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HOHENZELL. Die Fill Metallbau GmbH mit Sitz in Hohenzell hat am Montag beim Landesgericht Ried einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung eingebracht. Der vorgelegte Sanierungsplan sieht die Neustrukturierung und Fortführung des Unternehmens vor.

In Großbritannien (hier ein Studentenwohnheim in London) machte Fill Metallbau zuletzt fast 70 Prozent des Umsatzes. (Foto: Werk)

Es sind rund 970 Gläubiger und 238 Arbeitnehmer betroffen. Die Aktiva betragen laut dem Österreichischen Verband Creditreform rund 8,11 Millionen Euro; dem stehen Passiva von etwa 31,15 Millionen Euro gegenüber. Den Gläubigern wird eine Quote von 20 Prozent, zahlbar binnen zwei Jahren, angeboten. Das Unternehmen soll fortgeführt werden.

Die etwa 240 Mitarbeiter des 1968 gegründeten Unternehmens wurden in einer kurzfristig einberufenen Betriebsversammlung bereits informiert.

Probleme in Großbritannien

Die Probleme ergaben sich offenbar aus dem England-Geschäft. In den vergangenen beiden Jahren gab es insbesondere in Großbritannien ein starkes Auftragswachstum. Dort wurden bzw. werden von Fill zahlreiche Großprojekte realisiert, vor allem im Großraum London, aber auch in Leicester und beim neuen Wahrzeichen von Brighton, dem Aussichtsturm i360. Zuletzt repräsentierte das Großbritannien-Geschäft mehr als zwei Drittel des Gesamtumsatzes.

Leistungen zugekauft

Dieses außergewöhnliche Wachstum konnte, so das Unternehmen in einer Aussendung, nicht mehr ausschließlich mit den bewährten eigenen Personalressourcen bewältigt werden. Daher mussten Leistungen in Planung und Ausführung bei Fremdfirmen zugekauft werden, die nicht immer den hohen Qualitätsstandards von Fill entsprachen.

Auch die neue Marktsituation seit dem Brexit-Votum hatte Einfluss auf die Entwicklung. Weitere Ursachen für den Liquiditätsengpass sind „nicht nachvollziehbare Gegenforderungen bzw. ungerechtfertigt behauptete Mängel seitens einiger Auftraggeber“.

Neustrukturierung angestrebt

Fill Metallbau strebt im Sanierungsverfahren eine Neustrukturierung an, um das Unternehmen wieder auf eine gesunde, zukunftsorientierte wirtschaftliche Basis zu stellen. Erste Schritte dazu wurden bereits eingeleitet.

Die Auftragslage ist grundsätzlich gut. Im Vordergrund steht aktuell die Abwicklung von elf Aufträgen, die vor der Fertigstellung stehen. Darüber hinaus liegen weitere Aufträge mit einem Volumen von etwa 20 Millionen Euro vor.

Nur Fill Metallbau betroffen

Gegenstand des Sanierungsverfahrens ist ausschließlich die Fill Metallbau GmbH in Hohenzell. Andere Gesellschaften bzw. Beteiligungen der Unternehmensgruppe – wie Fill Metallbau Schärding, Fill Metallbau Wien, Fill Ried, Pfeiffer Metallbau (Wels), Fill Metallbau UK – sind davon nicht betroffen. Die Firma Fill Maschinenbau in Gurten steht in keinem unternehmerischen Zusammenhang mit Fill Metallbau.


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