Peuerbacher Verein von Bildungsdirektion angezeigt

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Tanja Auer Tanja Auer, Tips Redaktion, 22.09.2021 11:08 Uhr

PEUERBACH. In einer Jausenstube sollen Kinder, die von der Schule abgemeldet wurden, im Verein „Hallo Welt!“ unterrichtet werden. Die Bildungsdirektion Oberösterreich erstattete Anzeige.

Nicht wie gewohnt, aber zumindest normaler als das vergangene Semester starteten die Kinder in den Herbstunterricht. Masken, regelmäßige Tests und Hygieneregeln sind jedoch immer noch an der Tagesordnung. Das stößt bei manchen Eltern auf Unverständnis und sorgt neben Zündstoff auch für Schulabmeldungen und die Bildung schulfremder Lerngruppen. Ein Verdachtsfall sorgt aktuell für Aufregung in Peuerbach im Bezirk Grieskirchen.

„Unterricht“ im Jausentreff

In der Ortschaft Achleiten werden in den Räumen eines Jausentreffs laut Vereins-Website alternative Lernmethoden mit Kindern von vier bis 15 Jahren erforscht. Der Gründer des Vereins ist im Bezirk kein Unbekannter. Der damalige Direktor dreier Volksschulen Michael Kaltseis wurde dienstfrei gestellt und anschließend als Direktor abberufen, nachdem er ohne Mund-Nasen-Schutz an einer Demonstration gegen Corona-Maßnahmen teilnahm und sich auch in der Schule weigerte, diesen zu tragen. Ob die Gruppe einem Stundenplan folgt und auf unterrichtende Tätigkeiten abzielt, muss nun durch die Bildungsdirektion geprüft werden. Diese zeigte den Peuerbacher Verein jetzt an.

Lerngruppe angezeigt

„Lerngruppen sind, im Gegensatz zu Privatschulen, ein relativ neues Gebiet für uns. Alle eingehenden Hinweise werden von uns geprüft“, sagt die Bildungsdirektion. Ein schulähnlicher Betrieb muss gegeben sein. Dazu gehört laut Bildungsdirektion eine Ansammlung von Kindern, die sich über Stunden trifft und mit einer pädagogischen Fachkraft nach Lehrplan vorgeht. Unterricht, der nicht zuhause stattfindet, ist daher als genehmigungspflichtige Privatschule anzusehen. Laut einer Mitbegründerin des Vereins sei die Gruppe jedoch als Betreuung, ähnlich wie bei Tagesmüttern, zu verstehen. Jetzt sollen Beweise gesammelt werden, denn die Bezirkshauptmannschaft Grieskirchen/Eferding ist für das weitere Handeln auf die Expertise der Schulaufsicht angewiesen.

Involvierten droht Strafe

Von den Erkenntnissen der Bildungsdirektion hängt dann auch ab, welche Strafen dem Betreiber, dem Personal und auch den Eltern drohen. Wenn es nicht die Eltern sind, die die Unterrichtspflicht erfüllen, sind Geldstrafen möglich. Auch Pädagogen, die statt in Schulen in verbotenen Lerngruppen unterrichten, müssen mit Konsequenzen rechnen. Zu den bisher 199 Schulabmeldungen, Tips berichtete in KW 37, kamen über das letzte Ferienwochenende in der Region Grieskirchen-Eferding-Wels noch 20 weitere Abmeldungen hinzu. Damit sind es für das Herbstsemester 219 Kinder, die von ihren Eltern aus der Schule genommen wurden. Der Peuerbacher Verein ist auch nicht der einzige, der als illegaler Lerntreff gemeldet wurde. Genaue Zahlen kann man bei der Bildungsdirektion jedoch nicht nennen.

„Wir sind bereit“

„Auch wenn man sich gut vorbereitet, weiß man erst beim Unterrichten selbst, ob es auch gelingt“, heißt es aus der Bildungsdirektion. Eltern können sich jederzeit wieder dazu entscheiden, ihre Kinder an der Schule anzumelden. „Wir sind bereit.“ Auch die Lehrer, für die es seit Beginn der Pandemie eine enorme Herausforderung ist, Kinder wie gewohnt zu unterrichten, begrüßen den Rückweg ins Klassenzimmer.

Keine Stellungnahme

Beim Peuerbacher Verein stand auf schriftliche Anfrage niemand zur Verfügung.

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