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BEZIRK GRIESKIRCHEN. Dosen und Plastikflaschen säumen oft die Wiesen neben den Straßen. Achtlos weggeworfener Müll schaut nicht nur grausig aus, sondern verärgert zunehmend auch die Landwirte. Immer wieder wird der Ruf für einen Dosen- und Flaschenpfand laut. Die Landwirtschaftskammer unterstützt die Idee zur Einführung eines Pfandsystems. Gegenwind kommt vom Handel.

Damit solche Bilder der Vergangenheit angehören, wird der Ruf nach einem Pfandsystem für Dosen und Plastikflaschen laut. Der Lebensmittelhandel steht dieser Idee skeptisch gegenüber. Foto: LK OÖ

Fünf Minuten Genuss, 200 Jahre eine Belastung für die Natur - so lange benötigt eine Aludose, um sich in der Umwelt zu zersetzen. Eine sinnvolle Antwort auf die Frage, warum Getränkedosen einfach achtlos aus dem Auto geworfen werden, kann wohl niemand geben. Umweltsünder sollen mit einem Dosen- und Plastikpfand zum Umdenken bewegt werden. Das wünscht man sich unter anderem von Seiten der Landwirtschaft, die durch den Müll in den Wiesen eine große Gefahr für die Gesundheit von Weidetieren sieht. Keine Freude mit einem Pfandsystem hat der Handel.

Kein Platz für Leergutautomat

„Ich bin gegen ein Pfandsystem, das am Rücken und auf Kosten der Lebensmittel-Händler eingeführt werden soll“, stellt der Obmann des O.Ö. Lebensmittelhandels und Inhaber von Nah&Frisch-Märkten in St. Agatha und Ottensheim, Wolfgang Benischko, klar. Laut Benischko lägen die Anschaffungskosten für einen Leergutautomat zwischen 30.000 und 50.000 Euro. „Die kleinen Händler haben schlichtweg keinen Platz für einen Automaten, da das ganze Lager teilweise nur 50 Quadratmeter hat. Personalkosten von zirka 1,5 Stunden täglich sind enorm, der Platz für die gesammelten Flaschen in Big Packs ist nicht vorhanden und dann gibt es noch das Hygieneproblem mit den nicht gereinigten Gebinden“, sagt der Lebensmittelhändler, der ein Pfandsystem ablehnt.

Appell: Ordentlich sammeln

Weder lande dadurch weniger Plastikmüll in den Weltmeeren noch werde dadurch der Kauf von Mehrwegflaschen erhöht, ist sich Benischko sicher. „Es wird sicherlich unmerklich besser, aber Menschen, die jetzt noch immer nicht die Umwelt schonen, werden leider auch trotz ein paar Cent Pfand ihre Dosen weiterhin am See, im Wald und am Berg entsorgen. Daher kann man nur auf die Konsumenten einwirken, ordentlich zu sammeln und auch die Plastikgebinde nicht im Hausmüll zu entsorgen, denn das zählt nicht als gesammelt. Auch sollte dieses nicht in der Natur vergessen werden“, so Benischko.

Gefahr für Tiere

Ein massives Problem stellen die weggeworfenen Dosen und Flaschen für die Landwirtschaft dar. „Die Verschmutzung der Wiesen ist nicht nur lästig, sondern auch gefährlich, vor allem für die Rinder“, stellt Bezirksbauernkammer-Obmann Martin Dammayr klar. Für ihn stellt sich die Frage, warum es überhaupt eine Dose braucht. Durch den Müll in den Wiesen werde Tierquälerei betrieben, die aber keinesfalls vom Landwirt ausgeht. „Wenn ein Pfandsystem die Sammelfreude verstärkt, wäre es gut“, so Dammayr.

KOMMENTAR: Wenn mit der Dose auch das Hirn aus dem Auto fliegt

Wenn Plastikflaschen, Getränkedosen oder Sackerl von Fast-Food-Ketten die Wiesen neben den Straßen säumen, fragt man sich zwanghaft: Warum? Mit welchem Hintergedanken werfen Menschen Müll aus den Fenstern ihrer Autos? Wahrscheinlich mit gar keinem, denn wie es scheint, fliegt mit der Getränke-Dose auch das letzte Stück Intelligenz mit auf die Straße. Die Umwelt als Mistkübel zu missbrauchen, ist kein Kavaliersdelikt und kann - gerade für Tiere in der Landwirtschaft - lebensgefährlich sein. Ein Pfandsystem würde Umweltsünder zumindest für einen kurzen Moment an ihre Brieftasche denken lassen, bevor sie ihr Geld im wahrsten Sinne beim Fenster hinauswerfen.

von SABRINA LANG

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