„Innerhalb einer Woche brachen die Aufträge weg“
BEZIRK KIRCHDORF. Schulen dürfen stufenweise wieder mit dem Präsenzunterricht beginnen, Gastronomiebetriebe haben das erste geöffnete Wochenende hinter sich und der Tourismus startet mit einer neuen Kampagne durch. Es geht bergauf, könnte man meinen, und vergisst dabei auf diejenigen, die hinter dem Vorhang arbeiten.

Hinter dem metaphorischen Vorhang stehen beispielsweise das Kirchdorfer Taxi und die Kremstaler Veranstaltungstechnik, die durch die Coronakrise hohe Umsatzeinbußen einstecken müssen. Dass die Krise bald vorbei sein wird, glaubt keiner der jeweiligen Geschäftsführer.
80 Prozent Umsatzeinbußen
„Wir wussten, dass die Krise ernst werden würde, haben aber nicht damit gerechnet, dass sie so lange andauert“, so Alois Holzinger, Geschäftsführer von Kirchdorfer Taxi. Als Taxiunternehmen, dass unter anderem auch vom Transport von Lokalbesuchern lebt, ist die Coronakrise mit den einhergehenden Ausgangsbeschränkungen eine fordernde Zeit: „Wir haben bei Kirchdorfer Taxi etwa achtzig Prozent Umsatzeinbußen. Untersuchungsfahrten ins Krankenhaus, Kindergartentransporte und klassische Barfahrten von Lokal zu Lokal oder nach Hause fielen fast gänzlich weg.“
Wiedereröffnung der Lokale - ein Lichtblick?
„Nach diesem ersten Wochenende, an dem die Gastronomiebetriebe wieder bis 23 Uhr öffnen durften, haben wir gemerkt, dass das Bargeschäft wieder besser wird. Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass sich das so schnell wieder einpendelt, aber gegenüber der letzten zwei Monate ist das auf jeden Fall ein Lichtblick“, so Holzinger. Überhaupt habe er das Gefühl, dass die gesamte Situation wieder etwas lockerer und entspannter sei.
„Alles war schon geplant“
Als die Coronakrise begann, spürten Daniel und Thomas Pöllhuber, Geschäftsführer der Kremstaler Veranstaltungstechnik, dass dies eine längere Geschichte werden würde. „Unsere erste Reaktion war gleich, alles aufzuräumen und unser Personal in Kurzarbeit zu schicken“, erzählt Thomas Pöllhuber. „Bitter war natürlich, dass uns gleich zu Beginn der Krise die Veranstaltungen, die wir im Sommer betreut hätten, abgesagt haben. Immerhin war schon alles vorbereitet und geplant“, so Daniel Pöllhuber. „Innerhalb einer Woche ist uns eigentlich der gesamte Sommer weggebrochen“, ergänzt Thomas Pöllhuber.
Veranstaltungseinbruch
“Eigentlich war unser Terminkalender bis August gefüllt mit Aufträgen. Wir haben viele Stammkunden, die wir das Jahr über bedienen dürfen. Das sind Veranstaltungen mit teilweise mehr als viertausend Personen“, so Thomas Pöllhuber. Die Mitarbeiter der Kremstaler Veranstaltungstechnik hätten heuer Veranstaltungen wie das Rock im Dorf, Gmunden rockt, das Lichterfest in Gmunden, den Salzburg Marathon und den Linz Marathon betreut. All diese Veranstaltungen wurden jedoch aufgrund der hohen Teilnehmerzahl abgesagt oder verschoben. Dass mit 29. Mai wieder Veranstaltungen mit bis zu 100 Personen stattfinden dürfen, stimmt die beiden jedoch nicht sonderlich positiv. „Für uns wird es erst wieder interessant, wenn Veranstaltungen ab zweihundertfünfzig Personen wieder stattfinden dürfen“, so Thomas Pöllhuber.


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