Langsam auf der Jagd nach schönen Bildern: zwei Hagenberger lassen mitreisen
HAGENBERG. Sie teilen sich ein Handy, haben ein gemeinsames Auto, und ihr Wohnhaus ist nur gemietet. Reich sind Renate Kogler und Franz Marx trotz ihres bescheidenen Lebensstils: an Erfahrungen, an Eindrücken und an Begegnungen mit Menschen, die sie auf ihren Fotoreisen in viele Länder der Welt sammeln. Derzeit ist das Paar mit seiner Multimedia-Fotoshow Peru auf Tour.

2012 war für Renate und Franz der Wendepunkt im Leben: Nach langen Berufsjahren im Sozialbereich trafen sie die Entscheidung, ihre großen Leidenschaften – das Reisen und das Fotografieren – zum Beruf zu machen. Ein weitreichender Entschluss, den beide bis heute nicht bereut haben. „Wir haben früher schon lange Reisen unternommen, die längste hat 18 Monate gedauert“, berichtet die gebürtige Oberneukirchnerin (50). „Da weiß man, dass man es miteinander aushält“, schmunzelt ihr Partner (53).
Fotoshows mit Live-Musik
Mit der Selbstständigkeit hat sich der Fokus ihrer Reisen auf das Fotografieren verlagert. Mehrere Monate im Jahr ist das Paar, das gemeinsam die Prager Fotoschule auf Schloss Weinberg absolviert hat, im Ausland unterwegs und fängt mit der Kamera einzigartige Stimmungen, Landschaften und Gesichter ein. Danach wird das Fotomaterial daheim in Anitzberg mühsam aufgearbeitet und zu Multimedia-Vorträgen zusammengestellt. Das Besondere daran: Renate Kogler und Franz Marx sorgen bei ihren Shows auch selbst für Live-Musik. „Wir komponieren zu den Bildern eigene Musik für Saxofon und E-Bass“, erklärt die Weltreisende. Ein Detail, das es in der Flut der Reisevorträge bislang nicht oder nur selten gab.
Langsames Annähern
Die Reisen des Paares selbst sind von Langsamkeit geprägt – vom langsamen Akklimatisieren bis zum behutsamen Annähern an Orte und Menschen – mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder zu Fuß. Renate: „Für uns stehen der Alltag der Menschen und ihre Kultur im Vordergrund. Wir meiden Touristenattraktionen und treffen lieber Menschen auf dem Markt, im Bus oder in kleinen Dörfern.“ Zeit ist dabei der entscheidende Faktor – nicht nur, was den richtigen Moment für das schönste Foto angeht. „Wir lassen uns auf die Menschen ein und fragen auch jeden, ob wir ihn fotografieren dürfen.“ Die Digitalfotografie hat den beiden dabei schon manche Türen geöffnet: „Mit der Digitalkamera können wir Bilder gleich herzeigen, das ist wichtig bei Leuten, die noch nie eine Kamera gesehen haben oder kein Foto von sich besitzen“, erklärt Franz.
Große Gastfreundschaft
Gefährliche Situationen im Kontakt mit Einheimischen sind den beiden bisher erspart geblieben. „Im Gegenteil, ob Asien, Afrika oder Südamerika – wir haben schon so viele liebenswerte und herzliche Menschen getroffen und sind sehr oft zum Essen eingeladen worden“, schwärmen die Weltreisenden, die allerdings auf ein paar Grundregeln für Globetrotter verweisen: „,Cook it, peel it or forget it“ gilt beim Essen, das wir ja als Teil der Kultur kosten möchten. Und wir erkundigen uns immer sofort bei Einheimischen, wo wir uns wann gefahrlos aufhalten können, etwa in Großstädten. Dass man die Kamera nicht überall offen um den Hals tragen sollte, ist auch klar.“
Brenzlig war nur die Malaria
Richtig brenzlich war bislang für Franz nur, als er im indonesischen Sulawesi an Malaria erkrankte. Ein Glück, dass er mit Renate eine gelernte Krankenschwester bei sich hatte. „Davon abgesehen waren wir aber sicher schon sechs Jahre ohne gröbere Probleme und nur mit den Standardimpfungen in den Tropen unterwegs“, betont das Paar.
Nächstes Ziel Kolumbien
Bis zum April sind die Weltenbummler nun mit ihren Impressionen von Peru auf Vortragstour. Doch spätestens im Herbst bekommt wieder die Reiselust oberhand und der Rucksack wird gepackt: Reiseziel ist Kolumbien, eines ihrer Lieblingsländer und Thema der nächsten Show.


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