Familiennetzwerk bei Ministerin: „Solche Projekte sind die Zukunft“
KLEINZELL/WIEN. Österreich zum familienfreundlichsten Land zu machen ist die Vision von Familienministerin Sophie Karmasin. Und da kann sie sich von Oberösterreich und hier vor allem vom Familiennetzwerk Mühltal einiges abschauen. Gestern war das rührige Team rund um Netzwerkleiterin Roswitha Öhler bei Karmasin in Wien zu Gast. Zum einen, um sich und das erfolgreiche Netzwerk zu präsentieren; zum anderen um sich Unterstützung in einigen Belangen zu holen.

„Haben wir überhaupt so viele Sesseln“, war die ÖVP-Bundespolitikerin überrascht ob der großen Gruppe aus dem Mühlviertel, die da in ihr Ministeriumsbüro gekommen war. Aber alle fanden Platz und ausreichend Möglichkeit, der Ministerin ihre Anliegen vorzutragen. Schwerpunkt des Gesprächs, für das sich Sophie Karmasin eine Stunde Zeit nahm, war die Kinderbetreuung, die am Land viel schwieriger zu bewerkstelligen ist, als in der Stadt. „Wir leben gerade mal 30 Kilometer von Linz entfernt und müssen uns abstrampeln für ein besseres Angebot. Es gibt einfach so viele Hürden zu überwinden“, berichtete Roswitha Öhler. Gerade die Sommerbetreuung sei ein Thema. Das kann Karmasin bestätigten, „da muss man originell nachdenken“, sagte sie. Gemeindeübergreifende Ansätze und Tageseltern seien ein guter Weg.
Familien wertschätzen
Optimale Betreuungsmöglichkeiten sind auch ein wichtiger Punkt, damit sich Paare überhaupt erst für Kinder entscheiden. Und immer, wenn Familie entsteht, müsse man das besonders wertschätzen. „Deshalb braucht es auch die volle Wahlfreiheit – egal ob Frauen bald wieder in den Beruf einsteigen wollen oder zu Hause bei ihren Kindern bleiben wollen. Dazu müssen wir Möglichkeiten schaffen“, zeigte die Familienministerin auf.
Gerade die Wertschätzung der Mütter fehlt aber oft, sind sich die Familiennetzwerker aus dem Mühlviertel einig. „Mutter sein ist nicht mehr anerkannt. Oft ist auch der Druck von den Betreiben so groß, dass schon zwei Jahre Karenz nicht mehr selbstverständlich sind“, meinte Veronika Schirz aus St. Ulrich.
Unternehmen für Familie
Flexible Arbeitszeitmodelle, Home office, Betriebs-Kindergärten: Um aufzuzeigen, dass sich schon viel tut, hat das Familienministerium das Projekt „Unternehmen für Familien“ ins Leben gerufen. Dabei werden Best practice-Beispiele vorgestellt. Auch das Familiennetzwerk könnte Vorbild für andere Gemeinden in Österreich sein, lud Karmasin die Mühlviertler ein, sich hier zu beteiligen. „Solche Netzwerke sind sehr wirksam und effizient, sie sind unsere Zukunft. Denn der Bund alleine kann Österreich nicht zum familienfreundlichsten Land machen – dazu brauchen wir Gemeinden und Unternehmen.“
Weil Sophie Karmasin vom „Vorzeigebeispiel“ überzeugt ist und ihr solche gemeindeübergreifenden Initiativen ein Anliegen sind, gibt es auch spezielle Fördermöglichkeiten für solche Projekte, wie den gemeindeübergreifenden Ausbau der Kinderbetreuung oder für die Organisationen von Kooperationen.
Außerdem sollte es eine Möglichkeit geben, das Netzwerk bei der angestrebten Re-Auditierung zur familienfreundlichen Gemeinde zu unterstützen, so die Ministerin.


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