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GRIESKIRCHEN. Wenn Brigitta Waschnig das Klinikum Wels-Grieskirchen betritt, verfolgt sie eine Mission. Mit Zettel und Kuli bewaffnet wandert sie mit einer weiteren Person auf die Kinderstation und erkundigt sich bei den Krankenschwestern über die Patienten, schreibt Name und Alter sowie wichtige Informationen auf. Danach wirft sich die 45-Jährige in ihr Kostüm. Brigitta Waschnig ist keine Ärztin, sie kann auch keine Krankheiten heilen und dennoch kann sie so manchen Schmerz lindern – zumindest für Augenblicke.

Brigitta Waschnig ist Dr. Flora Florentine. Foto: Reinhard Winkler
Brigitta Waschnig ist Dr. Flora Florentine. Foto: Reinhard Winkler

Sobald die rote Plastikkugel auf der Nase sitzt und das Gummiband um den Kopf für besseren Halt gespannt wurde, ist die Verwandlung perfekt: Aus der Regisseurin und Schauspielerin Brigitta Waschnig aus Walding wird CliniClown Dr. Flo­ra Florentine. Nach ein paar Momenten taucht sie gemeinsam mit einer Kollegin in die bunte, schrille und lustige Clown-Welt ein. Die Privatperson wird an der Garderobe abgegeben und dann geht es los. Ein kurzer Blick auf den Zettel und rein in die Zimmer. Zuvor Notiertes wie „Der Patient ist gerade von einer OP aufgewacht, bitte Mantel und Mas­ke tragen, damit man keine Keime ins Zimmer trägt oder der Patient auf Zimmer zwölf hat heute Geburtstag...“ helfen den Clowns bei ihrer „Lachvisite“.

„Es gibt auch immer wieder Zimmer, wo wir nicht reingehen können, weil es die Verfassung des Patienten nicht zulässt oder jemand keine Clowns mag - das respektieren wir natürlich“, erklärt Brigitta Waschnig, die bei ihrer Visite als CliniClown viele wunderbare Momente und Begegnungen erlebe. Das Schönste sei, wenn die kleinen Patienten für ein paar Momente von der Realität abgelenkt werden können und es den Clowns gelingt, einen Menschen zu verzaubern. „Wenn da etwas im Zimmer bleibt, vom Lachen, Lächeln, ein Schimmer oder ein wenig Leichtigkeit, dann ist das das größte ­Geschenk für mich“, freut sich Brigitta Waschnig.

Auch einem dreijährigen Buben konnten Flora Florentine und ihre Clownkollegin glücklich machen, wie sie erzählt:. „Ich war mit meiner Clownskollegin Walli Wirbel zu Besuch bei einem Buben im Spital. Er war da schon seit Wochen stationiert, weil er an einer schlimmen Form der Neurodermitis litt und er auf diverse Lebensmittel ausgetestet wurde. Der arme Bursche war am ganzen Körper knallrot, das Ekzem überall. Es muss fürchterlich gejuckt und geschmerzt haben. Er brüllte wie am Spieß und kratzte sich wie besessen. Seine Oma war auch im Krankenzimmer. Zuerst war sie uns gegenüber fast ablehnend, weil sie von der Situation so überfordert schien. Sie konnte den Kleinen gar nicht mehr beruhigen und wollte ihn davon abhalten sich zu kratzen. Anfangs hat er uns nicht einmal wahrgenommen. Doch dann ging ich an sein Bett und setzte seinem Stoffbären eine rote Clownsnase auf. Meine Kollegin tat das Gleiche mit einem zweiten Stofftier, das da saß. Wir begannen mit den Bären ein Puppenspiel. Die Bären begannen zu singen und sich über dieses und jenes zu unterhalten. Von einer Sekunde auf die andere hörte der Bub zu weinen auf und schaute nur noch auf das Bärenspiel. Er lachte und schien seine Krankheit im Moment total zu vergessen. Leider mussten wir dann weiter ins nächste Zimmer aber die Oma hat uns beim Rausgehen nur ganz erleichtert angesehen und „danke“ gesagt“.

Happy Aua-Aktion

Die CliniClowns Oberösterreich starten in Kooperation mit Tips die Spendenkampagne „Happy Aua“, die kranken und hilfsbedürftigen Menschen zugutekommt. Dabei suchen die Krankenhaus-Clowns Lokale, die sogenannte „Happy Aua“-Drinks anbieten. Die Spende soll die Clowns bei ihren Lachvisiten unterstützen. Die Aktion läuft von Juni bis August. Mehr dazu unter happyaua.cliniclowns-ooe.at


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