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Flüchtlingssituation bleibt auch im Bezirk Kirchdorf große Herausforderung

Leserartikel Jakob Weiermair, 21.04.2016 10:10

BEZIRK KIRCHDORF. Die Flüchtlingssituation stellt auch den Bezirk Kirchdorf vor viele Herausforderungen. In der „Steuerungsgruppe Asyl“ versucht man, die damit verbundenen Aufgaben bestmöglich zu koordinieren und die Lösung von Problemen frühzeitig in die Wege zu leiten.

  1 / 2   Runder Tisch in der Bezirkshauptmannschaft: Die „Steuerungsgruppe Asyl“ trifft sich in regelmäßigen Abständen. Foto: jweiermair

Die Koordination der Quartiersuche gehört zu den Hauptaufgaben des Arbeitskreises, der sich in regelmäßigen Abständen trifft. Vertreter der Hilfsorganisationen sind in der „Steuerungsgruppe“ ebenso vertreten wie zwei Bürgermeister des Bezirks, Bezirkshauptmann Dieter Goppold, eine Mitarbeiterin der Bezirkshauptmannschaft und Vertreter des Regionalen Kompetenzzentrums Integration „ReKI“.

Enge Abstimmung mit den Gemeinden

Bezirkshauptmann Dieter Goppold ist es wichtig zu betonen, dass die Steuerungsgruppe nicht etwa die Zuteilung von Flüchtlingen über die Köpfe der Gemeinden hinweg entscheidet. Vielmehr versuche man, in enger Abstimmung und im Gespräch mit den Gemeinden, bestehende Unterbringungen für Flüchtlinge zu unterstützen und neue Quartiere zu finden.

Unterbringungsquote

Denn diese werden nach wie vor dringend gebraucht. Aktuelle Zahlen der Bezirkshauptmannschaft zeigen, dass die Unterbringungsquote von 1,5 Prozent der Wohnbevölkerung im Bezirk noch nicht erfüllt wird. Aktuell erreicht der Bezirk einen Wert von 0,95 Prozent – oder in absoluten Zahlen: 528 belegte Plätze für Asylwerber bei laut Quote 837 benötigten Plätzen.Die 0,95 Prozent Unterbringungsquote ergeben sich aus den unterschiedlichen Quoten der Gemeinden. Während manche Gemeinden die Quote übererfüllen, liegt die Mehrheit der Gemeinden unter den 1,5 Prozent.

Quartierfrage

Dieser Umstand wird von der Steuerungsgruppe Asyl naturgemäß kritisch betrachtet. „Manche Gemeinden ducken sich einfach weg“, formuliert Dieter Goppold, der auch davor warnt, die Unterbringungsquote dauerhaft nicht zu erfüllen. Das Durchgriffsrecht des Bundes könne dann schlagend werden. Sind die Asylsuchenden einmal untergebracht, hören die Herausforderungen nicht auf. Gilt es dann doch das weite Feld der Integration bestmöglich zu gestalten. Dazu gehört auch die entsprechende Betreuung der Asylsuchenden. Dass diese teilweise zusehr auf den Schultern der Ehrenamtlichen lastet, wurde beim Treffen der Steuerungsgruppe deutlich. In Grünburg laufe die Versorgung der Asylwerber derzeit suboptimal. „Hier verlässt man sich zusehr auf die Ehrenamtlichen“, so Dieter Goppold. In den nächsten Wochen will man daher gezielt das Gespräch mit dem privaten Quartiergeber suchen, um die Situation zu verbessern.

In Molln laufen derzeit die Vorbereitungen für eine neue Asyl-unterkunft, wie Rotkreuz-Bezirksgeschäftsstellenleiter Franz Leisch erklärt: „Die Vorbereitung für die von uns betriebene neue Asylunterkunft in Molln, wo 48 Flüchtlinge für die Gemeinde Molln untergebracht werden sollen, ist derzeit die größere Herausforderung. Die ersten Familien sollten Ende April bzw. Anfang Mai einziehen können. Sie werden in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Molln für die Zeit des Asylverfahrens betreut und sozial möglichst integriert.“ Da es sich bei den meisten Quartieren nur um Übergangslösungen handelt, wird für anerkannte Flüchtlinge auch die Wohnungsfrage bald entscheidend werden. Arbeitsplätze, Beschäftigung und Ausbildungsmöglichkeiten werden ebenfalls gebraucht.

Beschäftigung

Einigkeit herrscht bei den Mitgliedern der Steuerungsgruppe auch darüber, dass es wünschenswert ist, die Asylsuchenden in der Gemeinde nach Möglichkeit zu beschäftigen. „Beschäftigung macht Integration leichter“, so Ewald Lindinger, Bürgermeister von Micheldorf, der Mitglied der Steuerungsgruppe ist. In seiner Gemeinde würden etwa Beschäftigungen wie die Instandsetzung des Parkbades oder diverse Arbeiten an Grünflächen an die Asylsuchenden vergeben.

Arbeitsmarktzugang und Beschäftigungsmöglichkeiten für Asylsuchende stehen auch bei einer Info-Veranstaltung am Dienstag, 10. Mai, um 19 Uhr in der Bezirkshauptmannschaft im Fokus. Rotkreuz-Bezirksgeschäftsstellenleiter Franz Leisch wies beim Arbeitskreis-Treffen auf die Bemühungen seiner Organisation um Sozialmärkte hin. Am 1. Juni wird die große Eröffnung des neuen Sozialmarkts in Kremsmünster gefeiert. „In diesem Sozialmarkt können sozial bedürftige Inländer und auch Asylwerber einmal pro Woche zu einem Symbolpreis günstig einkaufen und erfahren somit soziale Wärme“, so Franz Leisch.

Info-Abend „Arbeitsmarktzugang und Beschäftigungsmöglichkeiten“

Dienstag, 10. Mai, 19 Uhr

Sitzungssaal (2. Stock), BH Kirchdorf


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