LESERBRIEFE zum geplanten Handymast in Peuerbach

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Sabrina Lang Sabrina Lang, Tips Redaktion, 26.06.2020 13:09 Uhr

PEUERBACH. Zum Thema des geplanten Handymast in der Stadtgemeinde Peuerbach haben die Tips-Redaktion einige Leserbriefe erreicht. Tips-Leser können ihre Meinungen und Leserbriefe gerne an s.lang@tips.at senden. Es gilt zu beachten: Meinungen in Leserbriefen müssen sich nicht mit denen der Redaktion decken. Wir behalten uns vor, Briefe aus Platzgründen zu kürzen.

Zum Artikel „Geplanter Handymast in Peuerbach“ in der Tips-Ausgabe 25 vom 17. Juni

Landauf, landab rüsten die Mobilfunkbetreiber ihre bestehenden Mobilfunkstandorte auf oder erstellen neue Sendeanlagen. 5G ist in aller Munde, und wird...die Welt retten. Das Streamen eines HD Films am Smartphone mitten im Wald wird überlebenswichtig. So entnehmen wir es den bezahlten Anzeigen in den Medien. Leider werden die Gemeinden von den Betreibern beim Ausbau überrumpelt. Es herrscht – wie so oft bei wichtigen Entscheidungen absoluter Zeitdruck? Unter anderem muss natürlich auch der Wirtschaftsstandort gesichert werden. Ein weiterer angeblicher Grund für den Ausbau vom Mobilfunk und 5G im Besonderen. Die Macht der Gemeinde ist beim Mobilfunkausbau größer als es von den Betreibern: Über die Instrumente wie Flächenwidmungen, Bauverhandlung und über die Eigentumsrechte der Gemeinde. Auch wenn das Leitungsrecht vor kurzem neu definiert wurde. Die Rechte gehen weiter, als manche zu wissen glauben oder zugeben wollen. Fazit: Die Kommunen müssen sich nur trauen. Die meisten tragen ja auch stolz das Prädikat „Gesunde Gemeinde“. Daraus sollte sich wohl eine gewisse Verantwortung – den Bürgern gegenüber – ableiten lassen.Die Verantwortung dafür, dass diese Technik sicher für die Bevölkerung und auch energieeffizient ausgebaut wird, hat die Politik leider zunehmend per Gesetz an die Betreiber ausgelagert. Etwas zieht sich wie ein roter Faden beim ganzen Mobilfunkausbau durch. Eine sagenhafte Intransparenz der Betreiber gegenüber den Gemeinden, den Anrainern und auch den Landesbehörden. Ursache dafür ist die per Gesetz verhinderte Einsicht (auch der genannten Behörden) in die Ausbauunterlagen und Planungen. Zum Mobilfunkausbau selbst: Funklöcher gibt es in Österreich – wo sich Wohngebiete befinden – so gut wie keine mehr. Trotzdem beklagen sich Nutzer manchmal wegen schlechtem oder keinem Mobilfunkempfang. Das liegt an der per Gesetz zugelassenen Regelung, dass alle Mobilfunkbetreiber ihr eigenes Netz ausbauen dürfen. Somit entstehen seit Anbeginn in Österreich drei parallele Netze nebeneinander. Der Nachbar hat also guten Empfang weil zufällig sein Betreiber in der Nähe einen Standort hat. Man selbst hat jedoch vielleicht schlechteren Empfang.Mobilfunk benötigt für die gleiche Datenrate mehr als zehn Mal soviel Energie wie eine kabelgebundene Lösung. In Zeiten von zunehmender Klimaveränderung ein klares No-Go. Die Betreiber geben gern an, dass sie nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen informieren und der Ausbau gesundheitlich unbedenklich sei. Interessanterweise widerspricht dies dem kürzlich erschienenem Briefing des wissenschaftlichen Dienstes der EU. Bei einer Technik bei der man nicht ausreichend ihre Unbedenklichkeit belegen kann, sollte aus Schutz der Bevölkerung gegenüber das Vorsorgeprinzip gelten, welches auch im neuen Regierungsprogramm vorkommt und ein EU Recht ist.Die Devise sollte lauten: „Nützen wir Technik sinnvoll energieeffizient und ressourcenschonend. Nehmen wir dabei Rücksicht auf die Gesundheit der Bevölkerung.“

von Wilfried Kraft,

Bezirkssprecher der Grünen, Wallern

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Glasfaser statt gesundheitsgefährdenden 5G Handymast in Peuerbach

Bei der Gemeindezusammenlegung von Bruck-Waasen und Peuerbach wurde uns versprochen das (strahlungsfreie) Glasfasernetz im Gemeindegebiet flächendeckend auszubauen. Stockt es nun? Ganz schnell wollte der Peuerbacher Gemeinderat entscheiden, einen 5G fähigen Handymasten in unmittelbarer Nähe (rund 300 m) eines Wohngebietes durch die Umwidmung eines Grundstückes zu bewilligen. Nun möchte der Gemeinderat mehrheitlich in der kommenden Sitzung am 9. Juli und aufgrund der Corona Krise eventuell unter Ausschluss der Öffentlichkeit, den Beschluss fassen. Die versprochenen Informationen an Gemeinderäte und Bürger/Anrainer durch Experten muss aber unbedingt vor einer Beschlussfassung geschehen um objektiv entscheiden zu können. Dies reicht aber nicht aus, nur eine Woche vorher. Es wäre ja nicht so dringend, wir in Peuerbach brauchen doch nicht Vorreiter sein. Bereits Länder wie Belgien und das Bundesland Bayern haben den Ausbau des 5G Netzes gestoppt. Mehrere Kommunen entscheiden sich schon jetzt aus gesundheitlichen Gründen für 5G freies Gemeindegebiet. Bekanntlich laufen europaweit Petitionen an die europäische Kommissionspräsidentin, die Länder Deutschland, Schweiz, Österreich und auch in zahlreichen Gemeinden. Der gesamte Gemeinderat in Peuerbach sollte sich genauer mit der Materie befassen um objektiv das Für und Wieder abzuwägen und nicht schnell und leichtfertig zu entscheiden. Den auf das 5G Netz ausgerichteten 36 Meter hohen Handymasten in Unterheuberg brauchen wir wirklich nicht. Die Auswirkungen auf unsere Gesundheit wurden noch nicht ausreichend erforscht und sind noch nicht abzuschätzen. Außerdem melden bereits mehrere Gemeinden Schäden an Tieren. Wann werden sich bei uns Menschen in der nächsten Generation, im besonderen unseren Kindern und Enkeln, Gesundheitsprobleme bemerkbar machen. Wäre daher nicht der ohnehin versprochene Ausbau des strahlungsfreien Glasfasernetzes, beziehungsweise wenn nötig, ein wechseln des Handynetzbetreibers, sinnvoller?

von Richard Huber

ehemaliger Gemeinderat, Gemeindevorstand, JVP und ÖAAB-Obmann von Bruck Waasen, Peuerbach

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Betrifft: Artikel „Geplanter Handymast in Peuerbach“

Meine berufliche Hauptaufgabe ist es, die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt zu fördern, und daher ist auch das Thema Strahlung sehr wichtig für mich. Denn, wie wir in den letzten Wochen und Monaten so eindrücklich erlebt haben, kann auch „Etwas“, das wir nicht sehen können, einen massiven Einfluß auf unseren Körper haben. Daher bin ich hocherfreut und dankbar, dass unsere Gemeindepolitiker ihre Verantwortung gegenüber der Bevölkerung ernst nehmen, und die Bürger über alle Aspekte des Mobilfunks informieren. Ich freue mich sehr, dass Professor Mosgöller am 1. Juli, in Peuerbach, dazu einen Vortrag halten wird. Er forscht an der Med-Uni Wien zum Zusammenhang zwischen Mobilfunk und Krebsgeschehen im Körper. Er gehört zu den international wichtigsten Experten auf diesem Gebiet und wurde dazu an den obersten Gerichtshof der USA berufen. Die Zeit der passiven Bürger ist vorbei. Wir wollen als Bürger aktiv an den Entscheidungen der Gemeinde mitwirken, besonders wenn es um unsere Gesundheit und 5G-fähige Handymasten geht. Und das ist nur möglich, wenn uns auch alle wichtigen Informationen zur Verfügung stehen. Daher ein herzliches Danke an die Gemeinde, für die Organisation des Vortrags und an die Aktionsgruppe, rund um Daniela Pointinger und Anita Steinbock, die ihr Bestes tun um die Bevölkerung aufzuklären. Ich finde Ihr Motto: „Lieber Glasfaser statt 5G“ großartig, besonders - da die Versorgung der Gemeinden Peuerbach und Bruck Waasen, mit dem Glasfasernetz, bei der Zusammenlegung der Gemeinden, vom Bürgermeister fest versprochen wurde. Natürlich wollen und brauchen wir alle die Anbindung an die digitale Welt, und das ist schließlich mit dem Glasfasernetz hervorragend möglich.

von Angelika Lübke, Peuerbach

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Betrifft: Artikel „Geplanter Handymast in Peuerbach“

5G ist in aller Munde und wird kontroversiell diskutiert. Während die einen auf einen durchgehend perfekten Handy- und ultraschnellen Datenempfang immer und überall hoffen, fürchten die anderen gesundheitliche Gefahren für Mensch und Tier. Bei Zweiten handelt es sich nicht etwa um eine kleine Gruppe ewig Gestriger, denen jeder Fortschritt suspekt ist. Nein, es sind unzählige besorgte Bürger, die sich nicht von den fantastisch anmutenden Versprechungen der 5G Betreiber einlullen lassen, sondern diese hinterfragen. Zurecht. Denn Niemand ist in der Lage, heute schon eine gesicherte Antwort darauf zu geben, ob und wie sich die neuen Frequenzen in Zukunft auf Körper und Psyche auswirken werden. Das ist auch der Grund, warum Städte wie Brüssel oder Genf mit dem Ausbau von 5G noch abwarten. Die 5G Betreiber, die die ganze Welt mit ihren, um horrende Summen versteigerten Frequenzen überziehen wollen, sind in der Bringschuld. Sie müssen uns Bürgern eindeutige, unabhängige Beweise für ihre Unschädlichkeit vorlegen. Und bis es soweit ist, müssen die Bedenken und Ängste der verunsicherten Menschen ernst genommen und berücksichtigt werden. Die oberste Priorität eines jeden Bürgermeisters und Gemeinderats ist es, sich um das Wohl der Bürger zu sorgen. Dafür sind sie gewählt worden. Wenn euch nun, wie in Peuerbach, eine Initiative besorgter Menschen zusammenschließen, um das Aufstellen eines 5G Handymasten vor ihrer Haustür zu verhindern, dann ist es die Pflicht der gewählten Gemeindevertreter und allen voran des Bürgermeisters, sich um diese Menschen zu kümmern und nicht, sie als Feinde zu betrachten. Die von der Gemeinde am 1. Juli angesetzte Infoveranstaltung, die wegen der Corona – Beschränkungen nur 250! von 5500! Einwohnern besuchen können, als Basis für die Abstimmung im Gemeinderat eine Woche später heranzuziehen, ist ein Hohn und zeigt leider deutlich, welche Interessen in Peuerbach im Vordergrund stehen.

von Silvia Humer, Peuerbach

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„Geplanter Handymast in Peuerbach“

Als ich vor mehr als einem Jahr meinen Lebensmittelpunkt von Wien nach Peuerbach gelegt habe wollte ich das hektische Leben und die permanente Strahlung hinter mir lassen. Nun sehe ich auch hier in Peuerbach eine Bedrohung auf uns zukommen. Als ehemaliger Mitarbeiter eines Telekomanbieters kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass die Strahlung von Handys und Handymasten real ist und einen starken Einfluss auf den Körper haben kann. Meine Kopfschmerzen haben durch den damaligen Umstieg auf 4G in der Firmenzentrale stark zugenommen. Ich bin technisch versiert und finde die mobile Nutzung von Daten gut, nur die Frage ist – wie schnell muss es noch werden? Ich unterstütze die Aktion Glasfaser statt 5G, da meiner Meinung nach eine erhöhte Strahlung durch ein dichteres Mobilmasten Netz im ländlichen Raum unnötig ist und mit einem gut ausgebauten Glasfasernetz alle Haushalte gut versorgt werden könnten. Darüber hinaus funktioniert IoT (Internet of things) auch mit 3G/4G hervorragend. Ich werde die Veranstaltung von Prof. Mosgöller am 1. Juli im Melodium besuchen, da mir eine objektive Aufklärung und die Gesundheit der Bevölkerung sehr wichtig ist.

von Wilhelm Rems, Peuerbach

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