Goldhaube in Steinbach: traditioneller Kopfschmuck und sichtbares Zeichen für soziales Engagement

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Susanne Winter, MA Susanne Winter, MA, Tips Redaktion, 24.11.2021 18:22 Uhr

STEINBACH AM ZIEHBERG. Seit 40 Jahren hält die Goldhauben-, Hut- und Bauerngruppe Steinbach am Ziehberg nicht nur die Tradition der Tracht aufrecht, sondern zeigt auch großes soziales Engagement. Tips sprach anlässlich des Jubiläums mit der ehemaligen Obfrau Maria Enzendorfer und der aktuellen Obfrau Maria Glinz.

Als vor rund 42 Jahren die Idee aufkam, Goldhauben-Stickkurse in Steinbach zu veranstalten, war das Interesse sehr groß. „Man kann eine Goldhaube zwar kaufen, doch es ist Ehrensache, dass man sie selbst stickt“, verrät Maria Enzendorfer. Bald gab es einige Trägerinnen dieses schönen Kopfschmuckes und die Mütter fertigten auch Goldhäubchen für ihre Töchter. Am 19. März 1981 wurde dann eine eigene Goldhaubengruppe unter Obfrau Maria Enzendorfer gegründet. Ihre damalige Stellvertreterin Maria Glinz ist seit 2002 Obfrau.

Rund 450 Gramm wiegt eine Goldhaube

Eine Goldhaube ist rund 450 Gramm schwer. Das Material der Goldhaube von Maria Glinz kostete bei der Fertigung im Jahr 1979 1.727 Schilling (ca. 125 Euro). Fixbestandteile der Goldhaube sind der Knauf sowie eine Masche aus schwarzer Spitze auf der Oberseite und der Flügel auf der Rückseite.

Viel Geduld gefragt: 350 Arbeitsstunden bis zur fertigen Goldhaube

Maria Glinz fertigte ihre Goldhaube in rund 350 Arbeitsstunden. Zuerst wird eine feine Goldwebe auf einen Rahmen gespannt. Das Muster, welches sich die Stickerin selbst aussuchen darf, wird auf ein Seidenpapier gezeichnet. Jedes Muster hat ein Mittelmotiv von dem aus das Muster rechts und links gespiegelt weiter verläuft. Die Verzierung erfolgt mit Flitter, Pailletten, Folien in Blüten- oder Blätterform und Perlen aus vergoldetem Kupfer. Diese werden auf der Goldwebe samt dem Seidenpapier, das erst später entfernt wird, festgenäht. Der Knauf setzt sich aus einzelnen bestickten Filzteilen mit gefülltem Zwischenraum zusammen. Zum Schluss wird das Band auf ein Drahtgestell aufgebracht und der Knauf sowie die schwarze Masche befestigt. Die Goldhaube sollte in säurefreiem Papier eingewickelt in einer Spanschachtel aufbewahrt werden.

Vielfalt an Trachten

Im Jahr 1994 wurden für Männer die Sensenschmiedtracht und für Frauen die Scheibenhuttracht in die Steinbacher Gruppe aufgenommen. Auch zum Tragen der alten Bauerntracht fanden sich einige neue Mitglieder. Deshalb heißt die Gruppe seitdem Goldhauben-, Hut- und Bauerngruppe Steinbach am Ziehberg.

Steinbachtalertracht entworfen

Für Maria Enzendorfer war es immer ein großes Anliegen, für Steinbach eine eigene Tracht herauszubringen. 1997 entwarfen sie deshalb gemeinsam mit Maria Glinz die neue „Steinbachtalertracht“, eine eigene Festtracht und Alltagstracht für Frauen sowie eine Männertracht. Getragen werden die Gold- oder Perlhauben und Kopftücher sowie die Festtracht zu feierlichen Anlässen wie Fronleichnams-Prozession, Erntedankfest und Feier mit den Jubelpaaren. Als Anerkennung für ihre außergewöhnlichen Bemühungen für die Erhaltung des heimischen Brauchtums erhielt Maria Enzendorfer 2012 den Titel „Konsulent für Volksbildung und Heimatpflege“.

Soziales Engagement

Die Goldhauben-, Hut- und Bauerngruppe ist in Steinbach sehr aktiv. Das Palmbuschenbinden und der Florianikirtag waren vor Corona jährliche Fixpunkte. Zudem veranstaltete die Gruppe diverse Ausstellungen und gestaltete 1993 das Kochbuch „Stoabacher Kost“. Die Spendeneinnahmen dieser Aktionen wurden und werden für soziale Zwecke wie Licht ins Dunkel, Lebenshilfe und die Pfarrkirche Steinbach verwendet.

Wie man Goldhaubenfrau wird

Wer auch eine schöne Tracht und Goldhaube tragen möchte, wendet sich an Obfrau Maria Glinz. „Man muss nicht gleich eine Goldhaube selbst sticken. Wir haben Goldhauben, Mädchenhäubchen und Kinderkleider in allen Größen zum Verleihen und freuen uns über neue Mitglieder unserer Gruppe. Jeder ist herzlich willkommen“, sagt Maria Enzendorfer.

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