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Sich durch tiefe Schächte ins Unbekannte seilen, kilometerweit durch Gänge kriechen und sich durch Engstellen winden. Höhlenforschung ist nicht jedermanns Sache. Wer“s mag, hat in unseren Bergen tausendfach Gelegenheit dazu.

„Wir haben bei uns die größte Dichte an Eishöhlen in Europa.", erklärt Höhlenforscher Heli Steinmassl.

Man muss schon einigermaßen verrückt sein, um sich berufsmäßig in den Eingeweiden der Berge herumzutreiben. Oder man hat sich dem „Leben extrem“ verschrieben, so wie Bergführer und Höhlenforscher Heli Steinmassl aus Spital am Pyhrn.

Was ihn an der Region fasziniert: „Wir haben bei uns die größte Dichte an Eishöhlen in Europa. Und die sind noch lange nicht zu Ende erforscht – das ist ein Projekt für Generationen.“

Eisklettern im „Eispalast“

Die jüngste Entdeckung Steinmassls und seiner Bergkameraden ist eine Höhle im Loigistal, die auf den vielsagenden Namen „Eispalast“ getauft wurde. Der Eingang: Ein 150 Meter tiefer Schacht, der sich unmittelbar neben einer Schitouren-Strecke öffnet. Drinnen kann man ganzjährig Eisklettern. Steinmassl und der 17-jährige Tobias Perner haben sich bereits im unterirdischen Extremsport versucht.

Totes Gebirge birgt bis zu 6.000 Höhlen

Nicht nur um Sport und Herausforderung geht es bei den Expeditionen in die Tiefe. Stalaktiten-Reste im Eispalast geben der Forschung Hinweise auf ein einst wärmeres Klima. Bekannt sind Steinmassl und seine Kollegen etwa durch die Entdeckung und Erforschung der Klarahöhle im Sengsengebirge, die zu Beginn des Jahrtausends auf einer Länge von 24 Kilometern vermessen wurde. In dieser Tropfsteinhöhle wurde eine besondere Art von Höhlenlaufkäfer entdeckt.

Bislang 100 Höhlen wurden im Sengsengebirge erforscht. Das ist verhältnismäßig wenig. Im Toten Gebirge samt Warscheneck-Stock sind“s 2.300. Und noch mehr harren ihrer Entdeckung: „Ich schätze, dass es dort insgesamt 5.000 bis 6.000 Höhlen geben dürfte.“ Auch nach den jüngsten Entdeckungen hüten die Berge also noch viele Geheimnisse.


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