herumlaufen zu lassen“, stellt Auer klar und meint: „Man fühlt sich so hilflos, wenn man die Tiere sieht.“ Die Lambacherin arbeitet bei ihrem Projekt auch mit der Abteilung für Soziales und Tierschutz der Bezirkshauptmannschaft Grieskirchen zusammen. Abteilungsleiter Peter Zeilinger: „Unsere Aufgabe ist es, dass sich die Streunerpopulation nicht weiter ausbreitet.“ Auch Zeilinger sieht in der aktuellen Gesetzeslage ein Manko: „Das Problem ist, dass es im Tierschutzgesetz und den Vorschriften keine konkrete Vorgaben gibt, wie Zucht auszusehen hat. Deshalb sind uns auch die Hände gebunden. Man kann nur schauen, ob die allgemeinen Tierschutzbestimmungen eingehalten werden.“

Kastrationsmythen

Auer wird bei ihrem Kastrationsprojekt immer wieder mit Vorurteilen konfrontiert. Die Lambacherin stellt klar: „Auch kastrierte Katzen können Mäuse fangen. Es wird also mit Sicherheit keine Mäuseplagen geben. Katzen werden mit der Kastrationspflicht auch nicht aussterben. Es ist immer möglich bereits kastrierte Katzen aus Tierheimen oder von Vereinen zu bekommen. Es ist also keiner gezwungen teure Rassekatzen zu kaufen.“

Weitere Infos zum Projekt:www.facebook.com/streunerkatzen.ooe

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