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RIED IM TRAUNKREIS. Seit 2007 ist Franz Haider aus Ried im Traunkreis als Abschnittskommandant von Kremsmünster für zehn Feuerwehren und mehr als 500 Kameraden zuständig. Der 57-Jährige ist damit der dienstälteste Abschnittskommandant im Bezirk Kirchdorf. Anlässlich des Internationalen Tags der Feuerwehrleute am 4. Mai sprach Tips mit dem Rieder über seinen Werdegang und prägende Ereignisse.

  1 / 2   Als Abschnitts-Feuerwehrkommandant trägt Franz Haider einen roten Helm, um sofort erkennbar zu sein. Foto: FF Kremsmünster

Tips:Seit wann sind Sie bei der Feuerwehr Kremsmünster?

Franz Haider: Ich trat der Feuerwehr mit 16 Jahren bei. Anschließend absolvierte ich die Ausbildung im vorbeugenden und abwehrenden Brandschutz sowie die Ausbildung in der technischen Hilfeleistung, einschließlich der Absolvierung des Feuerwehrleistungsabzeichens in Gold und verschiedener anderer Leistungsabzeichen. 2007 wurde ich zum Kommandanten des Abschnitts Kremsmünster gewählt.

Tips:Seit 42 Jahren engagieren Sie sich nun also ehrenamtlich bei der Feuerwehr. Was hat Sie dort gehalten?

Haider: Die Kameradschaft. Diese Bindung, die man zur Organisation hat, spielt sich sehr stark über diese menschliche Komponente ab. Die besteht einerseits zu den Kameraden, aber auch zu den Menschen, die einen brauchen und denen man im Einsatzfall hilft. Man fragt nicht „Wo fahren wir hin“ oder „Zu wem“, sondern man fährt einfach – und erledigt die anstehende Arbeit.

Tips:Diese anstehende Arbeit spielt sich oftmals bei Einsätzen ab, die nicht gut ausgehen.

Haider: Ja, das stimmt. Einsätze wie Verkehrsunfälle mit Verstorbenen oder mit Schwerverletzten, von denen man sich schon denkt, dass das knapp wird, sind natürlich belastend. Man ist so nahe am Geschehen – und das menschliche Leid zeigt sich einfach ungefiltert. Da entstehen dann auch Bilder im Kopf, die man ein Leben lang mit sich mitträgt und einen prägen.

Tips:Wie geht man mit solchen schlimmen Erlebnissen um?

Haider: Da bekommen wir professionelle Hilfe vom SvE-Team (Anm.: SvE steht für „Stressverarbeitung nach belastenden Einsätzen“). Gemeinsam versucht man dann, sich nach einem belastenden Einsatz aus der Rolle, die man während des Einsatzes inne hatte, zu befreien – damit man die Emotionen und Bilder nicht mit nach Hause nimmt. Da ist das SvE-Team oftmals sehr gefordert.

Tips:Hat Sie die Arbeit als Feuerwehrmann verändert?

Haider: Die Arbeit bei der Feuerwehr verändert nicht den Menschen, aber es gibt eben Erlebnisse, die man nicht mehr vergisst und die einen Tag und Nacht begleiten. Auch die Verantwortung, die man trägt, spielt eine große Rolle: Ich bin als Abschnittskommandant für zehn Feuerwehren zuständig – da gilt es schon, darauf zu achten, wie man mit dieser Verantwortung auch umgeht.

Tips:Sie arbeiten bei der Firma Greiner Packaging International in Kremsmünster und betreiben nebenbei noch eine Landwirtschaft. Wie geht sich das alles aus?

Haider: Es gibt ruhige Zeiten und es gibt Zeiten, da ist geballt sehr viel los. Eine schlaflose Nacht hält man schnell einmal aus, bei mehreren hintereinander wird es schon anstrengend. Aber man weiß, dass sich die Menschen, die einen alarmieren, in einer Notsituation befinden und von dem System der Freiwilligen Feuerwehren abhängig sind. Das ist auch der Antrieb, warum ich das mache.

Tips:Worin sehen Sie die Herausforderung im Freiwilligendienst?

Haider: Die Herausforderung im freiwilligen Feuerwehrdienst ist, dass man bei einer Alarmierung nie die selben Aufgaben hat – es hängt ja immer davon ab, wie viele Kameraden da sind und zur Verfügung stehen. Wenn man ins Feuerwehrauto einsteigt, bekommt man eine Aufgabe zugeteilt, die jedes Mal eine andere sein kann. Das ist auch der große Wert der freiwilligen Feuerwehrleute: Sie sind Allrounder und können alles. Eine weitere, große Herausforderung ist es, die Menschen, die bei uns mitarbeiten möchten, zu motivieren, auszubilden und zu halten. Das größte Kapital, das die Freiwillige Feuerwehr hat, ist der Mensch. Die Ausrüstung kann noch so schön, teuer und modern sein – wenn kein Mensch da ist, der sie bedient, ist sie sinnlos.

Tips:Was wünschen Sie Ihren Kameraden für die Zukunft?

Haider: Dass das Zwischenmenschliche und die Kameradschaft so bleiben. Nur der Zusammenhalt der Feuerwehrmitglieder macht diese Leistung, die wir erbringen, überhaupt erst möglich.


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