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GRIESKIRCHEN. Als Brückenbauer zwischen Schule und Lehre will die Polytechnische Schule Grieskirchen (PTS) junge Menschen bestmöglich auf den Lehrberuf vorbereiten. Franz Pilz, seit Herbst neuer Direktor der Schule, erzählt im Tips-Interview über seine Wünsche und Ziele und warum das gesellschaftliche Ansehen des „Poly“ verbesserungswürdig ist.

Jeder Beruf hat seine Wichtigkeit und soll auch seine Wertschätzung erfahren. FRANZ PILZ
  1 / 2   Jeder Beruf hat seine Wichtigkeit und soll auch seine Wertschätzung erfahren. FRANZ PILZ

Tips: Welche Ziele haben Sie als neuer Leiter der PTS?

Franz Pilz: Die PTS ist der Schultyp, der junge Menschen für Lehre und Beruf optimal vorbereitet. Die PTS hat sich mit der Reform Poly2000 wesentlich gewandelt. Mein Ziel ist, die Arbeit meines Vorgängers fortzusetzen. Zudem möchte ich den Stellenwert hervorheben, den dieser Schultyp verdient hat.

Welchen Stellenwert hat denn die PTS in der Gesellschaft?

Die gesellschaftliche Anerkennung dieses Schultyps gehört sicher verbessert. Viele Eltern glauben, dass nur der Besuch einer weiterführenden Schule für Ansehen sorgt. Eine Lehrausbildung wird hingegen oft als minderwertig betrachtet. Man hört immer wieder die Aussage. „Mein Kind soll erst einmal eine weiterführende Schule probieren. Wenn es diese nicht schafft, dann muss halt eine Lehre begonnen werden.“ Ich glaube, dass das ist die falsche Einstellung. Jeder Beruf hat seine Wichtigkeit und soll auch seine Wertschätzung erfahren.

Was macht die Polytechnische Schule in Grieskirchen aus?

Im neuen Schulzentrum wurde der Schule eine großzügige Ausstattung der Werkstätten und Unterrichtsräume gewährt. Der Bezirk Grieskirchen ist eine wirtschaftlich starke Region. Vor allem die Metallbranche ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Diesem Umstand kommt die PTS entgegen. So wählen jährlich mehr als 30 Jugendliche den Fachbereich Metalltechnik. Laut AMS Grieskirchen bekommen 95 Prozent der Absolventen der Polytechnischen Schule Grieskirchen eine Lehrstelle. Durch Fördermaßnahmen des AMS und anderer Institutionen können auch die verbleibenden Jugendlichen einem Ausbildungsbetrieb vermittelt werden.

Wie hat sich die PTS in den letzten zehn Jahren verändert?

Die PTS muss sich den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen anpassen. Neben Kooperationen mit Betrieben ist die Heranbildung von selbständigen Mitgliedern einer Gesellschaft ein Anliegen der PTS. So erwerben die Schüler den Finanzführerschein der Schuldnerberatung. Junge Menschen sollen und müssen den Umgang mit Geld lernen, damit eine Überschuldung vermieden wird. Auch das Internet bringt Versuchungen und Gefahren mit sich. Daher sollen die Jugendlichen auch für einen sorgfältigen Umgang mit den neuen Medien gerüstet sein.

Was bedeutet der neue Schwerpunkt PTSPlus, der im kommenden Schuljahr startet?

Mit der Einführung der Neuen Mittelschulen wurden die Leistungsgruppen aufgelöst. Daher gibt es auch in der PTS keine Leistungsgruppen mehr. Leistungswillige und leistungsstarke Schüler sollen durch die PTSPlus eine besondere Förderung in Deutsch, Englisch und Mathematik erhalten. PTSPlus soll damit vor allem auf eine Lehre mit Matura vorbereiten.

Was würden Sie am bestehenden Schulsystem verändern?

Was uns als Polytechnische Schule betrifft ist die Problematik mit den „Rückflutern“, also Schüler, die ihr letztes Pflichtschuljahr in einer weiterführenden Schule absolvieren. Wenn die ersten Schularbeiten vorbei sind, wird oft erkannt, dass das Schuljahr nicht positiv abgeschlossen werden kann. Durch den Wechsel in die PTS wird versucht, doch noch einen positiven Abschluss zu erwerben. Die Stundenkontingente verbleiben jedoch bei den Schulen, was eine Ungerechtigkeit darstellt, da die PTS keine zusätzlichen Stunden für den Mehraufwand bekommen.


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