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GRÜNAU. Unerwartet wurde die Bücherei zum zentralen Thema der Grünauer Gemeinderatssitzung. Die Befürchtung der ehrenamtlichen Mitarbeiter, Ende 2019 aus dem Gemeindeamt ausziehen zu müssen, erwies sich aber als unbegründet.

Foto: Bücherei Grünau
Foto: Bücherei Grünau

Mehrere Tage lang war die Grünauer Bücherei vergangene Woche geschlossen. Damit wollte Büchereileiterin Barbara Trautwein ein Zeichen gegen die Kündigung des Vertrages mit der Bücherei durch die Gemeinde setzen. Die üblicherweise 15-minütige Bürgerfragestunde vor Beginn der Gemeinderatssitzung wurde auf einenhalb Stunden ausgeweitet, in denen Trautwein die Leistungen der Bücherei für die Gemeinde darlegte, unterstützt von rund 20 interessierten Bürgern.

„Alternativloser Beschluss“

Der Gemeinderatsbeschluss zur Vertragskündigung wurde schließlich trotzdem gefällt – er war alternativlos, wie Bürgermeister Alois Weidinger (SP) betonte: „Es ist einer von 59 Punkten, die wir nach den Vorgaben der Gemeindefinanzierung Neu erfüllen müssen, um das Budget einzuhalten.“ 

Als Härteausgleichsgemeinde dürfe Grünau ab sofort nur einen Euro pro Jahr und Einwohner für die Bücherei ausgeben, derzeit liege man jedoch darüber. Da die Gemeindeförderung und die Nutzung der Räumlichkeiten jedoch durch den selben Vertrag geregelt sind, habe man diesen als Ganzes kündigen müssen.

Bücherei soll im Gemeindeamt bleiben

Anders als von manchen befürchtet, gebe es jedoch keine Absicht, die Bücherei aus den 2009 eigens eingerichteten Räumlichkeiten zu vertreiben, betonte Weidinger. Um derartige Befürchtungen zu zerstreuen, beschloss der Gemeinderat, “in allernächster Zeit“ eine neue Vereinbarung zur Nutzung der Räumlichkeiten zu treffen.

Auch für die Finanzierung des Büchereibetriebes soll in den kommenden zwei Jahren – die Kündigung wird erst mit Ende 2019 gültig – noch nach Lösungen gesucht werden. „Wir wissen ja noch nicht, wie viele Einwohner wir dann haben. Es wäre gut, wenn wir auch die Zweitwohnsitzer mitrechnen könnten – die nutzen die Bücherei ja auch“, hofft Weidinger auf eine Verbesserung der Rahmenbedingungen.


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