Wie humanitäre Hilfe in Krisengebieten gelingen kann
HASLACH. Einen ungeschönten, ungeschminkten Blick auf die Arbeit der Ärzte ohne Grenzen gab es im Adlerkino.

Das Haslacher Kino war erstmals Partner der entwicklungspolitischen Film- und Dialogabende des Kulturvereins KuKuRoots, die heuer im Zeichen der Demokratischen Republik Kongo standen. In Haslach drehte sich alles um humanitäre Hilfe, die in Kriegs- und Krisengebieten nicht einfach ist. Der Dokumentarfilm „Living in Emergency“ zeigte deutlich auf, mit welchen Schwierigkeiten die Mitarbeiter zu kämpfen haben.
Nicht jeder Bewerber für Einsatz geeignet
Auch die aus Haslach stammende Kinderkrankenschwester Katharina Sigl kennt die extremen Bedingungen: Sie war mit der Organisation Ärzte ohne Grenzen für ein paar Wochen im Kongo, weitere Einsätze führten sie in den Sudan, nach Burundi, Kamerun oder Indonesien. „Man muss schon stressbelastbar sein“, betonte Sigl, als sie nach dem Film über ihre Erfahrungen berichtete. „Nicht jeder, der sich bewirbt, ist auch geeignet, auf Einsatz zu gehen. Und die Leute müssen sich bewusst sein, was auf sie zukommt.“ Nach ihren zehn Einsätzen innerhalb von zehn Jahren hat die heute in Wien lebende Mühlviertlerin im Büro von Ärzte ohne Grenzen gearbeitet und eben solche Bewerbungen entgegengenommen.
Handeln wie ein Arzt
Die Arbeit als Krankenschwester sei bei den Einsätzen nicht mit der Arbeit hierzulande vergleichbar. Bronchitis, Würmer oder Malaria diagnostizieren und behandeln gehöre zum Alltag dazu. „Wenn kein Mediziner da ist, muss man teilweise wie ein Arzt handeln“, sagte Kathi Sigl. Dazu komme viel Organisationsarbeit, um die lokalen Helfer zu koordinieren. Ärzte ohne Grenzen startet medizinische Projekte nur in Gegenden, in denen genügend sauberes Wasser vorhanden ist, für ein Spital muss es auch Strom geben. Eigene Sicherheits-Beauftragte sorgen für die Sicherheit der Mitarbeiter.
Trotz der fordernden Arbeit und der schwierigen Bedingungen hat die Haslacherin ihre Einsätze nie bereut. „Oft braucht es so wenig, um jemandem zu helfen und gesund zu machen“, meinte sie. Nur das Zurückkommen sei schwierig: „Der Kulturschock ist größer, wenn man heimkommt, als wenn man wegfährt.“


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