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HASLACH. Sportliche Grenzerfahrung mit sozialem Aspekt haben sechs kirchliche Extremsportler mit ihrer Tour quer durch Österreich verbunden. Unter ihnen der Haslacher Pfarrer Gerhard Kobler, der mit seinen Mitstreitern jetzt auf dem Domplatz in Linz angekommen ist und somit das Projekt erfolgreich beendet hat.

  1 / 4   Nach sechs Tagen Extremtour liefen bzw. radelten die sechs kirchlichen Sportler am Platz vor dem Linzer Mariendom ein. Foto: Diözese Linz/Fürlinger

„12 Füße für ein Halleluja“: So lautete die Devise für die sechs Theologen und Geistlichen, die sechs Tage lang nonstop als Läufer bzw. Radfahrer durch Österreich unterwegs waren. Sie legten dabei 2.019 Kilometer zurück, überwanden 25.000 Höhenmeter und durchquerten alle neun Bundesländer.

An körperliche Grenzen gekommen

Gerhard Kobler, Pfarrer in Haslach, nahm gemeinsam mit fünf Sportlern die Herausforderung an und gelangte nicht nur an die Grenzen Österreichs, sondern auch an die eigenen körperlichen. „Beispielsweise als ich mitten in der Nacht einen Pass hinaufgeradelt bin und nicht gewusst habe, wo er endet. Oder wie ich dann auf der anderen Seite wieder endlos hinuntergefahren bin und es hat mich gefroren bis auf die Knochen. Man ist da auf jeden Fall schon außerhalb der Komfortzone“, erzählte der erfahrene Läufer, der unter anderem den “Marathon des Sables“ durch die Sahara absolviert hat und in seiner Altersklasse österreichischer Staatsmeister im 100-Kilometer-Lauf geworden ist.

Sechs Tage lang immer ein Sportler auf der Strecke

„Wo wir nicht an die Grenzen gekommen sind, und dafür bin ich besonders dankbar, das ist im Miteinander“, ergänzte der Seelsorger. „Wir haben uns nicht so gekannt und eine Woche im Wohnmobil auf engstem Raum hat trotzdem gut funktioniert.“ Die Männer waren in zwei Dreierteams unterwegs. Jedes Trio fuhr mit einem eigenen Wohnmobil und wechselte sich als Läufer bzw. Radler, Fahrer und Beifahrer ab. Das Trio, das gerade nicht im sportlichen Einsatz war, fuhr vor, um Zeit für Essen und Schlaf zu haben. Somit war in den sechs Tagen nonstop immer ein Sportler auf der Strecke.

Soziale Begegnungen

Initiiert wurde das Projekt von Obdachlosenseelsorger und Pfarrassistent der Pfarre Linz-St. Severin, Helmut Eder, der nach der Ankunft dankbar meinte: „Die Begegnungen waren wunderbar. Es war ganz viel Segen mit dabei, das haben wir gespürt.“ Das Projekt hatte einen starken sozialen Aspekt. Denn die sechs Extremsportler waren in Bewegung für Menschen, die Grenzerfahrungen machen oder gemacht haben: Menschen ohne Obdach, Menschen mit Beeinträchtigung, Menschen in schwierigen Beziehungen, Menschen auf der Flucht. Die sportlichen Kirchenmänner machten in Sozialeinrichtungen in den Bundesländern Halt, die diese Menschen unterstützen - als letzte Station gab es in Haslach eine Begegnung mit Vertretern der Caritas für Pflege und Betreuung. Die Sportler sammelten auf ihrer Tour für Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen.

Am Dienstag Abend trafen die sechs Kirchenmänner nach sechs Tagen Extremtour am Domplatz ein, wo sie von ihren Familien, Freunden und kirchlichen Vertretern begrüßt und bejubelt wurden. Allen voran gratulierte Bischof Manfred Scheuer ihnen zu diesem gelungenen und erfolgreichen Projekt.


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