Weltfrauentag: Gleichberechtigung muss auch im Jahr 2020 noch eingefordert werden
LINZ-LAND. Als Initiative im Kampf um Gleichberechtigung und Frauenwahlrecht bereits vor dem Ersten Weltkrieg entstanden, wird der Weltfrauentag seit 1921 jährlich am 8. März gefeiert. Frauen aus Linz-Land, die in Politik und Wirtschaft erfolgreich sind, berichten, was sie zu diesem Thema bewegt.

„Ich halte den Weltfrauentag für sehr wichtig“, erklärt Renate Heitz, Vizebürgermeisterin von Ansfelden. „Er ist willkommener Anlass zur Debatte über das Erfolgsprojekt Emanzipation. Wir haben uns schon viele Freiheiten erkämpft, das gilt es, bewusst zu machen.“ Trotzdem sei es immer noch nicht egal, welches Geschlecht man habe, es werde noch ein paar weitere Weltfrauentage brauchen, so die designierte SPÖ-Landesfrauenvorsitzende Heitz, der die Solidarität unter den Frauen besonders am Herzen liegt. Ganz oben auf die politische Tagesordnung gehören für Renate Heitz die zunehmende Gewalt an Frauen, die Unterbezahlung der als typisch weiblich geltenden Tätigkeiten sowie die Zunahme von Frauenarmut im Alter.
Das Thema Chancengleichheit ist mehr als 100 Jahre nach dem ersten Weltfrauentag immer noch aktuell. Dazu meint Margit Angerlehner, Landesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft: „Es gilt für beide Geschlechter, Chancen zu erkennen und diese auch zu nutzen. Natürlich müssen die Rahmenbedingungen passen, doch Frauen müssen lernen, schneller „ja“ zu sagen.“ Außerdem sollten Frauen ihre Leistungen mehr in die Öffentlichkeit tragen und andere damit inspirieren. „Hört in euch hinein, probiert Neues aus, seid mutig. Findet heraus, welche Talente ihr habt und wählt einen Beruf, den ihr mit eurem ganzen Herzblut ausüben wollt – dann werdet ihr erfolgreich sein.“
Zu mehr Selbstvertrauen möchte die Leondinger Bürgermeisterin Sabine Naderer-Jelinek ermutigen: „Viele junge Frauen zweifeln an sich selbst. Da kann ich nur sagen: ,Traut euch Mädls, ihr könnt alles schaffen, wenn ihr nur wollt!““ Es sei auch in unserer Zeit wichtig, Gleichberechtigung einzufordern. Frauen hätten zwar alle Möglichkeiten, würden aber vielfach kritisiert, wenn sie diese nutzen und beispielsweise nicht nur Teilzeit arbeiten wollen. „Es ist vieles besser geworden, aber bekommt eine Frau ein Kind, ändert sich vor allem ihr Leben. Da gibt es noch viel zu tun.“


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