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KOLLERSCHLAG. Genau 70 Jahre ist es her, dass die Amerikaner in Hanging österreichischen Boden betreten haben. Von hier aus bahnten sie sich den Weg durchs Mühlviertel nach Linz und beendeten so den Zweiten Weltkrieg. Zeitzeuge Fritz Winkler war beim Einmarsch mit dabei und erinnert sich auch noch gut an die Tage vor dem Kriegsende.

Zur Erinnerung an den Einmarsch der Amerikaner 1945 gab es anlässlich der 777-Jahr-Feier in Kollerschlag 1977 einen Festakt beim Monument „Standing Stone“.
„Täglich flogen US-Bombenflugzeuge hoch über uns zu den Städten von Oberösterreich und Böhmen. Die US-Tiefflieger hatten es auf die Landstraßen und die Mühlkreisbahn abgesehen, sie schossen alles nieder, was sich darauf bewegte“, erzählt der gebürtige Kollerschlager, der jetzt in Eidenberg lebt und sich mit viel mit der Geschichte seiner Heimat beschäftigt. Alle Arbeitsfähigen wurden damals verpflichtet, entlang der Straße Deckungslöcher zu graben, in die man sich vor den Tieffliegern retten konnte. Um die US-Eroberer aufzuhalten, blockierten Panzerhindernisse aus Baumstämmen die Ortseinfahrten. „In Peilstein wurden einige Hausbesitzer in den letzten Tagen hingerichtet, weil sie diesen Unfug im Interesse der Erhaltung ihrer Häuser verhinderten. Aus alten Männern und Hitlerjungen musste eine Volkssturmkompanie gegründet werden – sie sollten mit Panzerfaustgranaten das Grenzgebiet zu Bayern verteidigen“, berichtet Fritz Winkler. „Wir wussten aus Gerüchten, dass der US-Vorstoß am 26. April 1945 bereits bis an die Grenze bei Schwarzenberg erfolgte. Dort wurde Gendarm Thalmann standrechtlich hingerichtet, weil dieser dem US-Spähtrupp den Weg gezeigt hatte. So erfuhren wir, dass sich die US-Armee mit hunderten Panzern auf die Eroberung des Mühlviertels vorbereitete.“   Es war General Wiligard Holbrook mit der 11. US-Panzerdivision, deren Einmarsch die NS-Befehlshaber aber noch verhindern wollten. „Am Morgen des 30. April brach der Angriff auf Wegscheid in Bayern, Oberkappel und Kollerschlag los. Alle Mühlviertler Brücken waren zur Sprengung mit Bomben vorbereitet, um einen schnellen Vormarsch zu verhindern. In Oberkappel verhinderte der Müller Arnezeder und in Hanging Toni Eckerstorfer dieses NS-Vorhaben. So erreichte die Panzerdivision bereits um 15 Uhr Oberkappel und Hanging bei Kollerschlag um 20 Uhr.  In beiden Orten wehten am 1. Mai die weißen Fahnen der Kapitulation.“ Von hier aus bahnte sich General Holbrook den Weg nach Linz und zog am 5. Mai als Sieger ein.  

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