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LAAKIRCHEN. Im „normalen Leben“ ist Katharina Niesner Chemielabortechnikerin und lebt mit ihrer Familie im beschaulichen Lindach. An Rennwochenenden aber steigt sie als „Kathy Mile“ ordentlich aufs Gas: Die 22-Jährige ist Österreichs einziger weiblicher „Dragracer“.

Rasant unterwegs: Kathy Mile ist Dragracerin aus Leidenschaft. Foto: Heli Mayr
  1 / 3   Rasant unterwegs: Kathy Mile ist Dragracerin aus Leidenschaft. Foto: Heli Mayr

Brennende Luft, dröhnend laute Motoren, der spektakuläre „Burnout“, wenn die Reifen vor dem Start am Stand warmgefahren werden, und natürlich die „Wheelies“ mit hochgezogenen Vorderreifen – der Dragsport zieht auch in Europa eine immer größere Fangemeinde in seinen Bann.

Im KO-System treten jeweils zwei Dragracer gegeneinander an, bis schließlich der Sieger feststeht. Die Distanz ist eine Viertelmeile – also rund 400 Meter, gefahren wird geradeaus mit voller Beschleunigung: „Ich komme von Null auf Hundert in unter drei Sekunden“, erzählt die Lindacherin. Am Ende des rund 400 Meter langen „Dragstrips“ist sie bei knapp 200 km/h.

Einzige Österreicherin im Feld

Eigene Damenrennen gibt es nicht, denn Dragrace ist eine Männerdomäne. Katharina Niesner alias Katy Mile ist eine der ganz wenigen Frauen in europäischen Fahrerkreisen – in Österreich ist sie überhaupt die einzige Frau am Steuer eines Dragcars.

Probleme mit ihren männlichen Kollegen gab es aber noch nie: „Die Dragracer sind alle wie eine große Familie. Man kommt mit dem Wohnwagen zum Dragstrip, am Abend wird gegrillt, man sitzt zusammen, man kennt sich. Aber am Strip will dann natürlich jeder gewinnen.“ Dort hat die schnelle Lindacherin auch ihren „Fahrernamen“ Kathy Mile verpasst bekommen, mit dem sie bei den Rennen angekündigt wird.

Zu dem ungewöhnlichen Hobby kam die 22-Jährige über ihren Vater: Als dieser, selbst ein begeisterter Dragracer, eine weiße Corvette aus den USA imprortierte und daran zu schrauben begann, fing auch seine Tochter Feuer.

Weiße Corvette mit „Nitro“-Antrieb und 800 PS

Mittlerweile verfügt die Corvette über 800 PS und einen Lachgas-Antrieb (“Nitro“) – und auch sonst ist fast nichts mehr original: „Die US-Cars sind ziemlich schwer, da wird natürlich schon aus Gewichtsgründen alles ausgebaut, was nur geht“, erklärt Kathy, warum der Fahrgastraum bis auf den Fahrersitz fast völlig leer ist. Doch trotz des Gewichtsnachteils: Für begeisterte Motorsportlerin muss es ein „Amerikaner“ sein, denn immerhin ist Dragrace ein ur-amerikanischer Sport: „Dort hat fast jeder Ort seinen eigenen Dragstrip.“ Speziell sind auch die Slicks – Reifen, fast ohne Profil und aus einer speziellen Gummimischung, die besonders viel Grip garantiert.

Sponsor wird noch gesucht

Bei den Umbauten, die natürlich nicht besonders billig sind, erhält die Lindacherin tatkräftige und finanzielle Unterstützung von ihrer Familie – ein Sponsor „am besten aus der Region“ wäre durchaus gern gesehen.

Ziel: eigenes Dragrace in Österreich

Ein weiteres Ziel ist schon in greifbare Nähe gerückt: ein eigenes Dragrace in Österreich. Derzeit wird vor allem in Tschechien und Ungarn gefahren, dazu kommt als jährliches Highlight das „NitrOlympX“ auf dem deutschen Hockenheimring.

Um auch auf heimischem Boden fahren zu können, wollen Kathy und ihre Familie im Jahr 2018 erstmals ein eigenes Rennen organisieren: „Schwierig sind einerseits die Umweltauflagen und andererseits muss man auch erst einmal eine Strecke finden, die über 400 Meter ganz gerade ist“, so die Motorsportlerin, die sich in ihrer rund 40 Fahrer umfassenden Liga in den letzten Jahren auf Platz zehn durchgekämpft hat.

Vater beim Wheelie „ausgebremst“

Aber der Plafond ist noch nicht erreicht: In der heurigen Saison – Beginn ist Mitte Mai – steht Platz fünf auf dem Plan. Außerdem will die ehrgeizige Fahrerin den Dragstrip erstmals unter zehn Sekunden bewältigen.

Ein weiteres Ziel hat sie bereits erreicht: „Nachdem mein Vater jahrelang erfolglos versucht hat, mit der Corvette einen Wheelie zu machen, hab ich ihm vor zwei Jahren diesen Meilenstein weggenommen“, erzählt Kathy und schmunzelt: „Er hat sich „eh“ gefreut.“

Mehr über Kathy Mile gibts auf www.kathymile.com sowie auf ihrer Facebookseite.


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