Kein Bankomat im ganzen Stadtteil
ANSFELDEN. Mit etwa 2800 Bewohnern ist Freindorf der zweitgrößte Stadtteil von Ansfelden. Dennoch gibt es dort seit mehr als zehn Jahren keine Bankfiliale - und demnach auch keinen Bankomaten. Ein aktueller Antrag der SPÖ für das Aufstellen eines Geldautomaten ging nicht durch.

von SILKE KREILMAYR
Bisher schlugen alle Bemühungen der Gemeindepolitik, eine Bank dazu zu bewegen, wieder einen Bankomaten in Freindorf aufzustellen, fehl. „Wegen der zu niedrigen Erträge“, heißt es. Nun hat Gemeinderat Christian Werenka (SPÖ) eine Firma aufgetrieben, die an Standorten, die von den Banken nicht bedient werden, Bankomaten errichtet. Vertreter des Stadtamtes und der Betreiberfirma klärten die Modalitäten und suchten einen Aufstellplatz, der bei der Apotheke auch gefunden wurde. Genauer: in der Garage hinter der Apotheke, da es in der Apotheke aufgrund technischer Gegebenheiten nicht möglich ist.
Ab 2200 Behebungen kostenfrei
Der Vertrag sieht eine vorerst dreijährige Bindung vor, bei 2200 Behebungen monatlich ist der Betrieb kostenfrei. „Jede Behebung weniger müsste die Gemeinde mit knapp 40 Cent ausgleichen, mit jeder Behebung mehr verdient sie 10 Cent. Die Adaptierungskosten belaufen sich auf etwa 4600 Euro“, so Werenka. Jedoch fand der Antrag der SPÖ im Gemeinderat mit Gegenstimmen von FPÖ und ÖVP keine Mehrheit.
FP: „Finden bessere Lösung“
Vizebürgermeister Christian Partoll von der FPÖ erklärt das „Nein“ seiner Partei folgendermaßen: „Es wurde nur ein Standort vorgeschlagen und nur ein Angebot einer Firma eingeholt. Das ist nicht ok. Ich bin sicher, wir finden eine bessere Lösung.“ Er sei im Gespräch mit zwei Firmen, die ebenfalls Geldautomaten aufstellen und hofft, eine Lösung zu finden, in der die Gemeinde kein finanzielles Risiko trägt. Als besten Standort sieht Partoll die Bäckerei mit angeschlossenem Kaufladen, die von Bernhard Pirklbauer betrieben wird. Eine Erhöhung der Kundenfrequenz wäre hier ohnehin zu begrüßen.
ÖVP: „Das rentiert sich nicht“
Helmut Atzlinger, Fraktionsobmann der ÖVP Ansfelden, ist skeptisch: „Es tut mir leid, aber das wird sich nicht rechnen. Daher haben wir dagegen gestimmt.“ Grundsätzlich gestaltet sich die Nahversorgung in Freindorf schwierig. Nach Schließung von Billa und Ring vor zwei Jahren gab es eine Abholstation der Firma Unimarkt, aber das Konzept hat nicht funktioniert. 1,5 Jahre war die Station in Betrieb, dann ist sie ein halbes Jahr leer gestanden und wurde nun endgültig abgebaut. <


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