Naturtipp: Das Wandern ist des Distelfalters Lust
Die Urlauberreisewelle 2016 ist längst Geschichte. Jetzt erst starten einige unserer Schmetterlinge ihre herbstliche Rückwanderung in den Süden. Zwar sind Distelfalter für ihre weiten Wanderungen bekannt, doch im Mai 2009 kamen selbst erfahrene Naturbeobachter aus dem Staunen nicht mehr heraus. Die aus dem Süden herein flatternden Trupps wurden immer größer.

Ausgangspunkt für die Wanderung der Distelfalter im Frühjahr ist Nordafrika. Starke Winde unterstützen die Wanderungen der Schmetterlinge über Berg und Tal. Sie scheuen weder die Wogen des Mittelmeeres noch die schneebedeckten Pässe der Alpen, um zu uns nach Mitteleuropa zu gelangen. Längst nicht alle Distelfalter überleben die große Reise. Viele sterben unterwegs an Erschöpfung, kommen in Unwettern um oder fallen dem Autoverkehr zum Opfer. Kaum im gelobten Mitteleuropa angekommen, beginnt für die Falter ihr Fortpflanzungsgeschäft.
Ein etwas „unaufgeräumter“ Garten ist ideal zum Empfang für die Weitwanderer. Die Falter selbst sind wenig wählerisch. Für die Eiablage und als spätere Futterpflanzen der Raupen sind vor allem Brennnesseln, Disteln, Kletten und Malven sehr beliebt. Als Nektarquellen werden alle Blütenpflanzen besucht, die sich anbieten. In Gärten wird der Sommerflieder als Nektartankstelle angeflogen.
Lange Rückreise
Es ist dann schon die übernächste Generation, die jetzt im Frühherbst eine Rückreise von mehreren hundert oder gar tausend Kilometern vor sich hat. Es sind Distanzen von 2000 Kilometern bekannt, die einzelne Tiere zurücklegen – eine gewaltige Leistung für die Flieger mit einer Spannweite zwischen 4,5 und sechs Zentimetern. Über die extrem erfolgreichen Strategien, die diese Insekten entwickelt haben, können wir nur staunen.
Verfasser:
Karl Zimmerhackl
Naturschutzjugend önj Haslach


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