Corona: So treffen die neuen Maßnahmen den Kulturbereich

Hits: 518
Ab sofort muss bei Veranstaltungen auch am Sitzplatz die Mund-Nasen-Schutzmaske getragen werden. Foto/Symboldbild: Melinda Nagy/shutterstock.com
Sabrina Lang, Leserartikel, 27.10.2020 17:02 Uhr

SCHLÜSSLBERG/BAD SCHALLERBACH. Mit den stark steigenden Corona-Zahlen wurden von der Bundesregierung neue Maßnahmen zur Eindämmung des Virus gesetzt. Diese wirken sich vor allem im Kulturbereich aus. Tips hat mit Hemma Scheicher von der Hofbühne Tegernbach und Peter Gillmayr vom Musiksommer Bad Schallerbach gesprochen.

Die neuen Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus würden vor allem – und wieder einmal – den Kulturbereich stark treffen. Besonders ein Punkt stößt sauer auf: Der Mund-Nasen-Schutz muss während der ganzen Veranstaltung, auch am Sitzplatz, getragen werden. Ausgenommen von dieser Regelung sind Veranstaltungen, die mehr als drei Stunden dauern. In Punkto Essen und Trinken gilt Folgendes: Wenn es sich um Veranstaltungen handelt, bei denen typischerweise Speisen und Getränke verabreicht werden, dürfen diese am Sitzplatz serviert werden. Diese Ausnahme wurde erst später bekannt und würde ihren Kulturbetrieb so weniger hart treffen, meint Hemma Scheicher von der Hofbühne Tegernbach. Im ersten Moment sei sie aber wütend und traurig gewesen über die neuen Bestimmungen und hat ein kritisches Schreiben an die Verantwortlichen auf Bundesebene verfasst. Scheicher wurde daraufhin persönlich vom Büro der Staatssekretärin Mayer, des Vizekanzlers und von der für den Kulturschutzschirm tätigen Nationalratsabgeordneten Maria Großbauer angerufen, um über diese nachjustierten, verbesserten Lösungen für Kulturveranstaltungen zu berichten.

Für das kulturelle Leben sehr schlimm

„Wenn es nach Allerheiligen bei uns wieder weitergeht, wird man sehen, wie sehr die neuen Verordnungen uns treffen. Da bei uns die meisten Veranstaltungen über drei Stunden dauern und seit zwei Jahrzehnten während der Vorstellung bei Tischen gesessen und konsumiert wird, werden uns die Regelungen nicht so hart treffen wie andere Kulturbetriebe. Aber die Veranstaltungen, bei denen das nicht so ist – an die muss man denken. Die trifft das sehr hart. Und das ist für das kulturelle Leben in Österreich sehr schlimm“, so Scheicher.Bei Veranstaltungen, die unter drei Stunden dauern und Besucher ständig Maske tragen müssen, sieht Scheicher eine Diskriminierung gegenüber Gasthausbesuchern: „Die wenigen Menschen, die in dieser Zeit noch Kultur unterstützen und erleben wollen, die diszipliniert einer Vorstellung zuhören und zuschauen, die mit Sicherheitsabstand platziert sind, dürfen nun, nachdem sie ihren Platz eingenommen haben, nicht wie Gasthausbesucher die Maske abnehmen. Das heißt für uns: Ein Kultur-Besucher wird einem Gasthausbesucher gegenüber diskriminiert. Deshalb haben wir uns über die neuen Verordnungen empört: Es wird das Kulturleben und die Existenz der Künstler und sicher auch teilweise Veranstalter massiv schädigen“, sagt Scheicher.

Kultur verhinden - geht nicht

„Die Fallzahlen in Grieskirchen sind sehr schlecht. Das optimiert nicht die Lage. Aber Kultur “verhindern„, weil sich die Leute im privaten Rahmen nicht an die Regeln halten – das geht nicht“, findet Scheicher. In der Hofbühne sei man keineswegs gegen Maskenpflicht. Die Einhaltung und Durchführung von Veranstaltungen mit den notwendigen Maßnahmen sei für sie sehr wichtig. In das Präventionskonzept wurde viel Arbeit investiert. Das sei mit ein Grund, warum Kulturbesuche zu den sichersten Aktionen gehören. Man respektiere und achte das Problem der Pandemie sehr.

„Das hält man aus“

Peter Gillmayr, Organisator des Bad Schallerbacher Musiksommers, hat mit den neuen Regeln kaum Probleme: „Die Maske am Platz zu tragen, hält man aus“, so Gillmayr. Auch wenn zurzeit die wenigsten Ansteckungen im Kulturbereich passieren, solle man nicht Kultur und Gasthäuser gegeneinander ausspielen. „Die Maske bejahen wir zu 100 Prozent“, sagt Gillmayr und betont, dass bei seinen Veranstaltungen bei jedem Besucher Fieber gemessen wird. „Es ist schade, dass Veranstaltungen abgesagt werden müssen, wo alles penibel dokumentiert wird, wo Menschen nur kommen, klatschen und wieder heimgehen, wo am Ende nicht mehr gefeiert wird und man gleichzeitig keine Handhabe für den privaten Bereich hat“, sagt Gillmayr.

Kommentar verfassen



Ab jetzt geht es rund: Peuerbacher Kreisverkehr eröffnet

PEUERBACH. Kleine Autos, Traktoren und Bagger stehen aufgereiht um den neu gebauten Kreisverkehr, der nach drei Wochen Bauzeit feierlich eröffnet wurde.

Guitar Brothers bei „Sound im Park“-Open Air

PEUERBACH. Nach dem großen Erfolg des „Sound im Park“-Open Airs vor zwei Jahren können sich Musikbegeisterte auch heuer wieder im Schlosspark in Peuerbach unterhalten lassen.

LKW blieb im Waldboden stecken

Aus unbekannter Ursache fuhr ein LKW-Fahrer in ein schmales Waldstück und blieb stecken. Die FF Wallern konnte Fahrer samt Wagen bergen.

Je mehr es glänzt, desto besser: Österreich zeigt sich bei Faustball-Bewerben siegessicher

GRIESKIRCHEN. Die Bezirkshauptstadt wird zur Weltstadt des Faustballs. Vom 28. Juli bis 1. August werden zeitgleich die Frauen-WM, die U18-WM und die U21- EM ausgerichtet.

Der kleine Laurenz wünscht sich Flügel, um zum Papa in den Himmel zu fliegen

ST. AGATHA/ PEUERBACH. Der dreijährige Laurenz spielt am Esstisch, sein kleiner Bruder Anton geht auf Schnullersuche und flitzt durch die Küche. Die beiden sind der ganze Stolz von Sophie Muckenhumer. ...

Gaspoltshofen: Unterschriftenaktion gegen Schwerverkehr gestartet

GASPOLTSHOFEN. Die Belastung durch den Schwerverkehr wird in Gaspoltshofen zum Wahlkampfthema. Die SPÖ startet eine Petition und will weniger Lkws durch das Nadelöhr im Ortskern fahren lassen.

Hebenstreit wird Spitzenkandidat für Eschenau

ESCHENAU. Daniel Hebenstreit geht für die Sozialdemokratische Partei in Eschenau als Spitzenkandidat ins Rennen. 

Mayrhuber will Bürgermeisterin sein

HAAG. Christine Mayrhuber tritt als Bürgermeisterkandidatin für die Freiheitliche Fraktion (FPÖ) in Haag an. Transparenz und Bürgernähe möchte die Politikerin in der Gemeindeverwaltung und in den ...