Singles treffen sich in Grieskirchen bei Speed Dating live zum persönlichen Gespräch
GRIESKIRCHEN. Während Online-Dating boomt, setzt eine Veranstaltungsreihe in Grieskirchen seit ein paar Jahren bewusst auf das Gegenteil: persönliche Begegnungen ohne Bildschirm. Speed Dating heißt das Konzept.

Die Idee dazu entstand eher zufällig. Inspiriert durch eine Werbekampagne eines Schuhhändlers zum Thema Speed Dating begann Ayse Akcan, sich intensiver mit dem Format auseinanderzusetzen.
Personliches wie früher
„Mir war das Persönliche ohne virtuelle Netzwerke wichtig – so wie früher – ohne lange Wartezeit auf ein persönliches Treffen“, erklärt sie. Ihr Ziel: Singles eine Plattform zu bieten, auf der sie sich authentisch, offen und ohne lange Wartezeiten kennenlernen können.
Passende Altergruppen
Das Konzept ist einfach, aber effektiv: Idealerweise treffen zehn Frauen und zehn Männer in einem Lokal aufeinander. Die Altersspanne reicht von 25 bis 65 Jahren, wobei die Teilnehmer in passende Altersgruppen eingeteilt werden. Zu Beginn werden Frauen und Männer getrennt empfangen, um eine entspannte Atmosphäre zu schaffen. Während eine Gruppe bereits Platz nimmt, wartet die andere noch außerhalb. Erst wenn alle angekommen sind, beginnt der Ablauf.
Wechselnde Gesprächspartner
Alle fünf Minuten wechseln die Gesprächspartner. So entsteht die Möglichkeit, innerhalb kurzer Zeit mit jedem Teilnehmer ins Gespräch zu kommen. „Die Teilnehmer haben Zettel vor sich, die wir zum Schluss einsammeln und in den nächsten Tagen auswerten“, erklärt Akcan. „Viele bleiben im Lokal sitzen und lassen den Abend ausklingen, um vielleicht das eine oder andere Gespräch noch weiterzuführen.“
Aufwendige Organisation
Die Organisation der Abende ist aufwendig. Neben Werbung und zahlreichen E-Mail-Kontakten mit Interessierten ist vor allem eines entscheidend: genügend Teilnehmer. „Es ist oft mühsam, genug Teilnehmer zu bekommen, weil hier im ländlichen Raum die Leute dieser Veranstaltung noch skeptisch und zaghaft gegenüberstehen“, sagt die Organisatorin. Rund 60 Prozent der Teilnehmer kommen daher aus anderen Bezirken. Auffällig sind auch Unterschiede zwischen den Altersgruppen: Während bei den Veranstaltungen für Jüngere mehr Männer teilnehmen, sind es bei den älteren Gruppen häufig mehr Frauen.
Überraschungen
Immer wieder kommt es zu überraschenden Momenten – etwa wenn Passanten spontan von der Veranstaltung erfahren und sich kurzerhand anschließen.
Die Nachfrage hat sich im Vergleich zur Anfangsphase etwas abgeschwächt, damals waren die Veranstaltungen oft besser besucht. Dennoch bleibt die Motivation bestehen.
Unverständnis
„Manche belächeln diese Veranstaltung, was ich nicht verstehen kann“, erklärt Akcan. Sie ist überzeugt davon, dass sich viele Menschen insgeheim einen Partner wünschen: „Leider liegt es in der österreichischen Mentalität: Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Die Neugier der Leute ist aber groß“, sagt die Grieskirchnerin. „Wichtig ist, dass ich es aus Überzeugung mache. Jeder ist erwachsen, und wenn jemand die Möglichkeit nutzen will, steht es ihm frei.“
Echte Begegnungen
Im Mittelpunkt steht für sie vor allem eines: echte Begegnungen. „Die Leute sollen ihre Zeit nicht auf Online-Portalen verschwenden, sondern den Wert eines persönlichen Gesprächs wieder schätzen lernen“, empfiehlt Akcan.


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