Primärversorgung in Haslach fixiert
HASLACH. Spätestens im Jänner 2018 startet eine Primärversorgungs-Einheit, in der Hausärzte und andere Gesundheitsberufe unter einem Dach vereint werden, in Haslach. Das haben Land OÖ, Gebietskrankenkasse und Ärztekammer jetzt vereinbart und sich auch auf eine gemeinsame Finanzierung geeinigt. Für Gemeindearzt und Bezirksärztevertreter Erwin Rebhandl wird damit eine Vision wahr.

Seit 36 Jahren ist Rebhandl als Allgemeinmediziner in der Gemeinde tätig und ebenso lange ist er überzeugt, dass Synergien im medizinischen Bereich genutzt gehören. „Wir haben zwei Hausarzt-Praxen in Haslach mit der kompletten Infrastruktur und den kompletten Personal-Ressourcen. Es ist einfach ökonomisch sinnvoll, diese zusammenzulegen“, freut er sich, dass dies mit der Primärversorgungs-Einheit (PVE) passiert. Rebhandl wird gemeinsam mit dem neuen Gemeindearzt Thomas Peinbauer ins PVE übersiedeln, dazu kommt ein dritter Allgemeinmediziner. Im Gesundheitszentrum werden außerdem zwei Diplomkrankenschwestern, vier Ordinationsassistenten, ein Physiotherapeut und ein Psychologe zusammenarbeiten; ergänzt wird das Team durch Teilzeitstellen aus den Bereichen Diätologie, Ergotherapie, Logopädie, Geburtshilfe und Sozialarbeit. „Wir wollen für die Bevölkerung eine optimale, zukunftsweisende Gesundheitsversorgung sichern. Gleichzeitig werden hier Lehrpraktika für Studenten ermöglicht“, verrät der Mediziner.
Mehr Angebot zu längeren Öffnungszeiten
Die Patienten profitieren nicht nur von dem vergrößerten Angebot unter einem Dach, sondern auch von den erweiterten Öffnungszeiten - vor allem an Randzeiten und den Wochenenden. „Eine Primärversorgungs-Einheit schafft den Hausarzt nicht ab, sondern ergänzt das Versorgungsangebot in den Regionen“, ist auch Landeshauptmann Josef Pühringer von diesem Modell überzeugt. Das PVE in Haslach wird das zweite im Land; entstehen wird dieses im ehemaligen Webereimuseum am Kirchenplatz, das in den nächsten Monaten umgebaut wird. Zum Aufbau der Behandlungsleistungen vor Ort rechnet man mit einer Anschubfinanzierung von rund 90.000 Euro. Die laufenden Mehrkosten (im Vergleich zur bisherigen hausärztlichen Versorgung) von jährlich 240.000 Euro teilen sich Land OÖ (35 Prozent) und die Sozialversicherung (65 Prozent).
Die erste Primärversorgungseinheit Oberösterreichs wird derzeit in Enns gebaut; in ganz Österreich sollen bis 2021 zwischen 50 bis 70 PVEs realisiert werden. „Es handelt sich dabei um ein international anerkanntes Modell für die medizinische Zukunft“, ergänzt OÖGKK-Obmann Albert Maringer. Ziel sei die lückenlose Versorgung der Versicherten zur richtigen Zeit, am richtigen Ort vom richtigen Behandler.


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