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GUTAU/MÜHLVIERTLER KERNLAND. Gutau wird die erste Inklusionsgemeinde im Mühlviertler Kernland. Am Freitag, 22. November findet ein „Tag ohne Barrieren – Vielfalt und Inklusion“ im KuBuS statt.

Michael Leitner, OÖZIV, Christian Mayrhofer, Sprecher der Agenda 21 „Gutau taugt guat“, Bgm. Josef Lindner und Hans Dirnberger, Projektteam „Tag ohne Barrieren Foto: Katharina Kühn, OÖZIV

„Ich bin Mensch und Du?“ – unter diesem Leitsatz steht der Tag ohne Barrieren in Gutau. Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, ein neues Bild von Menschen mit Behinderungen zu schaffen – ohne Vorurteile und Klischees. „Inklusion und Barrierefreiheit betreffen nicht nur eine Randgruppe. Bei diesen Worten denken die meisten Menschen zuallererst an Rollstuhlfahrer, die aber nur ein kleiner Teil der Betroffenen sind. Es gibt viele Menschen, die schlecht hören, sehen oder sich schlecht fortbewegen können“, sagt Hans Dirnberger, Mitglied der Arbeitsgruppe „Tag ohne Barrieren“ und selbst Rollstuhlfahrer.

„Mit Gutau guten Partner gefunden“ 

Das Mühlviertler Kernland widmet sich in der aktuellen Förderperiode stark dem Thema Barrierefreiheit. „Man merkt, dass bereits ein Umdenken stattfindet. Es gibt bei uns viele Anfragen, vor allem vor Umbau- oder Neubau-Arbeiten, zum Thema Barrierefreiheit“, sagt Conny Wernitznig, Geschäftsführerin Leader-Region Mühlviertler Kernland. Nach zwei Veranstaltungen zu den Themen „Sehen und Hören“ und „Leichte Sprache“ ist die Veranstaltung in Gutau die Dritte in der Reihe. „Mit Gutau haben wir einen sehr guten Kooperationspartner gefunden“, sagt Michael Leitner, von der Projekt-Trägerorganisation Oberösterreichischer Zivil-Invalidenverband (OÖIZV). „Angefangen von den Kinderbetreuungseinrichtungen, der Gemeinde selbst und der Pfarre beteiligen sich alle aktiv an dem Projekt. Bürgermeister Josef Lindner hat sich stark für das Projekt eingesetzt und der gesamte Gemeinderat steht hinter ihm.“

Viele Vorzeigeprojekte

Das Themenfeld betrifft viele alltägliche Bereiche, wie zum Beispiel Inklusion von Menschen mit Behinderung, Jungen, Älteren und Menschen mit Migrationshintergrund im Rahmen von Bildung, Wohnen und Freizeit. Kindergarten, Volksschule, Neue Mittelschule und der Hort in Gutau haben bereits lebendige Projekte durchgeführt, die sie bei der Veranstaltung am 22. November präsentieren. In der Gemeinde gibt es viele weitere positive Beispiele für Inklusion: in den Bildungseinrichtungen werden Kinder mit Beeinträchtigung integriert, eine Zweigstelle von Schloss Haus (Landespflege- und Betreuungszentrum für Menschen mit Behinderung) wurde dieses Jahr eröffnet und das Veranstaltungszentrum KuBus ist barrierefrei. „Außerdem gibt es in der Gemeinde eine gute Unterstützung für geflüchtete Menschen. Ehemalige Lehrer haben Deutschunterricht gegeben und viele weitere in der Gemeinde haben sich für die Asylwerber eingesetzt“, sagt Kurt Prandstetter von der RegionalCaritas Freistadt. Weitere Projekte sind geplant.

„Wertetafel“ für Gemeinde 

In der Gemeinde Gutau wurden Sätze formuliert, die den Zusammenhang mit den Inklusionswerten beschreiben. „Wir werden in der Gemeinde jedes Jahr einen dieser Werte aussuchen und die Arbeit nach diesem ausrichten“, sagt Josef Lindner, Bürgermeister von Gutau. „Mich freut es besonders, dass sich so viele in der Gemeinde an dem ganzen Prozess beteiligen.“ Beim „Tag ohne Barrieren“ wird der Gemeinde Gutau eine Tafel mit den erarbeitenden Werten und Gedanken überreicht. „Gutau wird somit die erste Inklusionsgemeinde. Wir hoffen dass wir auch für das Jahr 2021 eine Gemeinde finden, die so gut mitmacht wie Gutau“, sagt Michael Leitner.

„Tag ohne Barrieren“

In ein musikalisches Rahmenprogramm eingebettet werden bei der Veranstaltung am Freitag, 22. November, im KuBuS, spannende Gutauer Gemeindeprojekte vorgestellt. Mitmachstationen laden zum Teilnehmen mit interessanten Selbsterfahrungssequenzen ein und an Infoständen wird Interessantes rund um Organisationen und Angebote aus der Region geboten. Musikalisch begleitet wird diese Veranstaltung durch den Volksschul-Chor Gutau und den Gutauer Stubenhockern. Die Veranstaltung findet von 15 bis 19 Uhr statt.


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