Wolf-Ausreißer aus Bayern machte auch in Kirchberg Station
KIRCHBERG. Jener Wolf, der im Oktober aus einem Gehege im Nationalpark Bayerischer Wald entkommen ist, ist auch durch Kirchberg gezogen. Eine DNA-Analyse bestätigt, dass er auch hier drei Schafe gerissen hat.

Wenige Tage bevor er im Unteren Mühlviertel gesichtet wurde, machte der Wolf in Kirchberg Station. „Die DNA-Analyse hat bestätigt, dass es sich in Kirchberg und Bad Kreuzen um dasselbe Tier gehandelt hat“, bestätigt Kirchbergs Jagdleiter und Bürgermeister Franz Hofer.
Der Wolf riss in der Nähe eines Privathauses in Winzberg an der Donauleiten drei Schafe, die dort zur Pflege von Hanglagen gehalten werden. Anfangs sei man sich nicht sicher gewesen, ob ein streunender Hund oder tatsächlich ein Wolf den Schafen den Garaus machte. „Deshalb habe ich mich an den Bezirksjägermeister und in weiterer Folge an den Landesjagdverband gewendet“, erzählt Hofer.
Schon eine Nacht vorher hat ein Gemeindebürger wahrscheinlich den Wolf im Scheinwerferlicht seines Autos fotografiert. Aufgrund der schlechten Qualität des Handyfotos könne man den Wolf aber nicht eindeutig identifizieren.
Keine Angst vorm Wolf
Bezirksjägermeister Martin Eisschiel beschwichtigt aber, denn der Wolf sei derzeit kein Thema in der Region. „Immer wieder merken Jäger im Böhmerwald die Anwesenheit eines Wolfes. Dieser ist aber einem wilden Tier entsprechend scheu“, sagt er. Ein Wolf, der in einem Gehege gehalten wird, ist insofern gefährlicher, da er keine Scheu vor Menschen kennt.
Grundsätzlich gehören Wölfe zum bejagbaren Wild, sind aber ganzjährig geschont, was einen Abschuss faktisch unmöglich macht.
„Unberechenbares Raubtier“
Anders sieht es der Kollerschlager Ignaz Märzinger, für den der Wolf „ein unberechenbares Raubtier“ ist. „Er wurde immer schon gejagt, weil er für Tier und Mensch gefährlich war. Unser Mühlviertel ist für Wolf und Bär nicht geeignet, weil Besiedlung und Infrastruktur nicht mehr den erforderlichen Raum geben.“ Märzinger zeigt ein Beispiel aus dem Mittelalter auf: Der Ilzstädter Landtag erließ 1256 an die Bevölkerung folgenden Aufruf: „Jedermann, der im Gebiet zwischen Passau und der Großen Mühl einen Wolf tötet, darf dafür einen Hirsch erlegen!“ Daraufhin wurden von den Bauern mancherorts Wolfsgruben ausgehoben, um dem scheuen Raubtier Herr zu werden. So auch am Hohen Stein oberhalb der Ortschaft Lengau in der Gemeinde Kollerschlag.


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