Lengauerin beweist: Für den Traumberuf ist es nie zu spät
LENGAU. Nachdem Jasmina Abdelrahman ihren Job als Fitnesstrainerin aufgeben musste, beschloss sie, ihren zweiten Traumberuf in Angriff zu nehmen. Mit Unterstützung ihrer Familie startete die 31-jährige Lengauerin ein Studium der Rechtswissenschaften.

Als ihre Chefin verkündete, das Fitnessstudio für Frauen, in dem Jasmina Abdelrahman als Trainerin tätig war, zu schließen, zog es der Lengauerin erstmal den Boden unter den Füßen weg, erzählt sie: „Es war eindeutig mein Traumjob. Als Fitnesstrainerin konnte ich Hobby und Job vereinen. Ich hatte Spaß mit den Kundinnen, konnte sie gut motivieren und freute mich auf jeden neuen Arbeitstag.“
Langjähriger Traum
Auch wenn sie sich im ersten Moment keinen anderen Job vorstellen konnte, so kam ihr doch ihr langjähriger Traum wieder in den Sinn. Bereits seit zehn Jahren träumte die 31-Jährige von einem Studium der Rechtswissenschaften. Sie wollte Anwältin werden. „Nachdem ich jedoch meine Kinder zur Welt gebracht hatte und wir noch dazu ein Haus gekauft hatten, war das Studium aber erst für sehr, sehr spät geplant“, erzählt Abdelrahman, „wenn die Kids größer sind und wir das Haus abbezahlt haben.“
Mann motivierte sie
Die junge Mutter von drei Kindern fühlte sich verpflichtet, sich schnell wieder eine Arbeit zu suchen, um ihre Familie finanziell nicht im Stich zu lassen. Ihr Mann Ashraf sah jedoch die perfekte Gelegenheit, endlich mit ihrem Traum zu beginnen und meinte: „Geld ist nicht alles, Träume schon.“ „Diese Aussage motivierte mich so sehr, dass ich am Tag danach zu Inskription in die Paris-Lodron-Universität Salzburg fuhr und auch schon mit dem Studium begann“, erzählt Abdelrahman.
Den neuen Traum leben
Nun ist sie bereits mitten in ihrem Traum. Den ersten Teil ihres Studiums hat sie bereits erfolgreich abgeschlossen. Ihre Entscheidung bereute sie keinesfalls: „Auch wenn es für mich und meine Familie sehr schwer ist, ist es zugleich auch wohl einer der besten Wege, die ich je eingeschlagen habe.“
Neue Lebensgestaltung
Doch nicht nur die Familie musste sich ein wenig umstellen, auch die Pläne und Interessen der 31-Jährigen veränderten sich. So trat sie im Jänner dieses Jahres als Sprecherin des Islamischen Friedenszentrums Braunau zurück und auch viele weitere ehrenamtliche Tätigkeiten, die ihr wichtig waren, musste sie aufgeben. „Die Zeit, die ich mit meiner Familie verbringen kann, ist selten geworden. Auch meine Freizeit bleibt aus. Dennoch ist es mir das wert, vor allem deswegen, weil meine gesamte Familie hinter mir steht.“ Dafür ist sie ihren Liebsten besonders dankbar. Insbesondere ihrem Mann, der ebenfalls seine Tätigkeit als Obmann im Islamischen Friedenszentrum zurücklegen wird, um mehr Zeit für die Familie zu haben.
Anderen Mut machen
Mit ihrer Geschichte möchte Jasmina Abdelrahman auch andere dazu ermutigen, ihren Herzen zu folgen und ihre Träume zu verwirklichen: „Wo Träume sind, da sind auch Wege, man muss nur den Mut haben, sie zu gehen. Es ist wichtig, Träume zu verwirklichen und diese in den Vordergrund zu stellen, um sein Glück zu finden.“


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