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SPRÖGNITZ. Auch Sonnentor setzte früher Palmöl für die Erzeugung seiner Produkte sein, seit Ende 2015 ist das komplette Sortiment des Kräuter- und Gewürzspezialisten palmölfrei. Der Grund: Die Firma wollte die gravierenden Nachteile für Umwelt, Bauern und Tiere, die mit der Massenproduktion des Fettes einhergehen, nicht länger billigen.

Palmölfreie Produkte: Bei Sonnentor ist seit Ende 2015 das komplette Sortiment palmölfrei. Foto: Sonnentor

„Die persönlichen Erfahrungen unseres Vertriebspartners in Asien haben uns bereits 2013 zu diesem drastischen Schritt veranlasst. Die Umstellung war eine Herausforderung, aber erfolgreich. Wir sind nicht bereit die mit der Palmölproduktion verbundene Naturzerstörung und das Gesundheitsrisiko für Konsumenten in Kauf zu nehmen und setzen daher auf Diversität und umweltverträgliche Alternativen“, betont Sonnentor Gründer Johannes Gutmann und ergänzt: „Ich hoffe, dass die aktuelle Diskussion ein langfristiges Umdenken in der Lebensmittelindustrie zur Folge hat.“

Palmöl in jedem zweiten Supermarktartikel

Ein Drittel des weltweiten Konsums an pflanzlichem Öl stammt aus der Palmfrucht. 20 Prozent der weltweiten Waldbestände werden gerodet um Palmölplantagen entstehen zu lassen. Ein Großteil des produzierten Palmöls geht in die Lebensmittelproduktion. Inzwischen steckt das billige Fett in jedem zweiten Supermarkt-Produkt: Schokoriegel, Speiseeis und Pizza, aber auch in Kosmetikartikeln. Nun soll dieser allgegenwertige Stoff der Lebensmittelindustrie auch ein Risiko für die Gesundheit darstellen.

Langwieriger Umstellungsprozess

Früher wurde auch bei Sonnentor Palmöl eingesetzt, zum Beispiel bei Knabberstangen und Kräckern. Der Rohstoff war zwar biologisch – diese Tatsache rechtfertigt jedoch nicht die Konsequenzen für Umwelt und Gesundheit, darüber war man sich schnell einig.

Stein des Anstoßes waren die dramatischen Schilderungen über die Zerstörung des Regenwalds vom für den asiatischen Raum zuständigen Vertriebspartner Bernhard Schneider.

Alternativen wurden über einen längeren Zeitraum getestet. Die neuen Zutaten mussten die Anforderungen der Produktion erfüllen und durften zugleich weder Geschmack noch Konsistenz negativ beeinflussen. Durch die Verwendung von Sonnenblumenöl, Olivenöl und Kakaobutter aus biologischer Landwirtschaft ist dies gelungen. Damit können die Snacks von Sonnentor mit einem guten Gewissen geknabbert werden.


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