KOLLERSCHLAG. Während die viel beachtete Fotoausstellung mit historischen Bildern zu Ende geht, rollt die Kollerschlager Kulturwelle unaufhörlich weiter. Denn eine zweite Ausstellung steht kurz vor Eröffnung: Dieses Mal dreht sich alles um Schmuggeln.
Eine Dreiländer-Wanderausstellung des Kulturvereins „Über d“Grenz“ aus Zwiesel im Bayrischen Wald, die bis 10. April im Obergeschoß des Gemeindehauses zu sehen ist, erinnert an die Schmugglerpfade durch Bayern, Böhmen und Österreich. Zur Eröffnung am 26. Februar präsentiert Marita Haller aus Zwiesel ihre beiden Bücher übers Schmuggeln und liest daraus vor. Musikalisch umrahmt wird der Abend von den Geschwistern Hofmann aus Kollerschlag. Für Bewirtung hat der Veranstalter, der Kulturverein Grenzgänger, ebenfalls gesorgt – mit KulturWellen-Wurst (Fleischhauerei Lauss), KulturWellen-Stangerl (Bäckerei Wolkerstorfer-Gabriel) und Schlägler Bier. Bewegte Schmuggler-Vergangenheit Im Grenzort Kollerschlag gab es nicht viele, die nicht irgendwann geschmuggelt hatten. Die Preisunterschiede zwischen den Nachbarländern waren zu verlockend. So wurden früher Salz und Saccharin, später Textilien von Bayern ins Mühlviertel gebracht, ohne Zoll zu entrichten; hinauf waren besonders Vieh und nach dem Zweiten Weltkrieg Rum gefragt. Das Ganze war aber eine gefährliche Angelegenheit – 17 Menschen mussten im Laufe der Jahrhunderte zwischen Donau und dem Böhmerwald ihr Leben lassen. Der organisierte Schmuggel lief besonders im 19. Jahrhundert im Bereich der Lackenhäuser, wo der Gastwirt und Geschäftsmann Matthias Rosenberger – ein Freund von Adalbert Stifter – als „Schmugglerpate“ fungierte. Als seine Machenschaften aufflogen, war er für immer verschwunden. Auf der Gegenseite stand die Finanzwache, die diesem Treiben Einhalt gebieten wollte. Dennoch hat so mancher Zöllner seine Angetraute aus dem Grenzgebiet genommen. Um dieses Thema nimmt sich auch die Gistl-Theatergruppe aus Frauenau in Bayern an, die am 21. März im Pfarrsaal das Stück „Grenzverkehr-t, wo die Löwen noch zwei Schwänze haben“ aufführen. Vorverkaufskarten sind bereits am Marktgemeindeamt Kollerschlag erhältlich (7 Euro). Noch ein Hinweis: Ein Heimatabend am 10. April (zum Abschluss der Wanderausstellung) dreht sich ebenfalls um die Aktivitäten der Schmuggler, Pascher und Schwärzer. Information: Die Schmugglerpfade-Wanderausstellung am Marktgemeindeamt Kollerschlag kann von 26. Februar bis 10. April zu folgenden Zeiten besichtigt werden: Montag, Dienstag, Donnerstag: 8-17 Uhr, Mittwoch: 8-12 Uhr; Freitag: 8-16 Uhr. Sonntag: 10-17 Uhr (Mittagspause jeweils von 12-13 Uhr). Eintritt frei. Eröffnung am Donnerstag, 26. Februar, 19 Uhr im Falkensteinsaal des Gemeindeamtes.
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