Grüne und SPÖ kritisieren teuren Leerstand der ehemaligen Landwirtschaftsschule
KATSDORF. Um am Areal der ehemaligen Landwirtschaftsschule ein neues Zentrum für Gemeinde, Kultur und Soziales entstehen zu lassen, wurde das Objekt im Mai von der Landesimmobiliengesellschaft angekauft. Nach einer Übergangsfrist ist die Gemeinde ab 1. November offiziell alleiniger Nutzer und muss ab diesem Zeitpunkt finanzielle Mehrkosten stemmen.

Gemeindeamt, Eltern-Kind-Betreuung, ein Musikschulraum, eine Sozialeinrichtung des Diakoniewerkes sowie auch ein Hofladen für regionale Produkte sollen künftig im ehemaligen Schulstandort Platz finden. Dass bis zur Umsetzung und Fertigstellung des neuen Zentrums – das Projekt liegt derzeit beim Land zur Prüfung auf – ein Großteil des Gebäudes leer stehen wird, wollen Grüne und SPÖ nicht so einfach hinnehmen, „Die Planung für die Nachnutzung der Landwirtschaftsschule gerät seit 2012 immer wieder ins Stocken, es entstehen Wartezeiten, denn ein fertiges Zentrum wird es in den nächsten zwei bis drei Jahren realistischer Weise nicht geben“, so Dagmar Engl, Grüne Gemeinderätin und Gemeindevorständin. Sowohl die Grünen als auch die SPÖ kritisieren die für die Übergangsphase zu erwartenden hohen Kosten und fordern deshalb vehement ein Konzept für die Zwischennutzung ein. „Die Betriebskosten, die von der Gemeinde Katsdorf und somit von allen Katsdorferinnen und Katsdorfern zu tragen sind, belaufen sich auf monatlich 4500 Euro. Das ist so viel Geld, dass wir schleunigst gemeinsam daran arbeiten sollten, möglichst vielen Interessierten aus Katsdorf die Möglichkeit zu geben, sich an einer sinnvollen Zwischennutzung zu beteiligen!“, fasst SPÖ-Gemeindevorstand Stefan Binder die Dringlichkeit zusammen. „Leerstand ist teuer, imageschädigend und eine Verschwendung von Ressourcen. Wir wünschen uns Raum für Wirtschaft, Kreatives, für Jugendliche, für Gemeinsames, egal ob im Bereich, Sport, Kultur, Politik oder Kulinarik“, so Engl und Binder.
Ortschef weist Kritik zurück
„Für mich ist die Vorgehensweise der beiden Fraktionen verwunderlich, gab es doch erst am 5. September eine Sitzung des Gemeindevorstandes, in der unter anderem die Vermietung der ehemaligen Laborräume an eine Firma beschlossen wurde. Weiters wird auch der Schulturnsaal für die Katsdorfer Vereine zur Verfügung stehen oder das Gebäude für den Weihnachtsmarkt verwendet. Beide Fraktionen sind zudem im Projektteam, dass sich seit Jahren mit der Nachnutzung auseinandersetzt, vertreten. Die Zahl von 4500 Euro an Fixkosten ist mir neu, ich weiß nicht auf welche Berechnungen man sich da bezieht“, zeigt sich Bürgermeister Ernst Lehner (ÖVP), der das Umbauprojekt auf einem guten Weg sieht, überrascht.


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