Geplante Gasbohrung in Molln: Firma ADX Energy bezieht Stellung zu Vorwürfen der Bürgerinitiative Pro Natur Steyrtal (Update)
MOLLN. Mit einem Schreiben vom 8. Mai hat die australisch-österreichische Firma ADX Energy einen Antrag für eine Probebohrung im Jaidhausgebiet in Molln eingereicht. Dieser Antrag sei trotz anderslautender Ankündigungen nicht öffentlich, kritisiert die Bürgerinitiative „Pro Natur Steyrtal“. Die Bürgerinitiative forderte ADX Energy auf, alle Unterlagen öffentlich zugänglich zu machen. ADX Energy bezieht nun Stellung zu den Vorwürfen und Forderungen.

Bereits Anfang März hat die Bürgerinitiative Pro Natur Steyrtal einen umfangreichen Fragenkatalog an ADX Energy übermittelt, in dem alle offenen Fragen rund um die im Raum stehende Gasbohrung im Jaidhausgebiet aufbereitet wurden (Tips berichtete). Kurze Zeit darauf habe die Bürgerinitiative eine Einladung zu einem „Hintergrundgespräch“ erhalten, so Pro Natur Steyrtal-Sprecher Christian Hatzenbichler. ADX Energy habe für das Zustandekommen dieses Gesprächs Bedingungen gestellt: Nur ein Vertreter der Bürgerinitiative hätte an dem Gespräch teilnehmen dürfen – und eine Verschwiegenheitserklärung unterschreiben müssen. Diese Bedingungen seien inakzeptablen gewesen, so Hatzenbichler. Das Gespräch fand nicht statt.
Zugang zu Antrag verwehrt
ADX Energy habe die Fragen der Bürgerinitiative in weiterer Folge weder schriftlich noch mündlich beantwortet und stattdessen auf das anlaufende Verfahren und den damals bevorstehenden Antrag auf die Probebohrung verwiesen. „In den nächsten Tagen wird der vollständige ADX-Antrag für die Probebohrung Welchau eingebracht, im Gefolge gibt es dann genügend Gelegenheit für alle an Umwelt und Naturschutz Interessierten, sich mit dem Antrag sowie mit den Dokumenten involvierter Behörden und Sachverständigen auseinanderzusetzen“, hieß es am 29. März seitens ADX Energy. „Wie sich aber nun herausstellt, ist bis auf den Grundstücksbesitzer, der Gemeinde und dem Unternehmen selbst, der Zugang zu dem Antrag allen anderen aber verwehrt und es besteht keine Möglichkeit, sich selbst ein Bild von den eingereichten Unterlagen zu machen“, so Hatzenbichler.
Verhandlung in Molln doch nicht öffentlich: Für die Bürgerinitiative „keinesfalls akzeptabel“
Darüber hinaus habe sich jetzt entgegen den öffentlichen Ankündigungen herausgestellt, dass auch die für 28. Juni angesetzte Verhandlung in Molln nicht öffentlich sein werde. „Für die Bürgerinitiative und viele Mollner Menschen ist eine derartige Vorgangsweise keinesfalls akzeptabel! Wir fordern volle Transparenz und Informationsoffenheit. Wir verwehren uns mit größtem Nachdruck dagegen, dass unter Ausschluss der Öffentlichkeit offenbar hinter verschlossenen Türen eine derart maßgebliche Angelegenheit durchgedrückt werden soll.“ Pro Natur Steyrtal verlangt nun von ADX Energy, Mollns Bürgermeister und den Verantwortlichen der Montanbehörde vollen Zugang zu den Antragsunterlagen sowie ein Mitwirkungs- und Anhörungsrecht bei der Verhandlung am 28. Juni.
ADX weist Vorwürfe zurück
In einer Stellungnahme seitens ADX Energy wird nun betont, dass die mündliche Verhandlung am 28. Juni von der „Montanbehörde West“ geleitet wird und diese zum Verfahren ausschließlich bevollmächtigte und zuständige Vertreter des Projektwerbers, der OÖ Landesregierung, der Österreichischen Bundesforste AG als Grundstückseigentümerin, der Anrainer, des Arbeitsinspektorats, der Marktgemeinde Molln, der BH Kirchdorf, der FF Breitenau und der entsandten Sachverständigen eingeladen haben.
Treffen für Interessierte geplant
Für alle Interessierten und Medienvertreter, die aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen zum mündlichen Verfahren nicht zugelassen werden, veranstaltet ADX Energy nun am selben Tag, am 28. Juni ab 9.30 Uhr, ein Pressegespräch mit dem CEO der australischen Muttergesellschaft ADX Energy, Paul Fink, im Nationalpark Zentrum Molln.
ADX: „Dokumente sehr wohl einsehbar“
ADX Energy wehrt sich zudem vehement gegen den Vorwurf der Bürgerinitiative, verfahrensrelevante Informationen geheim zu halten. Dies sei gar nicht möglich, da im Zuge des Verfahrens sämtliche relevanten montan- und naturschutzrechtlichen Rahmenbedingungen behandelt werden würden. Die Antragsunterlagen seien, so ADX Energy, in der Marktgemeinde Molln für alle Parteien im Bewilligungsverfahren einsehbar. Die Bürgerinitiative ist allerdings nicht im Verfahren involviert und damit nicht zur Einsicht der Dokumente berechtigt.
Im Sinne der Transparenz prüfe ADX Energy nun aber die Möglichkeit, die Dokumente während des Pressegesprächs für allgemein Interessierte einsehbar zu machen, ohne dabei Gesetze oder Rechte Dritter auf Vertraulichkeit zu verletzen.


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