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HAGENBERG/EBERSCHWANG. Nur wenige Monate, nachdem Matthias Rader sich im vergangenen Frühjahr an der Fachhochschule Hagenberg für den Verein „Geben für Leben“ als Stammzellen-Spender typisieren lassen hatte, bekam der Student (21) tatsächlich die Chance, ein Leben zu retten.

Matthias Rader, Student an der Fachhochschule Hagenberg, bei der Stammzellenspende in einer Fachklinik bei München. Ein todkranker Mann in den USA darf durch die Spende neue Hoffnung schöpfen. Foto: Verein Geben für Leben

Mehr als 200 Menschen hatten sich im März 2018 bei der großen Stammzellen-Typisierungsaktion des Vereins „Geben für Leben“ am FH Campus als Stammzellen- oder Knochenmarkspender in einer weltweiten Datenbank registrieren lassen (Tips berichtete) und wurden so zu möglichen Lebensrettern für Leukämie-Patienten.

„Jeder Spender, der zum Typisieren kommt, kann genau der eine Richtige sein“, sagte damals Walter Brenner, der für „Geben für Leben“ vor Ort war.

Genau der eine Richtige

Genau der eine Richtige war in diesem Fall Matthias Rader aus Eberschwang, Student an der FH Hagenberg. „Die 15 Minuten Zeit habe ich mir gerne genommen, ich gehe ja auch öfter zum Blutspenden. Allerdings habe ich nicht damit gerechnet, tatsächlich für eine Stammzellenspende ausgewählt zu werden, besonders nicht so bald“, sagt der 21-Jährige.

Denn kein halbes Jahr nach der Typisierung trat der Verein „Geben für Leben“ mit Matthias Rader in Kontakt: „Sie können ein Leben retten.“ Seine Gewebemerkmale würden zu einem Patienten passen.

Gesundheitscheck

„Mein erster Gedanke war, wie ich die Spende mit meinem Ferialpraktikum vereinbaren kann. Aber zum Glück hat mich mein Arbeitgeber, die Firma Fill in Gurten, unterstützt“, schildert Rader.

Spritzen selbst verabreicht

Nur zwei Tage nach der Kontaktaufnahme durch den Verein erfolgte eine erste Blutabnahme beim Hausarzt, in der Woche darauf fand bereits die Voruntersuchung in einer Fachklinik in Gauting bei München statt. „Ich wurde von den Ärzten komplett durchgecheckt und bekam dann Spritzen mit, die ich mir in den fünf Tagen vor der Spende zweimal täglich selbst in die Bauchfalte geben musste, damit die Stammzellen ins Blut ausgewaschen werden.“

Kaum Nebenwirkungen

Die Spritzen können grippeähnliche Symptome hervorrufen, Matthias Rader jedoch merkte davon kaum etwas: „Bei mir traten die Nebenwirkungen nur sehr schwach auf und ich konnte bis auf den Tag vor der Spende noch arbeiten gehen.“

Spende in Fachklinik

Die Spende selbst fand vor kurzem in der Fachklinik in Gauting statt. Dabei wurden die Stammzellen aus Matthias“ Blut herausgefiltert: „Das tut gar nicht weh und in drei Stunden war es auch schon wieder vorbei. Am nächsten Tag war ich so fit, dass ich ganz normal in die Arbeit gehen konnte. Es ist ein wirklich gutes Gefühl, wenn ein Mensch durch mich eine Chance hat, wieder gesund zu werden.“

Ein Mann in Amerika kann neue Hoffnung schöpfen

Noch am Tag der Spende wurden die von Matthias gespendeten Stammzellen nach Amerika geflogen, wodurch ein Mann wieder Hoffnung auf ein Überleben hat. „Ich bin in Österreich einer von fast 58.000 Menschen, die sich für ,Geben für Leben“ typisieren lassen haben. Auch die sind alle bereit, ihre Stammzellen oder ihr Knochenmark zu spenden. Also ich fühle mich jetzt nicht als der große Held“, gibt sich der Student bescheiden. Nachsatz: „Aber meine Mama war schon sehr stolz.“


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