Ich gehe mit weinendem und lachendem Auge

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David Ramaseder David Ramaseder, Tips Redaktion, 11.09.2019 08:05 Uhr

HÖRSCHING. Kurz vor Ende seiner Amtszeit haben wir uns mit Bürgermeister Gunter Kastler über Aktuelles in Hörsching, die wirtschaftliche Entwicklung und die Digitalisierung unterhalten.

Tips: Worüber wird derzeit in Hörsching geredet?

Gunter Kastler: Die Situation der Ortsplatzgestaltung. Im Herbst wird begonnen, das Gemeindezentrum und die Musikschule zu bauen. Gegenüber wird ein Ärztezentrum entstehen und zudem auch Wohnungen. Außerdem wird auch die Apotheke hinunter verlegt.

Tips: Wie lange war die Ortsplatzgestaltung geplant?

Kastler: Das war auch sehr wichtig, dass wir uns da Zeit genommen haben, weil wir noch da und dort Grundstücke dazu gekauft haben. Hätten wir damals schon die ganze Ortsplatzgestaltung durchgeführt, hätten wir Fragmente die gebaut worden wären, aber wir hätten kein geschlossenes Grundstück gehabt. Die Verhandlungen mit den jeweiligen Hausbesitzern war ein langwieriger Prozess, aber wir haben jetzt eine Gesamtfläche, die auch architektonisch genutzt werden kann. 

Tips: Was war bei der Planung besonders wichtig?

Kastler: Ein ganz wichtiger Punkt war, dass wir den Ortsplatz wieder beleben und dass die Verwaltung wieder zentral liegt. Es wird eine Begegnungszone eingerichtet, um Kommunikation zwischen den Bürgern entstehen zu lassen, weil wir dort in weiterer Folge auch Veranstaltungen am Ortsplatz durchführen. So soll Hörsching wieder ein richtiges Zentrum bekommen.

Tips: War das fehlende Zentrum ein Problem?

Kastler: Es haben sich viele Geschäfte abgesiedelt. Wir haben ein Schuhgeschäft gehabt, eine Gemischtwarenhandlung oder einen Uhrmacher. Viele Dinge also, die sich dann irgendwie verloren haben, weil dort nichts mehr los war. Wir überlegen auch wieder eine Gastronomie am Ortsplatz zu installieren, so soll das Zentrum wieder attraktiver werden. 

Tips: Was tut sich sonst in der Gemeinde?

Kastler: Die Menschen interessieren sich auch für die Firmenansiedelungen. Die Firma Schenker hat weiter ausgebaut, da hat es eine Eröffnung gegeben. Die Firma DHL mit 180 Beschäftigten ist hergekommen, das war auch ein Brennpunkt innerhalb der Bevölkerung.

Ein weiteres Thema ist der Schulumbau im Gemeindezentrum. Hier soll, angedockt an die Gemeinde, die Schule entstehen. Das dann alte Gemeindegebäude wird umgebaut auf Schulklassen. Das ist in zwei Jahren geplant, wenn das neue Gemeindezentrum fertig ist. Dann kann dieses Projekt begonnen werden.

Tips: Die Gemeinde wird digital, was sind dabei die Vorteile?

Kastler: Es geht um schnellen und unkomplizierten Austausch mit den Bürgern. Digitalisierung ist die Zukunft, es ist wichtig mit anderen Gemeinden Schritt zu halten. Im Vordergrund steht ganz klar die Serviceorientiertheit, dass wir viel online anbieten. Das wird auch die Zukunft werden. Dann bleibt auch mehr Zeit für den menschlichen Austausch, wenn man alle Formulare vorher schon online ausfüllen kann.

Tips: Wie ist die Gemeinde wirtschaftlich aufgestellt?

Kastler: Die wirtschaftliche Entwicklung ist wirklich sehr gut vorangegangen, wir haben mittlerweile mehr Arbeitsplätze als Einwohner. Die Firmen sind sehr positiv zu sehen, weil das für mich auch Umweltschutz ist, wenn die arbeitenden Menschen keinen weiten Arbeitsweg haben.

Tips: Wie ist Hörsching bei der Kinderbetreuung aufgestellt?

Kastler: Wir können eine Krabbelstube, zwei Kindergärten und einen Hort anbieten, das unterstützt vor allem berufstätige Eltern. Wir haben auch einen Ferienkindergarten in meiner Zeit eingeführt und das Eltern-Kind-Zentrum war mir wichtig.

Tips: Was für eine Rolle spielt Klimaschutz in der Gemeinde?

Kastler: Nachdem ich seit meinem sechsten Lebensjahr Imker bin, war es für mich ganz wichtig eine Klimabündnis Gemeinde zu werden und auch die Natur in Hörsching leben zu lassen. Es wurde auch kürzlich eine Bienenwiese im Ortskern installiert, die nur noch zweimal im Jahr gemäht wird und sind bestrebt auch die anderen Ortsteil mit Blumenwiesen zu bestücken. Generell spielt der Nachhaltigkeitsgedanke eine wichtige Rolle. 

Tips: Was war Ihnen in ihrer Amstszeit wichtig?

Kastler: Mich hat es immer sehr interessiert mit den Bürgern zu arbeiten. Eine große Zielsetzung von mir war es auch der kleinen Frau, dem kleinen Mann zu helfen, das ist für uns sehr wichtig, deswegen werden wir auch gewählt.

Wenn man sich wählen lässt, hat man vieles im Kopf, was verändert werden soll und zwar zugunsten der Bürger. Wir leben miteinander in einem Boot und steuern alle miteinander. Der Bürgermeister ist in dem Sinne nicht der Steuermann, sondern er gestaltet mit den Bürgern mit. 

 

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