Im Schutz des Waldes die letzte Ruhestätte finden

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Sophie Kepplinger Sophie Kepplinger, Tips Redaktion, 27.10.2020 18:54 Uhr

KLAUS AN DER PYHRNBAHN. Zu Allerheiligen gedenken Hinterbliebene ihren verstorbenen Familienmitgliedern und Freunden. So auch im Waldfrieden Steyrling, wobei hier das natürliche Ökosystem Blumengestecke und dekorierte Gräber ersetzt.

Das Laub raschelt und der Wind lässt die Äste der Bäume sanft schwingen: Im Waldfrieden Steyrling ist Hektik ein Fremdwort. Auf rund fünf Hektar Wald der Fürstlich Schaumburg-Lippischen Forstverwaltung finden Menschen inmitten der Natur ihre letzte Ruhestätte. Mit Ruhe und Bedacht erzählt Anna Steinert von der Forstverwaltung, was diesen Friedhof so besonders macht: „Wir bieten Baum- oder Wiesenplätze an. Das heißt, dass die Urne entweder auf einem der über 2.000 Beisetzungsstellen im Wald oder auf einem der 1.000 Plätze in der Wiese begraben werden kann.“ Bei den insgesamt rund 250 Bäumen im Waldfrieden Steyrling gibt es je maximal 12 Beisetzungsstellen, die rund um den Baum herum platziert sind. Die Asche der Verstorbenen ruht dann in biologisch abbaubaren Urnen tief vergraben bei den Wurzeln oder in der Wiese.

Erster Naturfriedhof in Oberösterreich

„Der Waldfrieden Steyrling war bei seiner Gründung 2016 der erste Naturfriedhof in Oberösterreich“, erzählt Steinert weiter: „Wir haben uns das Konzept damals von Naturfriedhöfen in Deutschland abgeschaut.“ Und das Konzept geht auf: Etwa 280 Plätze sind bereits vergeben, wobei rund 200 davon noch nicht belegt, sondern für später reserviert wurden. „Viele suchen sich bereits zu Lebzeiten eine für sie passende Grabstelle bei uns aus“, berichtet Steinert.

Klimafreundlicher Friedhof

Steyrlings besonderer Friedhof trägt darüber hinaus mit den vielen Bäumen und unversiegelten Flächen zur Verbesserung des Klimas bei. Sträucher und vor allem Bäume binden Kohlendioxid und Staubpartikel. Ein einziger großer Laubbaum reinigt in einer Stunde bis zu 4.000 Kubikmeter Luft, dabei werden rund 100 Kilogramm Staub und zwei Kilogramm Kohlendioxid gebunden sowie fast zwei Kilogramm Sauerstoff abgegeben.

Keine Hektik

Wegen der Natürlichkeit des Friedhofes sei das Beschmücken oder Dekorieren der Grabstellen nicht erwünscht „und auch nicht Sinn der Sache“, betont die Mitarbeiterin. Beim Waldfrieden Steyrling gehe es um eine natürliche Ruhestätte und weniger um das am schönsten hergerichtete Grab: „Gegen gepflückte Blumen, die dann auf den Platz gelegt werden, hat selbstverständlich keiner was. Da freuen sich vielmehr später auch die tierischen Waldbewohner darüber“, lacht Steinert. Gerade diese Naturverbundenheit nehme an Allerheiligen viel Stress und Hektik heraus: Es müssen und sollen keine Grabgestecke, Plastikblumen oder Dekorationsartikel besorgt werden. „Bei uns erledigt das alles der Wald mit seiner natürlichen Schönheit“, sagt die Forstverwaltungsmitarbeiterin: „Gerade zu Allerheiligen sind mehr Menschen bei uns unterwegs und verbinden den Besuch mit einem Spaziergang an der frischen Luft, bei dem Kinder auch herumtollen und laufen können. Das wäre bei einem herkömmlichen Friedhof ja nicht der Fall.“

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