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200.000 neue Jungpflanzen für die Wälder im Forstbetrieb Steyrtal

Sophie Kepplinger, BA, 09.04.2024 17:56

BEZIRK KIRCHDORF. Im Forstbetrieb Steyrtal herrscht aktuell reger Betrieb: Rund 200.000 Jungbäume sind in dessen 34.600 Hektar großem Waldgebiet zu setzen, das sich vom Pyhrnpass bis nach Steyr erstreckt. Ein Großteil der kleinen Fichten, Lärchen und Tannen erhalten in Spital am Pyhrn und Windischgarsten ihr neues Zuhause.

Die Forstfacharbeiter Christian Helml, Marcel Wankmüller und Daniel Hattinger (v.l.) mit Revierassistentin Susanne Binder beim Aufforsten am Fuße des Tannbergs (Foto: Sophie Kepplinger)
photo_library Die Forstfacharbeiter Christian Helml, Marcel Wankmüller und Daniel Hattinger (v.l.) mit Revierassistentin Susanne Binder beim Aufforsten am Fuße des Tannbergs (Foto: Sophie Kepplinger)

Seit den frühen Morgenstunden sind Christian Helml, Daniel Hattinger und Marcel Wankmüller am Fuße des Tannbergs bei der Arbeit. Mehrere hundert Setzlinge haben sie mitgebracht, viele der kleinen Tannen, Lärchen und Fichten stecken auf diesem Südwest-Hügel zwischen Rosenau und Spital am Pyhrn bereits in der Erde.

„Wir sind mit den Aufforstungsarbeiten einige Wochen früher dran als sonst, Ende März haben wir schon die ersten Jungbäume ausgesetzt – da liegt in dem Gebiet normalerweise noch meterhoch Schnee“, erzählt Susanne Binder, während die drei Forstfacharbeiter mit geübten Griffen die Freifläche mit Jungbäumen füllen. Die 20-Jährige ist Revierassistentin im Forstrevier Süd, das die Reviere Pyhrn und Windischgarsten umfasst. Die Mitkoordination der Wiederaufforstung macht derzeit einen Großteil ihrer Arbeit aus: Rund 45.000 neue Jungbäume sind in ihrem Gebiet vorgesehen. 

200.000 frische Jungbäume, vom Pyhrnpass bis nach Steyr

„Im gesamten Forstbetrieb Steyrtal werden etwa 200.000 Setzlinge gepflanzt. Besonders intensiv gestaltet sich die Aufforstung in den Revieren Steyr und Pyhrn“, berichtet Betriebsleiterin Karin Oberaigner. Rund 41.700 Hektar umfasst das Gebiet des Forstbetriebs Steyrtal vom Pyhrnpass bis nach Steyr. Dabei umschließt er den Nationalparkbetrieb der Bundesforste.

Den Wald der Zukunft vor Augen

Nötig sind die Aufforstungsarbeiten, um die Holzentnahme – sei es aus wirtschaftlichen Gründen oder durch Schadereignisse – auszugleichen. Zahlreiche Bäume sind vergangenes Jahr durch Lawinen, Borkenkäfer oder Sturmereignisse beschädigt worden. In Summe galten rund 37 Prozent der Holzernte als Schadholz – kein schlechter Wert, wie die Betriebsleiterin betont. Dennoch liege es an den Bundesforste-Mitarbeitern, den Wald bei der Naturverjüngung zu unterstützen. „In der Waldwirtschaft richtet sich der Blick nicht auf die nächsten zehn, sondern auf die nächsten hundert Jahre. So entsteht generationenübergreifend ein vielfältiger, artenreicher Mischwald“, so Oberaigner.

Ein Gebiet voller Gegensätze

Welche Baumarten wo eingesetzt werden, wird für jede Fläche separat festgelegt. Immerhin ist das Gebiet des Forstbetriebs Steyrtal von großen Gegensätzen geprägt: Von hochalpinen Flächen bis hin zu sanften Hügelwäldern gibt es eine breite Vielfalt. Auch das beeinflusst die Wahl der Baumarten. „Vor allem die Lärche passt gut in unser Gebiet: Sie fühlt sich in niederen Lagen sowie in alpinen Bereich wohl“, erklärt Oberaigner.

Im Einklang mit der Natur

Lärchen hatten auch Susanne Binder, Christian Helml, Daniel Hattinger und Marcel Wankmüller im Gepäck. Rund 500 Stück – darunter auch Tannen und Fichten – haben sie mittlerweile auf der 5.000 Quadratmeter großen Fläche am Fuße des Tannbergs gesetzt. „Normalerweise bräuchte es für diese Fläche mehr Setzlinge, aber es gibt hier schon viel Naturverjüngung, also Jungbäume, die von selbst nachgekommen sind, dass es reicht, um den Abschnitt zu füllen“, sagt die 20-Jährige und zeigt auf eine von Natur aus nachgewachsene Tanne. Seit heute hat diese eine kleine Lärche zum Nachbarn.

Der Forstbetrieb Steyrtal

Das Gebiet umfasst 41.700 Hektar, davon 34.600 Hektar Waldfläche, und ist aufgeteilt auf neun Forstreviere (Pyhrn, Windischgarsten, Breitenau, Molln, Sattl, Reichraming, Brunnbach, Großraming, Steyr).

Waldzusammensetzung: Vorrangig Fichten (40 Prozent), Lärchen (30-40 Prozent) und Tannen (15 Prozent)


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